Solothurn
Ganz knapp braucht es einen zweiten Wahlgang für das Vizestadtpräsidium

Sowohl Pascal Walter wie Laura Gantenbein verpassen das absolute Mehr. Walter fehlten lediglich 28 Stimmen.

Fabio Vonarburg
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Pascal Walter und Laura Gantenbein gratulieren sich gegenseitig.

Pascal Walter und Laura Gantenbein gratulieren sich gegenseitig.

Hanspeter Bärtschi

Enge Duelle um das Vizestadtpräsidium ist man sich in Solothurn schon beinahe gewohnt. Vor vier Jahren brauchte es einen zweiten Wahlgang und nun erneut: Bei den Wahlen von gestern Sonntag holte der bisherige Vizestadtpräsident Pascal Walter (CVP) 3389 Stimmen und seine Herausforderin, Laura Gantenbein (Grüne), 3209 Stimmen. Damit verpassten beide das absolute Mehr von 3417 Stimmen. Dies bei 235 leeren und 47 ungültigen Stimmen.

Stadtschreiber Hansjörg Boll fasste es bei der Verkündung der Resultate wie folgt zusammen: «Auch ihr dürft nochmal.» Der zweite Wahlgang ist auf den 26. September festgelegt.

Wie ein Penaltyschiessen, das bei 0 zu 0 beginne

Es hätte allerdings nicht viel gebraucht und es hätte keinen zweiten Wahlgang gebraucht. Lediglich 28 Stimmen fehlten Pascal Walter zur Wahl. Ärger über das knappe Verpassen war bei ihm aber keinen zu verspüren. «Ich bin zufrieden, dass ich vorne liege», sagte Pascal Walter. Betonte aber im gleichen Atemzug, dass dies kein Vorteil sei, dass alles wieder von vorne losgeht.

«Es ist nicht so, dass ich mit einem 1:0 in die zweite Halbzeit steige», zog Walter im Sinne der laufenden Fussball-Europameisterschaft den Vergleich:

«Es ist nun vielmehr das Penaltyschiessen, das bei 0 zu 0 beginnt.»

Ein Wahl-Penaltyschiessen erlebte Walter bereits vor vier Jahren. 2017 setzte er sich im zweiten Wahlgang gegen Heinz Flück (Grüne) durch. Klar hofft der bisherige Vizestadtpräsident auf ein Déjà-vu.

«Es ist eine spannende Ausgangslage, die mich motiviert»

Dieses abwenden will Laura Gantenbein, die ihren Rückstand auf Walter von 180 Stimmen nicht als schlechtes Omen deuten will. Sie freue sich über das Resultat, darüber, dass sie so nah dran sei. «Es ist eine spannende Ausgangslage, die mich motiviert», sagte Laura Gantenbein. «Wir Grünen sind jetzt gefordert, nochmal etwas mehr zu machen. Um mich und die Positionen, die ich vertrete, den Wählerinnen und Wählern noch besser zu vermitteln.»

Beide Kandidierenden sind nun sehr lange im Wahlkampf. Beide haben heuer nebst den Vizestadtpräsidiumswahlen die Gemeinde- und die Kantonsratswahlen hinter sich. «Ich bin nun seit 10 Monaten im Wahlkampf», sagte Laura Gantenbein, die einst das Stadtpräsidium anstrebte, bevor sie zu Gunsten von Stefanie Ingold (SP) auf das Vizestadtpräsidium umschwenkte. Sie habe viel gelernt in dieser Zeit. Und Pascal Walter will nun einen Moment durschnaufen: «Ich freue mich jetzt auf eine kurze Pause.» Bevor es dann wieder richtig losgeht – das zweite Kapitel des Wahlkrimis um das Vizestadtpräsidium.