Solothurn
Hafebar startet in 20.Saison – «Vielen ist gar nicht bewusst, dass bereits so viel Zeit verstrichen ist»

Am Freitag beginnt die 20. Saison der Hafebar. Leiterin Stephanie Seiler über das Jubiläum und wie die Bar mit der Coronasituation klar kommt.

Interview: Fabio Vonarburg
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Seit fünf Jahren leitet Stefanie Seiler die Hafebar in Solothurn. Heuer steht sie und ihr Team vor einer speziellen Saison.

Seit fünf Jahren leitet Stefanie Seiler die Hafebar in Solothurn. Heuer steht sie und ihr Team vor einer speziellen Saison.

Tom Ulrich

Quasi aus einer Bieridee sei die Hafebar entstanden, erzählte Initiant Bruno Walter kurz vor der erstmaligen Eröffnung 2002. Diese «Bieridee» wird heuer 20 Jahre alt, und zeigt, wie die Zeit verrinnt. Auch wenn man der Bar von Aussen ihr Alter kaum ansieht. Hafebar-Leiterin Stephanie Seiler spricht über eine ganz spezielle Saison, die am Freitag beginnt. Wegen Corona vorerst aber nur als Take-Away-Betrieb.

Am Freitag schenkt ihr das erste Bier der Saison aus. Ist die Aufregung gross?

Stephanie Seiler: Immer wieder, jedes Jahr aufs Neue. Aber es ist jetzt meine fünfte Saison als Hafebar-Leiterin und es stellt sich Routine ein. So bin ich nicht mehr gleich nervös wie noch vor fünf Jahren.

Nun ist es nicht ganz eine Saison wie jede andere. Die Hafebar feiert dieses Jahr bereits ihren zwanzigsten Geburtstag.

Die Zahl ist wahnsinnig – vielen ist gar nicht bewusst, dass bereits so viel Zeit verstrichen ist. Es bedeutet mir viel, dass wir zum zwanzigsten Mal das Häuschen motiviert aufstellen und dann halt nicht so motiviert wieder abbauen. Man muss sehen, was wir hier jedes Jahr für einen Riesenaufwand betreiben. Es steckt viel Büez dahinter. Jeweils zwei bis drei Wochen brauchen wir bis alles steht. Und das Vollgas.

Ist das immer noch dasselbe Häuschen wie bei der ersten Saison?

Ja. Klar musste man seither ein paar Verbesserungen vornehmen. Grundsätzlich finde ich es faszinierend, dass man vor zwanzig Jahren ein Häuschen gestellt hat und es immer noch «verhett». Es zeigt auch, dass sich die Bar bewährt hat.

Die Hafebar im 2015

Die Hafebar im 2015

Hanspeter Bärtschi

Die «Hafebar» ist mittlerweile fast nicht mehr aus der Stadt wegzudenken. Was macht ihre Faszination aus?

Es ist ein Begegnungsort für alle. Wir sind offen und bieten Platz von Jung bis Alt und sind nicht Szenenabhängig. Ein Beispiel: An vielen Nachmittagen während der Saison kommt immer dieselbe ältere Dame bei uns vorbei und trinkt ein 2-dl-Glas Milch; am Abend sind es dann die Jüngeren, die bei uns etwas trinken. Es ist schön zu sehen, dass wir Queerbeet die unterschiedlichsten Gäste ansprechen. Und meine ganz persönliche Faszination für die Hafebar ist die wunderschöne Aussicht, die ich während der Arbeit die ganze Zeit über geniessen kann.

Vor zehn Jahren hat man den damaligen runden Geburtstag gross gefeiert. Ist dieses Jahr auch etwas geplant?

Geplant wäre viel. Wir möchten uns den zwanzigsten Geburtstag ungern nehmen lassen. Kommt jetzt natürlich darauf an, was wir letztendlich wegen Corona alles machen dürfen.

Können Sie verraten, was genau geplant ist, vorausgesetzt, es ist dann möglich?

Vorgesehen ist eine Feier vom 4. bis 6. Juni. Dazu haben wir tolle Bands eingeladen und mit der Band Supersiech haben wir einen Deal: Sie schreiben für die Hafebar einen Song.

Nebst dem allfälligen Fest, was ist sonst noch anlässlich des runden Geburtstags der Hafebar geplant?

Wir haben, meines Wissens zum ersten Mal, ein eigenes Hafebar-Bier. Dieses Getränk zum Jubiläum entstand in Zusammenarbeit mit der Öufi-Brauerei. Es ist das Rotbier, das es auch schon als Monatsbier gab. Die Etikette der Flasche haben wir selber kreiert - es zeigt passend zur Bar eine Matrosin.

Diese Saison ist nicht nur wegen dem Jubiläum speziell. Der zweite Grund ist aber weniger erfreulich - Corona. So ist derzeit nur der Take-Away-Betrieb erlaubt. Wie sieht das Konzept der Hafebar aus?

Statt in Gläsern geben wir die Getränke in Bechern heraus und die Fläschchen geben wir mit, was bedeutet, dass wir auf das Depot verzichten müssen. Zudem können wir die Tische und Stühle nicht aufstellen.

Hanspeter Bärtschi

Wie will man verhindern, dass es bei der Hafebar zu Menschenansammlungen kommt?

Das Aaremürli ist öffentlicher Grund. Heisst, ich darf den Leuten nicht vorschreiben, wo sie sitzen. Wir können nur auf unserem Grund schauen, dass es keine Ansammlungen gibt. Darum appellieren wir ganz stark an die Vernunft der Bevölkerung, dass sie sich selber an der Nase nehmen und zu ihrem eigenem Wohl keine Ansammlungen bilden.

Stand auch zur Diskussion die Bar erst später zu öffnen?

Wir haben dieses Thema im Team ausgiebig diskutiert. Letztlich haben wir uns gesagt, wir probieren es und schauen, wie es herauskommt. Wir hoffen, dass die Massnahmen nicht die ganze Zeit kurzfristig ändern, so wie dies im letzten Jahr der Fall war.

Es ist bereits die zweite Saison im Schatten der Pandemie. Hat die Hafebar unter Corona gelitten?

Wir hatten trotz der Pandemie einen guten Sommer, was auch daran lag, dass viele zuhause blieben, anstatt in die Ferne zu fahren. Die Hafebar gehört zum Restaurant Vini, das derzeit geschlossen bleiben muss. Dementsprechend willkommen sind uns die Einnahmen aus der Hafebar.




Hanspeter Bärtschi

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