Solothurn
In Solothurn im richtigen Haus: Kulturjournalist interviewt abtretenden Kunstmuseumsdirektor

Kulturjournalist und Freund Konrad Tobler interviewt den abtretenden Kunstmuseumsdirektor Christoph Vögele über seine Arbeit.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Konrad Tobler und Christoph Vögele sprechen im Kunstmuseum Solothurn.

Konrad Tobler und Christoph Vögele sprechen im Kunstmuseum Solothurn.

Tom Ulrich

«Reserve du Patron»: Mit diesem Begriff aus der Kulinarik ist derzeit im Grafischen Kabinett des Kunstmuseums Solothurn die Auswahl derjenigen Zeichnung zu sehen, die Christoph Vögele im Lauf seiner 24-jährigen Arbeit als Direktor des Kunstmuseums Solothurn am meisten begeisterte.

Die Begeisterung Vögeles für die Zeichnung war in seiner Tätigkeit fast so etwas wie sein Markenzeichen. Immer wieder hat er insbesondere im Grafischen Kabinett Zeichnungen wichtiger Kunstschaffender gezeigt. «Ah, eine Vallotton-Ausstellung in Solothurn, sehr schön. Ach, nur Zeichnungen, ja dann ...», so erzählte er selbst diese Woche im Gespräch mit Kulturjournalist Konrad Tobler im Kunstmuseum. «Leider sind Zeichnungen bei vielen Leuten nicht so hoch geschätzt wie Gemälde. Dabei sind sie die Intimste, die radikalste Ausdrucksform eines Künstlers.»

Konrad Tobler und Christoph Vögele im Kunstmuseum Solothurn.

Konrad Tobler und Christoph Vögele im Kunstmuseum Solothurn.

Tom Ulrich / Fotomtina / Solothurner Zeitung

Wie kommt man zu so vielen Schenkungen?

Konrad Tobler und Christoph Vögele kennen sich seit vielen Jahren. Tobler sei gar mal sein Chef gewesen, erzählte Vögele zu Beginn des gut einstündigen Gesprächs. Grund für das Zusammenkommen der beiden vor Publikum: Dieses Treffen ist das erste einer Reihe weiterer Abschiedsveranstaltungen zum Weggang von Christoph Vögele Ende Januar 2022.

Im Verlauf des Gesprächs wollte Tobler mehr über die Motivation Vögeles für seine Arbeit wissen. «Ich bin auch Kunsthistoriker», so Vögele. «So betrachte ich das Kunstmuseum Solothurn zwar als Museum, aber ebenso als Kunsthalle, in der moderne Positionen ihren Platz finden.» Mehr wollte Tobler auch darüber wissen, wie es Vögele schaffte, in den vergangenen Arbeitsjahren zu so vielen Schenkungen für das Haus zu kommen. «2100 Zeichnungen sind in dieser Zeit ins Haus gekommen. Alleine 600 davon aus dem Nachlass von Otto Morach», erklärte Vögele. «Ich denke, es ist das Engagement, die Leidenschaft und die Professionalität im Haus, welche die Schenkenden bei uns spüren.»

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