Solothurn
Frühlingsputz in der Baumkrone: Krähennester werden entfernt

In der Vorstadt in Solothurn wurden die Platanen von den Krähennester befreit und Astgabelungen entfernt.

Judith Frei
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Gesichert mit einem Seil werden die Arbeiten in der Baumkrone gemacht.

Gesichert mit einem Seil werden die Arbeiten in der Baumkrone gemacht.

Hanspeter Bärtschi

Mit den Krähen über dem Kreuzackerplatz: Am Donnerstag und Freitag waren beim Kreuzackerplatz und an der Bürenstrasse keine Krähen, Tauben oder Möwen in den Platanen zu sehen, sondern Menschen, die sich bis auf die äussersten Äste hinauswagten. Diese waghalsigen Stunts wurden nicht vom Werkhof gemacht, sondern eine dafür spezialisierte Firma erledigt diese Arbeiten.

Dabei werden nicht primär die Bäume geschnitten, sondern: «Die Firma hat den Auftrag die Krähennester zu entfernen», erklärt der Leiter des Werkhofs, Patrick Schärer. Das wird nicht jedes Jahr gemacht, sondern nur wenn es wieder aussergewöhnlich viele Nester in den Baumkronen hat. «Wir haben viele Reklamationen von Anwohnern erhalten», erklärt Schärer diese Massnahme. Gestört fühlten sich die Anwohner durch den Kot und den Lärm.

«Das ist eigentlich eine Sisyphusarbeit»

Es sei nur bis Ende Februar erlaubt, die Nester von den Bäumen zu holen, gleichzeitig werden Astgabelungen geschnitten, damit das Nisten für die Vögel schwieriger wird. Bis heute sind 15 bis 20 Nester aus den Platanen entfernt worden. «Das ist eigentlich eine Sisyphusarbeit», sagt Schärer. Die Krähen seien clevere Tiere und würden schnell wieder Auswege finden.

Auch der Schweizer Tierschutz schreibt in ihrem Merkblatt über die Krähen, dass diese Methode kostspielig sei: «Die entfernten Nester werden rasch wieder ersetzt.» Aber auch der Tierschutz räumt ein, dass die Krähen «laut sein können, sie können ungeschützte Abfallsäcke beschädigen, um an Futter zu gelangen und ihr Kot kann örtlich zu Verschmutzung führen». Es gäbe keine nachhaltige Lösung, die Population im Siedlungsgebiet zu kontrollieren, die Krähen sind «langfristig Teil der unmittelbaren Nachbarschaft». Der Tierschutz empfiehlt, durch Information das Verständnis und Interesse für die Vögel zu wecken.

Neben dem Entfernen der Nester werden im Moment in der ganzen Stadt Bäume und Sträucher geschnitten. Diese jährlich wiederkommenden Arbeiten verrichten die Gärtner des Werkhofes. Gestern waren sie in der Weststadt am Schneiden. Diese Arbeiten in der Stadt werden Ende März abgeschlossen sein.

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