Region Solothurn Tourismus
Solothurn ist ein Bijou für «genussvolles Nichtstun»

Region Solothurn Tourismus schaut auf ein gutes Jahr zurück: Mit 124000 Übernachtungen in Solothurn wurde 2011 ein neues Rekordhoch für die Hotellerie erreicht.

Andreas Kaufmann
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In der Stadt Solothurn kann auch genussvoll nichts getan werden.

In der Stadt Solothurn kann auch genussvoll nichts getan werden.

Felix Gerber

Um Stolpersteine, die es zu überspringen gilt, aber auch um gemeisterte Meilensteine ging es an der 120. Generalversammlung von Region Solothurn Tourismus im Alten Spital. Unter dem Strich berichtete Präsident René Hohl den rund 150 Anwesenden von einem erfreulichen Vereinsjahr. Erfolg wird traditionsgemäss vor allem an zwei Indikatoren abgelesen: Mit 1396 Stadtführungen kann man für 2011 an den letztjährigen Rekord von über 1400 Führungen anknüpfen.

Und mit 124000 Logiernächten (4000 mehr als 2010) wurde 2011 schliesslich gar ein «Allzeithoch erreicht», wie Tourismusdirektor Jürgen Hofer stolz vermeldete. «Dies ist ein Zeichen für die Attraktivität unserer Stadt und für unsere gute Zusammenarbeit mit den Beherbergungsbetrieben», fügte Hohl an.

«Dolcefarniente» als Stossrichtung

Auch wenn es im breiten Angebotsfächer des regionalen Tourismus schwer sein dürfte, eindeutige Erfolgsfaktoren auszumachen, ist für Hohl klar: «Eine unserer Hauptstossrichtungen liegt im Langsamverkehr und im genussvollen Nichtstun.» Gerade im Zeitalter der Informationsflut soll dies für nötige Kontrapunkte sorgen. Die Devise «Nichtstun» mag zwar für Touristen gelten, nicht aber nicht für die Institution selbst: «Das vergangene Jahr stand im Zeichen von Grundlagenarbeit, Information, Öffentlichkeits- und Überzeugungsarbeit», resümierte der Präsident.

Gerade die «Akte Hausberg», einer der Stolpersteine, dürfte den Verein weiterhin beschäftigen: Vor 2014 könne mit der Erschliessung des Weissenstein durch eine Bahn nicht gerechnet werden. «Die Volksseele kocht. Und der von Zürich aus gesteuerte Heimatschutz, der vornehmlich auf dem Ego einer Person basiert, verliert in der Region die Unterstützung», so Hohls Statement. Ohne Bahn werde gerade der Masterplan, der ein übergreifendes Tourismuskonzept für Grenchenberge, Weissenstein und Balmberg vorsieht, zur «Makulatur».

Als erfreulich wurde der Kauf der «Krone» durch Stadt und Kanton betrachtet: Mit diesem Eingriff liege «kein ordnungspolitischer Sündenfall vor. Es geht vielmehr darum, ein historisches Monument zu erhalten und zu rentabilisieren.» Dies gilt auch, weil man sich erhofft, mit dem Haus einen vierten Baustein in Sachen Seminarmeile zu setzen. Auch lobte Jürgen Hofer in diesem Zusammenhang die nahtlose Fortführung des Besenval-Betriebs nach dem Konkurs des bisherigen Unterpächters.

«Schönste Baustellenstadt»

Gleichzeitig liess es Hofer auch nicht aus, an die anstehenden «Hausaufgaben» des Vereins zu erinnern. Unter dem etwas sarkastischen Stichwort «schönste Baustellenstadt» fasste er die zahlreichen unfertigen Schauplätze Solothurns zusammen. Auch am Herzen liegt eine sinnvolle Signalisation der Attraktionen an der Peripherie Solothurns. Zudem nannte er auch eine längst fällige Tourismusbeschilderung entlang der Autobahn. Einen Schwerpunkt ortete Hofer weiter beim Tourismusbewusstsein des Kantons. Konkret geht es um die Verankerung eines noch fehlenden Tourismusartikels im Volkswirtschaftsgesetz. Abschliessend lud auch Stadtpräsident Kurt Fluri auf eine Tour d’Horizon durch die hiesige Tourismuslandschaft ein. Unter anderen blickte er in die Zukunft eines Zusammenschlusses Solothurns mit umliegenden Gemeinden. Eine solche Fusion, so Fluri, «wäre nur logisch. Aber Politik ist leider nun einmal nicht immer logisch.»

Der Verein verabschiedete und verdankte anlässlich ihrer GV ausserdem Martha Buzzi und Beatrice Nützi, die während 25 resp. 13 Jahren das Amt als Stadtführerinnen wahrgenommen hatten.

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