«Die Konditorei»

Solothurn erhält vier Langzeit-Hotelzimmer zum «Bache»

Die «Suteria» an der Schmiedengasse ist in Solothurn eine stadtbekannte Adresse - nun wurden in den Obergeschossen Longstay-Hotelräume realisiert. Und zwar unter dem sinnigen Namen «Die Konditorei».

So nennt sich Solothurns neustes Übernachtungsangebot an der Schmiedengasse 20. Nomen est omen, denn weiterhin befindet sich dort das Verkaufslokal der «Suteria» mit dem legendären Solothurner Kuchen. «Erfunden» wurde er 1915 in der Backstube von Albert Studer im ersten Geschoss.

Vor 24 Jahren wurde sie aufgegeben, auch die Lagerräume und Manfi Suters Büro, der hier 1975 die «Suteria» begründet hatte, standen leer. Zuletzt erwarben Carlos Vidal und Michael Sattler mit ihrer Immobilienfirma Home-4-you das schmale Altstadthaus. «Der Umbau dauerte ein halbes Jahr», freut sich Vidal über das Hotellerie-Projekt. Die «Suteria» verkauft als Mieterin im Parterre ihre Süssigkeiten; oben dagegen wurden auf fünf Stockwerken drei Zimmer und eine Duplexwohnung im Dachgeschoss eingerichtet.

Nomen est Omen

«Die Geschichte des Hauses ist sichtbar geblieben», findet Claudia Späti aus Bellach, welche für die Inneneinrichtung der Zimmer verantwortlich zeichnete. Jedes ist in an anderen Farben gehalten und trägt einen Namen, bezogen auf die Vergangenheit: «Backstube» oder «Macaron» etwa steht über den Betten.

Alte Mauernischen sowie die erhaltenen Riemen- und Keramikplatten-Böden ergeben eine perfekte Abrundung zur modernen Inneneinrichtung der vier Räume, die ab sofort über den neuen Betreiber und Mieter, das Hotel an der Aare in der Vorstadt, vermarktet werden.

Dem Wohnungsmarkt nicht entzogen

Hotelier Roland Furrer, der mit dem Stammhaus im Alten Spital und dem «Bären» bereits über 40 Zimmer verfügt, sieht Potenzial für die neuen vier Einheiten in der Altstadt: «Wir hatten für Langzeit-Unterkünfte immer wieder Anfragen, die wir im Hotel aber nicht befriedigen konnten.» Deshalb rechne er mit Synergien im dritten Haus, wenn er Gäste für mehre Monate oder gar länger mitten im Stadtzentrum unterbringen könne – vor allem Firmen seien daran interessiert. 1500 bis 1600 Franken koste das Zimmer im Monat, «dafür erhält der Gast auch die üblichen Hotel-Dienstleistungen», kann Furrer bereits erste konkrete Buchungen vermelden.

Carlos Vidal bestätigt, dass das neue Longstay-Angebot eine spezielle Bewilligung erfordert habe. «Aber wir entziehen das Haus damit ja nicht dem Wohnungsmarkt.» Denn der Einbau von regulären Wohnungen sei im nur wenige Meter breiten Gebäude kaum zu realisieren gewesen.

Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

Meistgesehen

Artboard 1