Solothurn
Ein Schritt in Richtung Normalisierung: Gemeinderat politisiert nun wieder in seinem «Zuhause»

Beinahe anderthalb Jahre ist es her, als der Solothurner Gemeinderat sich zuletzt im Gemeinderatssaal traf. Covid-bedingt diskutierten die Mitglieder im Kantonsratssaal oder im grossen Saal im Landhaus. Heute Dienstag kehrt man zurück.

Fabio Vonarburg
Drucken
Teilen
Seit mehr als einem Jahr nahm der Gemeinderat hier nicht mehr Platz.

Seit mehr als einem Jahr nahm der Gemeinderat hier nicht mehr Platz.

Hanspeter Bärtschi

Für einige ist es heute eine Premiere. Etwa für Stefanie Ingold (SP) und Markus Schüpbach (FDP). Zum ersten Mal nehmen sie als Gemeinderätin respektive Gemeinderat Platz im Gemeinderatssaal. Nicht, weil es die erste Sitzung der neuen Legislatur ist – diese war am 6. Juli. Sondern weil covid-bedingt der Gemeinderat zuletzt in anderen Räumlichkeiten tagte.

Als Corona im Frühling 2020 zum grossen Thema wurde, musste die Gemeinderatssitzung vom 24. März 2020 wegen der ausserordentlichen Lage abgesagt werden. Ab dem 21. April desselben Jahres traf man sich wieder, jedoch im Kantonsratssaal, da es dort möglich war, den nötigen Abstand zu wahren. Einige Sitzungen später wechselte der Gemeinderat in den grossen Saal im Landhaus aus.

Der Gemeinderat tagte zuletzt im grossen Saal im Landhaus.

Der Gemeinderat tagte zuletzt im grossen Saal im Landhaus.

Michel Lüthi

Zwei Gründe hätten den Ausschlag gegeben, nun wieder in den Gemeinderatssaal zurückzukehren, führt Stadtschreiber Hansjörg Boll aus. Im Moment gebe es wieder vermehrt Anfragen, um den grossen Saal im Landhaus zu mieten. «Das Ziel ist, dass dieser möglichst der Bevölkerung zur Verfügung steht.» Zweitens hatten nun viele die Möglichkeit, sich zu impfen. «Nachdem auch der Kanton entschieden hat, dass der Kantonsrat wieder in den Kantonsrat zurückkehrt, haben wir gedacht, das können wir auch.» Dies solle auch einen Schritt in Richtung Normalisierung dokumentieren, so Boll. Organisatorisch sei es nun wieder einfach, sagt der Stadtschreiber weiter zur Rückkehr. Und:

«Irgendwie gehört der Gemeinderat einfach in den Gemeinderatssaal.»

Noch nicht vollständig zurück zur Normalität

Ganz in der Normalität angekommen, ist man allerdings noch nicht. Auch im Gemeinderatssaal gelten noch Covid-Massnahmen. Entweder müssen alle Gemeinderätinnen und Gemeinderäte ein gültiges Covid-Zertifikat haben, ansonsten gilt weiterhin die Maskenpflicht. Eine solche gilt auch für Gäste, die der Sitzung beiwohnen möchten. Wie auch das Desinfizieren der Hände und die Abgabe von Kontaktdaten.

Heute wäre es allerdings ein kurzer Besuch. Denn es handelt sich um eine Blitzsitzung. Angesetzt ist die Sitzung von 19 Uhr bis 19.30 Uhr. Zumindest der öffentliche Teil, in dem einzig ein Traktandum angesetzt ist. Debattiert wird über die Interpellation aus der SP-Fraktion. Es geht um die Renaturierung der Bäche im Gebiet der ehemaligen Deponie. Danach wird der Gemeinderat, inklusive der Ersatzmitglieder, über das Investitionsprogramm Hoch- und Tiefbau informiert. Diese Präsentation ist unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Einer wird jedoch an der heutigen Sitzung fehlen. Hansjörg Boll wird nicht teilnehmen. «Wenn ich mich richtig besinne, ist dies erst das zweite Mal», lacht er, der seit dem 1. April 2004 im Amt ist. Doch heute bevorzugt er den Besuch seiner eigenen Geburtstagsfeier. In diesem Sinne: Happy Birthday, Herr Stadtschreiber!

Aktuelle Nachrichten