Stadtplanung
Solothurn könnte noch viel mehr aus sich machen – wenn es nur wollte

Visionen wie die Wasserstadt beschäftigen derzeit die Solothurner Gemüter. Dabei wären grössere und kleinere Würfe auch noch im scheinbar fertig gebauten Stadtraum möglich. Wir präsentieren sieben Vorschläge.

Wolfgang Wagmann
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Vigierhof/Goldgasse Das Haus an der Ecke Vigierhof/Goldgasse wäre als Ergänzung zu der sanierten Wohn- und Geschäftsüberbauung Vigierhof ein Bijou und würde vor allem die Goldgasse massiv aufwerten. Die spezielle Stirnseitensituation mit dem grossen Tor böte kreativen Spielraum für originelle Nutzungen.
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Werkhof Das Gewirr von Schuppen und Garagen beim Werkhof könnte einer attraktiven Überbauung mit Wohnen oder Gastronomie weichen. Eventuell könnte in einer weitergehenden Planung auch das Vorgelände im Besitz der Regio Energie Solothurn einbezogen werden – sollte dereinst das Unternehmen seine räumliche Situation im Gebäudekonglomerat an der Aare überdenken.
Rötiquai Die Riviera Solothurns entlang dem Rötiquai: Kein Grillplatz, nicht einmal ein Sitzbänkli mit Blick auf die St.-Ursen-Kathedrale, keine Infrastruktur, nichts. Dabei könnten die Rabatten einer Liegewiese weichen, zwei Abtreppungen oben und unten den Ein- und Ausstieg aus der Aare erleichtern, auch Platz für einen Imbiss- oder Getränkestand hätte es genug.
«Unorte» in Solothurn
Postplatz Der gesichtslose neue Post-Bunker müsste eine Fassadenaufwertung erfahren, wünschenswert wäre jedoch ein Kopfbau von architektonisch hohem Niveau mit einer öffentlichen Nutzung. Der öde Parkplatz müsste einer publikumsfreundlichen, allenfalls gestuften Terrasse zur Aare weichen.
Reithalle-Platz Mehrmals im Jahr wächst auf dem Platz hinter der Reithalle eine Zeltstadt für Grossanlässe aus dem Boden. Mehrfach-Zusatzkosten, die Gewerbevereinspräsident Rolf Christ mit der Idee einer neuen Messehalle hinter der Reithalle künftig hatte vermeiden wollen. Mehr (Park-)Platz – vielleicht auch unterirdisch – wäre jedenfalls für viele Veranstalter ein Gewinn.
Hof Schmiedgasse Der grosse Privatparkplatz im Hof entlang der Schmiedengasse könnte durchaus mehrgeschossig überbaut werden und eine Wohn- und Geschäftsnutzung ermöglichen. Vorteil: Die Parzellengrösse sprengt die üblichen engen Raumverhältnisse der schmalen Hausgrundrisse in der Altstadt. Eine grössere einheitliche Ladenfläche wäre durchaus realisierbar.

Vigierhof/Goldgasse Das Haus an der Ecke Vigierhof/Goldgasse wäre als Ergänzung zu der sanierten Wohn- und Geschäftsüberbauung Vigierhof ein Bijou und würde vor allem die Goldgasse massiv aufwerten. Die spezielle Stirnseitensituation mit dem grossen Tor böte kreativen Spielraum für originelle Nutzungen.

Wolfgang Wagmann

Solothurn hat einige Ecken, die - mehr oder weniger bekannt - noch der Entdeckung ihres Potenzials und einer Realisierung von neuen Nutzungen harren oder harren könnten. Das wohl bekannteste Beispiel ist das Kapuzinerkloster - weitere Klosteranlagen dürften in den nächsten Jahrzehnten folgen.

Dagegen weiss kaum jemand, dass in Toplage, gleich neben dem Stadtpräsidium an der Rötistrasse, sich ein unterirdisches Labyrinth erstreckt. Die Reste der Von Rollschen Bierkeller brachten in den Achtzigerjahren den damaligen Stadtammann Urs Scheidegger auf die verwegene Idee, den Ersatz für die abhandengekommene Disco «Loch» dort anzusiedeln. Doch niemand nahm den Impuls auf, und so verfiel das Kellergewölbe wieder in den Solothurner Dornröschenschlaf. Wir präsentieren sieben Vorschläge für Orte mit Verbesserungspotential.