Solothurn
Sommerfilme auf der Krummturmschanze: Eine Filmauswahl in Zeiten von Corona

Eva Gauch und Barbara Gnägi haben dieses Jahr das Programm für die Sommerfilme zusammengestellt. Sie erklären, auf was sie bei der Auswahl achten und welchen Einfluss Corona auf den Prozess hatte.

Judith Frei
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Eva Gauch und Barbara Gnägi reden über die Sommerfilme.

Eva Gauch und Barbara Gnägi reden über die Sommerfilme.

Hanspeter Bärtschi

Dass dieses Jahr die grosse Leinwand auf der Krummturmschanze aufgestellt wird, wurde kurzfristig nach den Lockerungen Ende Frühling beschlossen. Das Programm für die 25. Ausgabe der Solothurner Sommerfilme ist daher unter anderen Umständen zu Stande gekommen als in den vorangehenden Jahren. Nicht nur, weil schnell ein Programm auf die Beine gestellt werden musste, sondern weil sich die Filmwelt während Corona verändert hat.

Eva Gauch, Betriebsleiterin, und Barbara Gnägi, Bereichsleiterin Seminare und Gastronomie des Alten Spitals, haben für diesen Sommer die Filme ausgewählt. Vor Corona waren bei der Auswahl bis zu sechs filmaffine Personen beteiligt, der Auswahlprozess startete jeweils gerade nach den Sommerfilmen im August nach dem Motto: «Nach dem Open-Air-Kino ist vor dem Open-Air-Kino.»

Meistens haben sie eine Liste von 25 Filme

Während des ganzen Jahres werden normalerweise Vorschläge gesammelt und im April sitzt die Gruppe zusammen und einigt sich, welche Filme gezeigt werden. Meistens haben sie eine Liste von 25 Filmen, die dann mit der Zeit immer kürzer wird. «Jeder legt sich für seine Vorschläge ins Zeug, was zum Schluss rauskommt, ist nicht vorhersehbar», erklärt Gauch.

Schon letztes Jahr ist das Programm schnell zusammengestellt worden, denn bis im Juni war es nicht sicher, ob der Anlass überhaupt stattfinden kann. Damals hatten sie an das Programm zusätzlich den Anspruch, dass möglichst positive Geschichten gezeigt werden. «Wir wollten in dieser schwierigen Zeit unser Publikum aufstellen», erklärt Gauch.

Diesen Sommer waren die Umstände noch etwas anders: Eine grosse Auswahl für die diesjährige Sommerfilmeausgabe gab es nicht. «Die Kinos waren letztes und dieses Jahr lange geschlossen. Am längsten waren sie im vergangenen Herbst offen», sagt Barbara Gnägi. Dank ihrer Leidenschaft für Filme ist sie schon längere Zeit in der Auswahlgruppe. Viele angekündigte Produktionen sind zum Schluss gar nicht auf der grossen Leinwand erschienen, sondern wurden über einen Streaming-Anbieter veröffentlicht. «Diese Filme fallen dann für uns weg, da sie gar nicht verliehen werden», erklärt Gauch.

Das Programm ist schnell gestanden

Trotz dieser widrigen Umstände: «Wir haben schnell bemerkt, dass das Programm eigentlich schon steht», erinnert sich Gauch. Auch in dem kurzen Fenster sind Filme erschienen, die den Ansprüchen der Sommerfilme entsprechen. «Ich wusste beispielsweise sofort, dass ‹Master Cheng› ein Film ist, den ich auf der Krummturmschanze sehen will», sagt Gnägi mit Begeisterung. Dieser Film hat sie letzten August gesehen. Es sei ein Film mit leisen Tönen, der die Beziehung zwischen einem chinesischen Koch und einer finnischen Restaurantbesitzerin in Lappland erzählt.

Die Filme, die im Rahmen der Sommerfilme gezeigt werden, sollten einen gewissen Standard haben, erklärt Gauch.

«Wir würden nicht einfach eine Blödelkomödie ohne Botschaft zeigen»,

sagt sie. Der Film soll eine Botschaft haben, die auch zum Alten Spital passe. «Für uns sind Themen wie Rassismus ein Thema, das wir gerne aufnehmen», sagt die Betriebsleiterin. Gleichzeitig sollen die Filme aus verschiedenen Weltregionen kommen und verschiedene Genres abdecken.

Viele Solothurnerinnen und Solothurner würden sich in dieser Woche alle Filme anschauen, weiss Gauch. Das Programm sollte daher möglichst abwechslungsreich sein. Am Anfang kommen eher die ruhigeren und kürzeren Filme. Gegen Schluss werden die Filme mit einer längeren Spielzeit und einer grösseren Anziehungskraft gezeigt. «Es ist kein Zufall, dass wir ‹The Father›, in dem Anthony Hopkins die Hauptfigur spielt, am Freitag zeigen», so Gauch.

«Ich freue mich dieses Jahr speziell auf die Filme ‹Master Cheng› und ‹El robo del siglo›», sagt Barbara Gnägi. Eva Gauch will sich aber nicht festlegen: «Ich habe nie einen Lieblingsfilm. Ich kann allen Filmen etwas abgewinnen und freue mich auf die ganze Woche.»

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