Aaron Hitz
«Solothurn ist ein Gefühl, das man schlecht in Worte fassen kann»

Der Solothurner Schauspieler Aaron Hitz spricht über seinen Wechsel vom Theater zum «Tatort» und arüber, dass er ursprünglich nur Theater machen wollte. Solange er aber Angebote habe, wolle er sich auf Filmrollen konzentrieren.

Helmuth Zipperlen
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«Solothurn hat einfach etwas»: Aaron Hitz

«Solothurn hat einfach etwas»: Aaron Hitz

Hanspeter Bärtschi

Der in Solothurn wohnhafte Schauspieler Aaron Hitz hat sich Ende letzter Saison zumindest vorläufig vom Solothurner Theaterpublikum verabschiedet, weil die zunehmenden Filmverpflichtungen sich mit der Bühnentätigkeit nicht mehr in Einklang bringen liessen. So gehört er zum Ensemble des ersten in der Schweiz in 3-D gedrehten Films «One Way Trip» von Markus Welter, der jetzt im Kino Canva zu sehen ist, und bereits im Oktober kommt «Giochi d’estate» von Rolando Colla in die Kinos, der am Festival von Venedig mit Standing Ovations belohnt wurde.

Aaron Hitz, wie hat Ihre Karriere beim Film begonnen?

Aaron Hitz: Damals, als ich mich entschloss, Schauspieler zu werden, war für mich klar, ich möchte keine Filme, sondern nur Theater machen. Dieser Wunsch ging auch schnell in Erfüllung, denn bereits während der Schauspielschule hat mich Katharina Rupp (Leiterin des Schauspiels am Theater Biel Solothurn) gefragt, ob ich ans Theater Biel Solothurn kommen möchte. Etwa zur selben Zeit bin ich von einer Schweizer Casting Agentur in die Rubrik «Junge Talente» aufgenommen worden, die mir fortan auch Castings vermittelte. Nach einigen Einsätzen in Werbefilmen kam mit «Songs of Hate und Love» von Katalin Gödrös das erste Angebot für eine kleine Rolle in einem Kinospielfilm. So fügte sich denn das eine zum anderen. Ich habe am Theater Biel Solothurn viele schöne Rollen zu spielen gehabt und habe auch viel gelernt. Aber jetzt macht mir das Spielen vor der Kamera ungeheuren Spass. Und solange ich interessante Angebote bekomme, bleibe ich nun auch dabei.

Muss das Solothurner Theaterpublikum ganz auf Sie verzichten?

Im November spiele ich in der Produktion des Architekturforums Solothurn «11 Architekten – 11 Jahrhunderte» die Rolle des Otto Rudolf Salvisberg, des Architekten der damaligen Volksbank.

Sie haben bereits mit verschiedenen Regisseuren Filme gedreht. Gibt es da Unterschiede oder ist Filmen einfach Filmen?

Nein, sicher nicht. Jede Produktion ist anders. Es kommt auf das Format an und ob ein Film fürs Fernsehen oder fürs Kino gedreht wird. Für eine Fernsehproduktion steht weniger Zeit zur Verfügung. Letzthin habe ich fürs ZDF gedreht, da wurde mit zwei Kameras gleichzeitig aufgenommen, um Zeit zu sparen. In solchen Fällen bleibt dem Regisseur oft wenig Zeit für die Schauspielführung. Anders bei einem Autorenfilmer wie Rolando Colla, der schon eine sehr genaue Vorstellung vom Film und seinen Charakteren hat und sich viel Zeit nimmt, um mit den Schauspielern über ihre Rollen zu sprechen. Bei «One Way Trip» lag der Schwerpunkt bei der Technik.

Und was heisst das?

Für das 3-D-Verfahren wird das Geschehen mit zwei Objektiven aufgenommen, die genau übereinstimmen müssen. Das bedeutete für uns Darsteller lange Pausen, bis die Szene eingerichtet war.

«One Way Trip» ist ein Ensemblefilm. Hat sich das auch auf die Beziehungen der Darsteller ausgewirkt?

Sowohl die Schauspieler als auch die Crew hatten ein sehr gutes Verhältnis. Es war eine harmonische, gute Gruppe. Einige habe ich bereits von früher gekannt. Niemand hatte Starallüren. Allerdings wurde bereits beim Casting auf den Ensemblegedanken Wert gelegt, indem Probeaufnahmen mit der Gruppe gemacht wurden. Dank dieses freundschaftlichen Verhältnisses untereinander waren die Wartezeiten leichter zu überbrücken.

Obwohl Sie im letzten Frühling aus dem hiesigen Theaterensemble ausgeschieden sind, sind Sie in Solothurn wohnhaft geblieben. Wieso?

Oft sitze ich bei der Hafebar auf der Mauer, schaue über die Aare in die Altstadt hinüber und stelle mir dieselbe Frage. Ich weiss es nicht genau. Bei der Filmarbeit ist es nicht so wichtig, wo ich wohne. Aber Solothurn gefällt mir. Es ist eine kleine Stadt und ich mag die Menschen, die hier leben. Ich habe mir auch einen Freundes- und Bekanntenkreis aufgebaut, auf den ich ungern verzichten möchte. Ich kann es schlecht in Worte fassen. Es ist eher ein Gefühl, Solothurn hat einfach etwas.

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