Grosser Tag für Markus Graf, den Stiftungsratspräsidenten der Swiss Prime Anlagestiftung, und damit der Bauherr beim Umbau der «Krone» zur «La Couronne». «Heute vor genau fünf Jahren haben wir den Baurechtsvertrag unterschrieben.»

Und damit eine neue Ära im laut Architekt Benedikt Graf «schönsten Haus von Solothurn» eingeläutet. «Es ist nun genau 599 Jahre her, seit die damalige St. Ursen-Pinte erstmals aktenkundig erwähnt worden ist», blickte wiederum Markus Graf auf die lange, wechselvolle Geschichte des jetzigen Bijous zurück.

Die 24. Handänderung

Mit Genugtuung blickt Graf noch heute auf den «sehr schlanken» Deal vom 25. April 2012 zurück, den er mit dem damaligen Baudirektor Walter Straumann und Stadtpräsident Kurt Fluri in kürzester Zeit unter Dach und Fach gebracht hatte. Der Kauf der «Krone» durch Stadt- und Kanton im Finanzvermögen hatte zwar für Stirnrunzeln gesorgt, «doch schon damals hielt Kantonsrat Beat Käch bei einer entsprechenden Interpellationsbeantwortung fest: Der Kauf war kein Sündenfall, und wenn, wäre es ein schöner Sündenfall gewesen.»

«Die ‹Couronne› ist das, was Solothurn noch gebraucht hat», sagt Markus Graf, Stiftungsratspräsident Swiss Prime Anlagen.

Markus Graf, Stiftungsratspräsident Swiss Prime Anlagen

Mit der 24. Handänderung in der 599-jährigen Geschichte des Hause sei der Weg geebnet worden, dass der Haupttrakt weiterhin als Hotel und Restaurant weiterbetrieben werden konnte – was bei anderen potenziellen Käufern nicht der Fall gewesen wäre. «Diese hatten nur Geschäftsflächen und Eigentumswohnungen im Kopf», betonte der Bauherr. Stadt und Kanton erhalten einen Baurechtszins von eineinhalb Prozent auf die Kaufsumme von 9 Mio. Franken.

Die Rendite aus dem Umbau sei zwar bescheiden, doch eine Immobiliengesellschaft wie die Swiss Prime Anlagestiftung - sie hält schweizweit Immobilien für eine Milliarde Franken – könne sich auch eine solche Hotel-Investition leisten. Laut Markus Graf hat der gesamte Umbau des Hoteltrakts sowie des Leistflügels mit acht Wohnungen und Geschäftsflächen auf zwei Geschossen 18 Mio. Franken gekostet.

Taktgeber für den Tourismus

Besonders hob Markus Graf die Bedeutung der neuen «La Couronne» für Solothurns Stadthotellerie hervor. Dafür blickte er auf die Ende 2006 ebenfalls von ihm lancierte Seminarmeile zurück – «die 2004/05 noch auf grosses Skepsis gestossen war.» Doch habe die Stadt Solothurn seit dem Jahr 2000 von damals noch 40'000 Übernachtungen auf inzwischen 87 000 Logiernächte zugelegt. «Und mit dem neuen Hotel sollten nun nochmals 15'000 dazukommen. Mit neu 100'000 Übernachtungen hätte Solothurn den grössten Zuwachs der Schweiz bei der Stadthotellerie.»

Eine bauliche Herausforderung

«Alle 60 bis 70 Jahre wurde dieses Haus umgebaut», hielt Benedikt Graf für das beauftragte Architekturbüro Graf Jenni Stampfli fest. Eine grosse Herausforderung, die es in der eineinhalbjährigen Bauzeit zu lösen galt, waren doch offenbar laut dem bauführenden Architekten Res Jenni einige Hausteile recht abenteuerlich konstruiert, «offenbar früher wegen Geldmangels angesichts der ständig anstehenden Investitionen», wie Graf anmerkte.

Besonders hob er die Arbeit der Zürcher Innenarchitektin Jasmin Grego hervor, welche mit insgesamt 30 verschiedenen Grautönen dem Haus eine neue, schlichte Eleganz und Identität gegeben hat. Während im Haupttrakt vor allem die Erschliessung durch neu Liftanlagen und der Einbau von zehn neuen Hotelzimmern im Dachstock zu Eingriffen führte, wurde der Leist-Flügel radikaler umgebaut.

Insgesamt, so Graf, wirkten 50 Firmen mit 300 Angestellten mit. 6000 Kubikmeter Material wurden aus dem Gebäude-Ensemble hinausgeschafft, 50 Kilometer Elektrokabel verlegt und für den gesamten Umbau 150'000 Arbeitsstunden geleistet.

Projektleiter Martin Volkhart über den Hintergrund der «Couronne» in Solothurn

Projektleiter Martin Volkart

Ein grosser Arbeitgeber

Für die Betreiber der «Couronne», die Genossenschaft Baseltor, meinte Projektleiter Martin Volkart: «Mit der Eröffnung unseres vierten Hauses beschäftigen wir über 100 Angestellte.» Davon 35 in der «Couronne», die mit Direktor Roman Oschwand ein «tolles Team» bildeten. Klassisch, französisch soll das Haus mit seinem durch viele bauliche Spezialitäten unverwechselbaren Charakter geführt werden. «Wir erwarten bei einer 70-Prozent-Auslastung einen Jahresumsatz von 5 Mio. Franken», skizzierte Volkart die Erwartungen der Genossenschaft, die damit einen Gesamtumsatz von jährlich 14 Mio. Franken anpeilt.

Thomas Grossenbacher, Projektleiter für die Swiss Prime Anlagestiftung, freute sich über den hohen Vermietungsgrad von 95 Prozent. Die acht Wohnungen im Leist-Flügel «hätten wir dreimal vermieten können.» Um dann noch einen Wermutstropfen an diesem Freudentag einzuschenken: Ein Nachbar verhindert mit einer neuerlichen Einsprache derzeit noch die Ausgestaltung des Innenhofs.

Tage der offenen Tür: Samstag von 10 bis 14 Uhr, Sonntag von 11 bis 14 Uhr.