Solothurn
Im sanierten Hauptsitz der Regiobank erinnert vieles an die Aare

Nach über einem Jahr, eröffnet heute Montag die Regiobank ihren renovierten Hauptsitz an der Westbahnhofstrasse 11. Die Architekten haben sich von der Aare inspirieren lassen.

Judith Frei Jetzt kommentieren
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Blick in den neuen Kundenbereich der Regiobank.

Blick in den neuen Kundenbereich der Regiobank.

Hanspeter Bärtschi

«Es ist wie eine komplette Erneuerung, ein Quantensprung», sagt Regiobank Solothurn Chef, Markus Boss. Er steht vor dem Hauptquartier der Regiobank an der Westbahnhofstrasse 11 und 7. Ab heute Montag hat er wieder sein Büro hier, nachdem es sich für über ein Jahr eine Strasse weiter an der Schanzenstrasse 6 befand.

Im August letzten Jahres hat der Umbau der Solothurner Bank begonnen. Dafür mussten die rund 95 Angestellten einen neuen Arbeitsort haben, auch für den Schalter musste ein Provisorium gefunden werden. «Die Lösung, die wir hatten, war ideal», sagt Boss. Die Arbeitsplätze wurden in den Büros von der Baloise Bank SoBa AG eingerichtet, der Container wurde gerade vor den provisorischen Büros gestellt. Die Platzverhältnisse seien zwar bescheiden gewesen, doch durch die Coronapandemie und der Homeoffice-Pflicht sei dies nicht zum Problem geworden, da immer nur die Hälfte der Belegschaft im Büro waren.

Das Provisorium ist jetzt Vergangenheit, die Mitarbeitenden sind ab heute am ursprünglichen Standort. Mit dem ursprünglichen Ort hat dieser aber nicht mehr viel gemein. Die zwei Liegenschaften wurden ausgehöhlt und die Inneneinrichtung ins 21. Jahrhundert geholt und ist jetzt für die Mitarbeitenden sowie die Kundschaft barrierefrei zugänglich. Als die Bank das letzte Mal ein Make-Over erlebt hat, schrieb man das Jahr 1993. Noch viel stammte aus dem Jahr 1966, als die Westbahnhofstrasse 11 gebaut wurde.

Energie der Solar-Panels wird für die Kühlung des Gebäudes gebraucht

Eigentlich wollte man nur die Kundenzone erneuern, doch dann hat man gesehen, dass dies ein aufwendiges Unterfangen wird und hat die Gelegenheit genutzt, um radikalere Veränderungen vorzunehmen. Sämtliche Arbeiten beliefen sich schliesslich auf 15 Millionen Franken. In diesen Standort zu investieren, war für Boss selbstverständlich. «Für uns ist Solothurn der ideale Standort», erklärt er.

Im Eingangsbereich
13 Bilder
Eingangsbereich mit Sicht auf das Welcome-Desk
Sitzgelegenheiten im Eingangsbereich
Sitzgelegenheiten im Eingangsbereich
Im Foyer des 1. Stockwerks
 Der Konferenzraum
Auf den Glasflächen erinnern Wellenlinien an die Aare
Die wellenförmige Architektur soll an die Aare erinnern
Der Bürobereich mit einem Teppich, der farblich an die Aare erinnern soll
Die Cafeteria im obersten Stockwerk
Regiobank. Renovatione des Hauptsitzes. Die Cafeteria
Die über die Cafeteria erreichbare Dachterrasse bietet einen grandiosen Ausblick

Im Eingangsbereich

Hanspeter Bärtschi / SZ

Schon draussen fangen die Erneuerung an: Die Fassade wurde auf beiden Seiten mit Solar-Panels ausgestattet. «Die Energie von den Panels können wir für die Kühlung des Gebäudes nutzen», sagt Boss. Geheizt wird schon seit einiger Zeit mit Fernwärme.

Die Aare begleitet durch das Gebäude

Drinnen hat man sich am Konzept «Regiobank im Fluss» orientiert. Viele Details erinnern an die Aare, sei es die wellenförmige Beleuchtung und Sichtschutzfolie auf den Glastüren bei den Sitzungszimmern oder der grüne Teppich in den Büros. In der Kundenzone gibt es ein Terrazzoboden, der aus Aarekies besteht.

Neu sind nicht nur die kleinen Details, sondern der gesamte Eingangsbereich, dort wo früher die «Schalterhalle» war. Den Schalter mit Bargeldbezug gibt es immer noch, doch neuerdings wird man in der Bank von einem Concierge begrüsst. Die Person hilft, dass sich der Kunde in den Räumlichkeiten zurechtfindet und nach seinen Bedürfnissen beraten wird. Die Bank sei auf den «hybriden» Kunden ausgerichtet, erklärt Boss. Dieser Kunde erledige seine Bankgeschäfte analog sowie auch digital.

Neu müssen sich Kunden mit Schliessfächern nicht mehr ins Untergeschoss begeben oder sich nach Öffnungszeiten richten, um an ihre Wertsachen zu gelangen. Die robotergestützte, rund um die Uhr zugängliche Tresorfachanlage bringt das Schliessfach ins Erdgeschoss.

Die Sicherheit ist erste Priorität

Im Parterre sowie auch im ersten Stock befinden sich die Sitzungszimmer. Dies sei nicht nur für die Kundschaft praktisch, sondern sei auch besser für die Sicherheit. Früher haben sich die Sitzungszimmer verstreut im Gebäude befunden, jetzt hat die Kundschaft keinen Zutritt mehr auf die Etagen, wo sich die Büros sind.

Doch auch dort hat sich viel getan. Neu wird in grosszügigen Grossraumbüros gearbeitet. Die Arbeitsplätze sind mit höhenverstellbaren Stehtischen ausgestattet, Trennwände, Teppiche und perforierte Deckensenken den Lärmpegel.

Unter dem Dach befindet sich die Mitarbeiter-Cafeteria mit Blick auf die Dächer der Altstadt. In diesen Räumlichkeiten können auch Mitarbeiterveranstaltungen und Kundenanlässe stattfinden.

A propos Veranstaltungen: Eigentlich wollte die Regiobank auf dem Parkplatz hinter dem Gebäude ein Einweihungsfest mit mehreren tausend Personen feiern. «Wir waren in der Planung schon fortgeschritten und haben diesen Sommer beschlossen, das Fest pandemiebedingt nicht durchzuführen», erklärt der Chef Boss. Die Enttäuschung sei gross, um so grösser ist hingegen die Erleichterung, dass die Coronapandemie keinen Einfluss auf den Umbau hatte. Lediglich die Aussenbildschirme in den Eingangsbereichen haben eine Lieferverzögerung. Der Umbau konnte fast im vorgegebenen Zeitrahmen realisiert werden. Durch Arbeiten im Keller, wo man an zwei Orten eine meterdicke Zementschicht vorfand, die man abtragen musste, haben sich die Arbeiten um einen Monat verzögert.

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