Auch Mieschers fotografisches Werk stellt Solothurn ins Zentrum. «Ich bilde Spiegelbilder von Solothurner Gebäuden auf der Aareoberfläche zu jeglichen Tages- und Jahreszeiten ab.»

Es fasziniert Miescher, wie das Wasser mit Licht, Farben und Formen der Natur sowie der Architektur spiele. «Das Wasserspiegelbild wird verändert durch Einflüsse von Licht, Jahreszeiten, Wind, Wolken, Stimmungen, Strömungen, Wellen, Vögel oder Schiffen.» Manchmal gehe dies so schnell, dass der visuellen Wahrnehmung Details der neu entstehenden Bilder auf der Wasseroberfläche entgehen. «Beim Betrachten der Bilder am Computer stelle ich immer wieder amüsiert fest, wie viele Eindrücke mir im Moment der Aufnahme entgangen sind.» Indem Miescher die Fotos auf den Kopf stellt, eröffne sich ein neuer Betrachtungsraum. «Ist das noch Solothurn, oder Venedig – Solothurn am Meer?»

Identische Farben

Elf Spiegelbild-Kunstfotos hat Miescher bei Glas Trösch auf eine Folie drucken lassen. Diese wurde zwischen zwei Weiss-Glasplatten geklemmt. «Weiss-Glas habe ich gewählt, weil die Lichtdurchlässigkeit dieses Glases am grössten ist. Die Farben bleiben ausserdem identisch und wirken bei Sonnen- oder LED-Licht am besten.» Für die Wirkkraft der Fotos sei auch der Abstand zwischen Bild und Wand zentral. Jürg Werren aus Derendingen hat Halterungen aus Chromstahl angefertigt. «So können die Glasbilder drinnen oder draussen befestigt werden», erklärt Miescher. Die Glas-Bilder werden vom 17. August bis 7. September in elf Schaufenstern in der Altstatt ausgestellt. «In den Schaufenstern des ‹Nasevelo› und bei expert Solothurn werden auf einem Flachbildschirm ausserdem Momentaufnahmen gezeigt.» In der Cantina del Vino und bei Teo Jakob liegen Fotobücher auf. «Die Spiegelbild-Fotos geben dem Betrachter einen Einblick in meine Welt.» (rn)

Die Vernissage beginnt morgen Sonntag um 14 Uhr unter der Eisenbahnbrücke. Nach dem Rundgang: Apéro in der Cantina del Vino. Anmeldung für Führungen oder Präsentationen unter 079 607 13 27.