Solothurn
Kurioser Fund: Wer hat den Löscheimer vor dem Feuerwehrmagazin deponiert?

Vor dem Feuerwehrmagazin in Solothurn haben Unbekannte einen historischen Gegenstand abgeliefert: Einen Löscheimer. Die Feuerwehr will wissen, wer das war.

Judith Frei
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Dieser Löscheimer wurde vor der Feuerwehr in Solothurn deponiert.

Dieser Löscheimer wurde vor der Feuerwehr in Solothurn deponiert.

Zvg

Boris Anderegg, Leiter Amt für Feuerwehr und Zivilschutz, staunte nicht schlecht, als er Ende Letzter Woche vor dem Feuerwehrmagazin ein kurioses Objekt fand. Dass es sich dabei um einen Löscheimer handelt, wusste Anderegg sofort. «Früher war jeder Haushalt verpflichtet, einen Löscheimer zu Hause zu haben», erklärt er. In diesem Ledereimer passen ungefähr 8 Liter Wasser, das aus der Aare geholt werden musste, denn Hydranten gab es noch keine. Mit Eimerketten konnte so ein Feuer in der Stadt gelöscht werden.

In der Zeitschrift «Das Solothurner Feuerwehrwesen, 100 Jahre Solothurner Kantonal-Feuerwehr-Verband» kann man lesen, dass die Eimerpflicht schon in der Feuerordnung der Stadt Solothurn von 1550 erwähnt wurde

Jeder Bürger, der einen eigene Haushaltung und einen eigenen Feuerherd führt, soll bey einer Strafe von 4 Franken einen tauglichen ledernen Eimer haben, der mit dem Namen des Eigentümers und seiner Gemeinde bezeychnet sein soll.

Die Eimerpflicht wurde erst mit der Installation von Hydranten abgeschafft. Die ersten Hydranten wurden im Verlauf des 19. Jahrhunderts in Europa installiert.

Auch der Ledereimer, der vor dem Feuerwehrmagazin in Solothurn gefunden wurde, ist nummeriert und kann so dem ursprünglichen Besitzer zugeordnet werden. Anderegg und sein Team konnten aber bisher noch nicht ausfindig machen, wem der gehört.

Die Löscheimer waren nummeriert, damit man es dem Besitzer zuordnen konnte.

Die Löscheimer waren nummeriert, damit man es dem Besitzer zuordnen konnte.

Zvg

Wir freuen uns natürlich sehr, diesen Eimer in unserem Archiv aufzunehmen», erklärt der Kommandant der Feuerwehr. Es sei nicht das erste historische Objekt, das sich bei der Feuerwehr befindet. «Wir haben eine kleine Sammlung von historischen Arbeitsgeräten, wie Leitern oder Spriztenwagen», erklärt er. Diese Dinge sollen für die Nachwelt aufbewahrt werden.

Er hat den Fund Anfang Woche auf Facebook gepostet, in der Hoffnung, dass sich die Spenderin oder der Spender bei ihm melden würden. «Wir würden uns gerne bei der Person für die Spende bedanken», erklärt er. Schon jetzt habe er viele Anhaltspunkte erhalten, wem der Eimer gehören könnte, doch bis anhin wurde die Person noch nicht ausfindig gemacht.