Solothurn
«Wirthen»-Wirt gibt nach 15 Jahren den Schlüssel ab: «Es war ganz klar ein Kopfentscheid»

Nach 15 Jahren gibt Chris van den Broeken den Schlüssel zum Restaurant und Hotel Zunfhaus zu Wirthen weiter. Über den Betrieb an der Hauptgasse wurde schweizweit berichtet, da van den Broeke während der Coronaschliessungen originelle Konzepte wie Homeoffice im Hotelzimmer entwickelt hatte.

Judith Frei
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Der Pachtvertrag von Chris van den Broeke läufe Ende Jahr aus.

Der Pachtvertrag von Chris van den Broeke läufe Ende Jahr aus.

Hanspeter Bärtschi

Wieso hören Sie nach 15 Jahren als Betreiber des Restaurants und Hotels Zunfthaus zu Wirthen auf?

Chris van den Broeke: 15 Jahre sind eine lange Zeit und auch ich werde 50 Jahre alt (lacht). Der Pachtvertrag läuft Ende Jahr aus und jetzt habe ich noch die Möglichkeit etwas anderes zu machen. Es war aber ganz klar ein Kopfentscheid.

Chris van den Broeke

Chris van den Broeke

Wolfgang Wagmann

Hat die schwierige Coronazeit dazu beigetragen, dass Sie jetzt diesen Entscheid gefällt haben?

Das hat sicher dazu beigetragen. Wir waren ja zweimal geschlossen und da hat man plötzlich Zeit für neue Gedanken. Ich habe realisiert, dass es noch etwas anderes als die Arbeit gibt. Mit meinen anderen Betrieben, der Badmeister Sommer Lounge und dem Winter Wunderland arbeitete ich oft 7 Tage in der Woche à 10 Stunden. Es war aber kein finanzieller Entscheid. Dank den Unterstützungsgeldern ist das zu Wirthen gut aufgestellt.

Was war ihr Highlight in den letzten 15 Jahren im Zunfthaus zu Wirthen?

Da gibt es kein einzelnes Highlight, aber viele Kleine. Als ich vor 15 Jahren den Betrieb übernommen habe, war er marode – auch die Infrastruktur. Wir konnten aber sehr schnell den Umsatz verdoppeln und haben viel in die Infrastruktur investiert. Das Hotel war ursprünglich ein Zweisternenbetrieb, jetzt haben wir drei Sterne und einen wunderschönen Betrieb mitten in Solothurn.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft für das zu Wirthen?

Ich wünsche mir, dass ein verantwortungsvoller Pächter übernimmt, der das Hotel und Restaurant mit Herzblut betreibt. Ich hoffe auch, dass er ein Traditionsbewusstsein hat und dass es weiterhin der Treffpunkt der Bruderschaft und der Studentenverbindung bleibt und dass die Belegschaft so weiter bestehen kann wie anhin.

Hanspeter Bärtschi

Wie gross ist das Team des zu Wirten?

Wir haben 24 Mitarbeitende. Ein Team ist der wertvollste Schatz, den ein Betrieb haben kann.

Werden Sie der Solothurner Gastrowelt weiterhin erhalten bleiben?

Natürlich. Mit dem Winter Wunderland auf dem Dornacherplatz und dem Badmeister Sommer Lounge an der Aare habe ich einen Winter- und Sommerbetrieb. Und falls bis Ende Jahr der Verwaltungsrat keine Nachfolge für mich findet, dann bin ich bereit auch wichtige Anlässe wie die Fasnacht nächstes Jahr im zu Wirthen noch zu machen