Das Jahr 2018 wurde auch in der Region Solothurn als ausserordentlich warm und – etwas zu Unrecht – als trocken empfunden. Tatsächlich erreichte das Jahresmittel die bis anhin völlig unangetastete 12-Grad-Marke. Bisher stand die Rekordmarke bei 11,3 Grad. Übrigens: 2003 mit dem «Jahrtausendsommer» war gegen 2018 mit «nur» 10,8 Grad geradezu kühl ausgefallen.

Und das hat seinen Grund: Wohl war der Sommer damals massiv heisser als der jüngste gewesen, doch 2018 trugen die viel zu milden Wintermonate Januar und Dezember erheblich zum neuen Spitzenwert bei. Tatsache ist aber auch: Bis auf die etwas zu kühlen Monate Februar und März übertrafen alle andern zehn Monate deutlich die langjährigen Monatsmittel, und zwar meist gleich um 2,3 oder sogar noch mehr Grad.

Zwei ganz nasse Monate

Spätestens im Sommer war die Trockenheit fast in der ganzen Schweiz ein Thema geworden – manifestiert vor allem durch die ausgefallenen 1.-August-Feuerwerke. Tatsächlich blieben die Regenmengen bis in den August nicht wesentlich unter der Norm, trotz des extrem regenarmen Aprils.

Richtig trocken wurde es erst im Herbst, denn die Monate September, Oktober und November kamen in der Regensumme addiert nie auch nur annähernd auf ein durchschnittliches Monatsmittel. «Gerettet» wurde das Jahr 2018 durch die zwei Extrem-Monate Januar und Dezember, die allein fast die Hälfte der leicht unterdurchschnittlichen Jahres-Regenmenge von 1264 Litern pro Quadratmeter im Wallierhof Riedholz beisteuerten (vgl. Tabelle).

Ein Winter fast ohne Schnee

Der viel zu milde Januar – er war mit plus 5,5 Grad fast 6 Grad zu warm – begann mit einem Paukenschlag: Am 3. Januar fegte der Wintersturm Burglind auch über Solothurn und sorgte für viele umgestürzte Bäume und etliche beschädigte Dächer. Am meisten Schnee gab es dann erst Anfang März, obwohl der Februar recht kühl ausgefallen war und für eine «durchzogene» Fasnacht gesorgt hatte.

Der Frühling nahm Fahrt auf

Der März als zweiter zu kühler Monat im Jahr zerriss in Sachen Frühling noch keine Stricke, und die Ostertage zum Monatswechsel blieben noch vorwiegend feuchtgrau. Doch einmal mehr sorgte ein sehr trockener, sonniger April für baldige Frühlingsgefühle – konnte die Hafebar doch nach ihrer Eröffnung Mitte Monat bis im Mai jeden Tag öffnen.

Auch der April lag mit einem Plus von fast 4 Grad weit über der langjährigen Norm und trug mit einer ungestörten Blüh-Phase wesentlich zum reichen Obstsegen im Herbst bei.

Der Mai dagegen war ein «wüchsiger» Monat mit genug Regen, aber auch anständig Sonnenschein und ergo ebenfalls klar wärmer als üblich.

Ein Bilderbuchsommer

Der Juni stellt jeweils die Weichen für den Fortgang des Sommers. Das war schon im «Jahrtausendsommer» 2003 so, als der Juni damals mit einem Monatsmittel von 23,7 Grad in Solothurn den bisher absolut heissesten Rekordmonat überhaupt ablieferte. Nun, 2018 lief alles viel moderater ab, doch dieser Juni knackte die 20-Grad-Marke locker mit schönem, sonnigen Sommerwetter vor allem in der zweiten Monatshälfte. Anfangs Juli sorgten einige gewittrige Starkregen-Ereignisse dafür, dass die Trockenheit in der Region noch nicht so rasch um sich griff wie andernorts. Allerdings fehlte den ganzen Sommer über der ein- bis zweitägige Landregen. Dieser hält den Boden viel besser feucht als eine vielleicht einstündige «Sintflut» mit enormen Mengen, die so rasch wieder «den Bach hinabgehen» wie sie gekommen sind.

Als es trocken wurde

Ende Juli waren die Böden bereits so ausgetrocknet, dass auf den 1. August ein allgemeines Feuer(werks)-Verbot erlassen wurde. Auch der August blieb wie der Vormonat über der 20-Grad-Marke, und die Aare übertraf an Spitzentagen sonst kaum jemals erreichte 24 Grad. Damit schrammte man gerade noch knapp an grösseren Fischsterben vorbei, wie sie am Rhein aufgetreten waren. Noch Ende September lud die Aare mit 20 Grad zum Baden ein, und so fiel auch die Badi-Bilanz mit über 160'000 Gästen sehr gut aus.

Akzentuiert setzte sich die Trockenheit in den drei Herbstmonaten fort: Allesamt waren sie zwischen 1,1 und 2,7 Grad zu warm, dabei blieben die Regenmengen äusserst bescheiden. Auch früher Schnee fiel gar keiner.