25 Jahre Städtepartnerschaft

Solothurn-Krakau: Eine junge Freundschaft ist erwachsen geworden

Schon seit 25 Jahren besteht der Schulterschluss zwischen Krakau und Solothurn. Zur Jubiläumsfeier reiste eine polnische Delegation nach Solothurn. Diese fand auf dem Schloss Waldegg statt.

«Dieses Schloss wurde vom Kanton übernommen und restauriert, um eine Stätte der Begegnung zu schaffen. Heute Abend dient es als Begegnungsort für unsere Städte Solothurn und Krakau» – so begrüsste Stadtpräsident Kurt Fluri auf Schloss Waldegg die polnische Delegation, die angereist war, um eine 25 Jahre dauernde Freundschaft zu zelebrieren.

Und Begegnungen zwischen Krakau und Solothurn gab es vielerorts und vielfach; wenn in diesem Vierteljahrhundert jeweils der hiesige Gemeinderat nach Polen reiste oder die Behörden- und Verwaltungsmitglieder aus der Partnerstadt den Solothurnern einen Besuch abstatteten. Der Festakt im «Waldegg» bildete den Höhepunkt des Stelldicheins, das auch einen Weissenstein-Abstecher beinhaltete.

Offizielle Feier zu 25 Jahren Städtepartnerschaft Solothurn-Krakau mit Reden und Musik

Offizielle Feier zu 25 Jahren Städtepartnerschaft Solothurn-Krakau mit Reden und Musik

Vorbild Kosciuszko

Fluri erinnerte an die Verbundenheit der beiden Städte, die nicht nur 25 Jahre zurückreicht, sondern 198 Jahre: Damals nämlich verstarb der polnische Freiheitskämpfer Tadeusz Kosciuszko nach zwei Jahre dauerndem Exil in Solothurn: «Dieser kleine Teil der Geschichte Solothurns ist eng mit der Geschichte Krakaus verbunden», sagte Fluri. In der Gurzelngasse, wo Kosciuszko wohnte, befindet sich das ihm gewidmete Museum.

Das Wirken des polnischen Nationalhelden habe denn auch den Schweizern als Vorbild für die Wahrung des Friedens in Kriegszeiten gedient. «Wir können sagen, dass sich die Städtepartnerschaft aus der Idee der Freiheit und der freundschaftlichen Beziehung zwischen den Städten entwickelt hat», so Fluri.

ustande gekommen ist die Städtepartnerschaft in erster Linie auf Initiative des Polen-Kenners und ehemaligen Stadtpräsidenten Urs Scheidegger. Zum Schluss verlieh Fluri der Hoffnung Ausdruck, dass die Freundschaft mit Krakau andauern möge.

Danach überreichte Fluri Marta Nowak, der Magistratsdirektorin von Krakau, eine Radierung mit Kosciuszkos Bildnis. Umgekehrt verdankte Nowak die Freundschaft mit einer Collage, die die Sehenswürdigkeiten Krakaus darstellt.

Slawomir Pietrzyk, Vize-Vorsitzender des Krakauer Parlaments, überreichte zudem ein Modell der Sigismund-Glocke in Krakau, die nur zu grossen Ereignissen läute: Als Symbol für den denkwürdigen Anlass brachte Pietrzyk die kleine Nachbildung dann ebenfalls zum Klingen. Er lobte die 25-jährige Freundschaft, die jugendlich geblieben, aber erwachsen geworden sei.

Der Botschafter erwies die Ehre

Ebenso überbrachte der polnische Botschafter in Bern, Jaromir Sokolowski, Grussworte – und zwar souverän zweisprachig. Er bestärkte Fluris Worte des «unbändigen Freiheitsdrangs», der Polen und die Schweiz verbinde. Er verwies darauf, dass das Beispiel Kosciuszkos auch ausserhalb von Polen als wichtiges Symbol gelte: «Und weil ihm die Freiheit so wichtig war, kam er auch in die Schweiz.»

Violinist Matthias Steiner und Pianist Andres Joho gestalteten den Festakt musikalisch mit Stücken von Mozart, Kreisler, Friedmann, Svendson und Knümann mit, wobei Steiner sein passioniertes, heiteres Spiel mit polenbezogenen Anekdoten würzte. So brachte er auch Louis’ XV polnische Gattin Maria Leszczyńska zur Sprache, die einen Kuss des jungen Mozart nicht erwidert und ihm die kalte Schulter gezeigt haben soll. Kalte Schultern – die waren am herzlichen Empfang im Schloss Waldegg hingegen mitnichten zu spüren.

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