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«Solothurn hat Hunger auf einen veganen Beck»: Anfangs November hat die Bäckerei «Vegery» eröffnet

Andres Rubli-Gonzales und Irem Bilen mit den Urdinkelbrote in ihrer «Vegery».

Andres Rubli-Gonzales und Irem Bilen mit den Urdinkelbrote in ihrer «Vegery».

Der Bäcker Andre Rubli-Gonzales, Irem Bilen und Simon Bürgi haben eine vegane Bäckerei eröffnet – aber nur auf Zeit.

Das Schoggigipfeli ist knusprig und süss, die Finger werden ein wenig fettig – so, wie es sich für ein Schoggigipfeli gehört. Erstaunlich ist das, weil dieses Gebäck ohne tierische Produkte hergestellt wurde. Kaufen kann man es an der Berntorstrasse 8, da wo bis vor kurzem der Lebensmittelladen «Grüeni Chuchi» zu Hause war. Seit Anfangs November ist dort die Pop-Up Bäckerei «Vegery», die nur vegane Produkte verkauft.

«Ich glaube, Solothurn ist bereit für einen veganen Beck», sagt Andres Rubli-Gonzales überzeugt. Der 28-jährige Solothurner hat in Zuchwil in der Bäckerei und Konditorei DUO seine Lehre zum Bäcker gemacht. Jetzt versucht er seine ersten Schritte in der Selbstständigkeit. «Bis jetzt hat das wirklich gut funktioniert. Solothurn hat Hunger auf einen veganen Beck», meint er lachend.

Er macht das aber nicht alleine. Irem Bilen und Simon Bürgi sind auch Teil der «Vegery». Entweder unterstützen sie ihn bei der Produktion oder stehen hinter dem Ladentresen. Das immer von Mittwoch bis Samstag von 9 Uhr bis 13.30 Uhr.

Eine Sorte Brot und vegane Sandwiches

In der veganen Bäckerei kann man neben dem Süssgebäck auch Sandwiches und belegte Brote kaufen. Momentan verkauft er diverse Sorten Brot, vorwiegend mit Urdinkel. «Wir wollten zuerst mit einer kleinen Produktion schauen, wie es ankommt», so Rubli-Gonzales.

Momentan sei die Backstube noch zu klein für eine grössere Produktion. Irem Bilen bietet auch noch ihre selbstgemachte Müslimischung an – vegan selbstverständlich. Dieses Produkt hat die Webdesignerin schon vor der Bäckerei entwickelt. Daher kommt auch die Zahl 155 – «Eine Hommage an meine Körpergrösse», sagt sie und lacht.

Bilen und Rubli-Gonzales ernähren sich erst seit einem Jahr vegan. Doch jetzt hat es sie voll gepackt. «Ich sehe für diese Art von Ernährung nur Vorteile», erklärt Bilen. Sie habe zuerst aus ethischen und moralischen Gründen auf Tierprodukte verzichtet. Im Verlauf von der Ernährungsumstellung wurde ihr der gesundheitliche Aspekt bewusster. Dieser war für Rubli-Gonzales von Anfang an wichtiger. Er hat gleichzeitig mit seiner Freundin Bilen seine Ernährung geändert.

Schon eine solide Nachfrage in Solothurn

Rubli-Gonzales produziert nicht nur für seine «Vegery» Brot, sondern beliefert auch noch den veganen Laden Vlinder beim Unteren Winkel. Zweimal in der Woche backt er Hamburger-Brote für die Bar und Restaurant «Santas Oase»im Stalden. Diese Nachfrage und auch die Laufkundschaft, die er in diesem Monat in seinem Laden hatte, stimmt ihn zuversichtlich, dass sein Konzept langfristig funktioniert.

Dank dem Erfolg wird die Vegery noch einen Monat länger als geplant, bis Ende Dezember, an der Berntorstrasse seine veganen Brote verkaufen.

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Autorin

Judith Frei

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