Bundesfeier
Solothurn feiert 1. August: «Intensiverer Austausch mit den Welschen soll Zusammenhalt stärken»

Das reinigende Gewitter war bereits vorbeigezogen, als in der Stadt die 1.-August-Feier begann. Festrednerin war die frisch gewählte Gemeinderätin der Grünen, Laura Gantenbein. Wie es sich für die schönste barocke Stadt der Schweiz gehört, war das barocke Feuerwerk einer der Höhepunkte des Festakts.

Hans Peter Schläfli
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Just nachdem der Regen vorbeigezogen war, begann in Solothurn die Bundesfeier. Diese wurde wie jedes Jahr beim Soldatendenkmal am Vaubanweg abgehalten.
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Festrednerin Laura Gantenbein.
Zu einer gelungenen Bundesfeier gehört auch eine feine Bratwurst.
Knirps mit seinem orangen Lampion.
1. August Solothurn

Just nachdem der Regen vorbeigezogen war, begann in Solothurn die Bundesfeier. Diese wurde wie jedes Jahr beim Soldatendenkmal am Vaubanweg abgehalten.

Hanspeter Schläfli

Gemütlich mit einer Bratwurst, Kartoffelsalat und einem Bierchen begann die Bundesfeier vor dem Soldatendenkmal. Ab neun Uhr tröpfelten die Leute ein, um sich vor der Schanze die besten Plätze mit freier Sicht auf das Feuerwerk zu ergattern. Bald darauf brachten die Tambouren und die Brass Band Solothurn das Fest mit ihren Vorträgen in Schwung.

Zurückhaltend bescheiden war das Festzelt, in dem Stadtschreiber Hansjörg Boll höchstpersönlich die Lampions anzündete und die Zettel mit den beiden ersten Strophen der Nationalhymne verteilte. Während viele andere Gemeinden versuchen, mit weitherum bekannten und etablierten Namen das Interesse für ihre Bundesfeier zu steigern, geht die Stadt einen ganz anderen Weg.

Turnusgemäss war die Grüne Partei an der Reihe, eine Festrednerin zu bestimmen. Die Wahl fiel auf die Gemeinderätin Laura Gantenbein, die am Beginn ihrer politischen Laufbahn steht.

Sie bezog sich zu Beginn ihrer Rede auf das Soldatendenkmal, in welches die 153 Namen der jungen Männer aus Solothurn gemeisselt sind, die im Ersten Weltkrieg – also vor exakt 100 Jahren – ihr Leben während des Dienstes an der Grenze verloren. Sie wünschte sich, dass sich die Schweiz aktiver in der Friedenspolitik engagieren solle, damit so etwas nie wieder passiert.

«Alle für einen, einer für alle»

Über den Leitspruch, «Alle für einen, einer für alle», schlug sie den Bogen zur kommenden Abstimmung über die AHV-Reform. Sie forderte alle auf, sich an der Abstimmung zu beteiligen. «Unser Solidaritätsprinzip ist beispiellos, und ich bin stolz darauf, in einem Land leben zu dürfen, das eine so nachhaltige Erfindung wie die AHV für seine Bevölkerung ins Leben gerufen hat.»

Um den Zusammenhalt in der Schweiz, einer Willensnation, zu stärken, solle man sich mit den Welschen intensiver austauschen. Dazu sei Solothurn – oder eben Soleure – geradezu prädestiniert. «Unsere Kinder sollen auch in Zukunft französisch reden können», forderte Laura Gantenbein.

Ganz zum Schluss ihrer Rede zeigte die junge Gemeinderätin ihre grüne Seite. «Wir haben nur eine Welt, und was wir hier tun, das hat Folgen an einer anderen Stelle auf der Welt.» Dann zitierte sie ein arabisches Sprichwort: «Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten machen viele kleine Sachen, und zusammen werden sie so das Gesicht dieser Erde verändern.»

Den unspektakulären Festakt beim Soldatendenkmal schlossen wieder der Tambourenverein und die Brass Band Solothurn mit der Nationalhymne ab. Kurz nach zehn Uhr dann der langersehnte Höhepunkt des Abends. In vier Staffeln wechselten sich das barocke Feuerwerk und die «normalen» Raketen mit den «Aahhs und Oohs» der Zuschauer ab.

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