Solothurn
Baustart im Brühl und in der Vorstadt: Wenn das Schulhaus zur Baustelle wird

Am Montag beginnen die Bauarbeiten beim Schulhaus im Brühl und auf dem Areal der Schulanlagen Vorstadt.

Judith Frei
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Schulhaus Vorstadt Visualisierung

Schulhaus Vorstadt Visualisierung

zvg/ Visualisierung

Nächste Woche fangen die Frühlingsferien an, doch im Brühl und in der Schulanlage Vorstadt wird damit keine Ruhe einkehren. Im Gegenteil: Dort werden statt Primarschüler Handwerker ein und aus gehen. Dass die beiden Grossprojekte gleichzeitig beginnen, war nicht so geplant. Die Baubewilligung für den Neubau beim Schulhaus Brühl wurde Anfang August 2019 eingereicht, eine Einsprache verhinderte den planmässigen Baustart.

Schulhaus Brühl Visualisierung

Schulhaus Brühl Visualisierung

zvg/ Visualisierung

Im Brühl wird ein Neubau für einen Doppelkindergarten, eine Tagesschule und einen Spielplatz gebaut. Die Baustelle wird gesichert und zur Schulanlage abgegrenzt sein, so kann der Schulbetrieb während der gesamten Bauphase in Betrieb bleiben. In der Vorstadt verhält sich das ein wenig anders: Die gesamte Anlage ist sanierungsbedürftig und umfasst den Neubau eines Dreifachkindergartens und Spezialräumen, einen neuen Spielplatz für Kindergartenkinder, die Sanierung und energetische Aufwertung aller Gebäude und zu guter Letzt die Aufwertung des bestehenden Aussenraums mit einem neuen Sportplatz. Diese Arbeiten dauern bis Herbst 2024, und bis dann soll der Schulbetrieb aufrechterhalten bleiben. Die Bauarbeiten werden dabei in vier Etappen realisiert.

Die Baustelle ist eine Chance für den Unterricht

Michèle Tschumi ist Schulleiterin des Schulhauses Vorstadt. Neben ihrer Kernaufgabe die Schule zu führen, muss sie sich nun auch mit baulichen Themen auseinandersetzen. «Seit meinem Stellenantritt im März 2019 nehme ich immer wieder an Bausitzungen teil», sagt sie und ergänzt:

«Ich freue mich, dass es nun endlich konkret wird und losgeht.»

Für die nächsten drei Jahren gibt es neue Herausforderungen bei der Schulraumplanung: «Während der Sanierung des Haupttrakts werden zwei der sechs Klassen für ein Schuljahr in einem anderen Schulhaus unterkommen», erklärt die Schulleiterin. Wo die beiden Klassen platziert werden, ist noch nicht klar, da mehrere Bauprojekte in die gleiche Zeit fallen.

Der Neubau wird im Schuljahr 2022/23 als Provisorium für vier Klassen genutzt werden können, bevor er 2024 als Kindergarten genutzt wird. Die Tagesschule kann während der ganzen Zeit auf dem Areal bleiben können. Der Neubau des Kindergartentrakts wird aus sämtlichen Klassenzimmern gut sichtbar sein.

Baustelle wird auch im Unterricht behandelt

«Fahrzeuge, Bagger und Handwerker wirken für viele Kinder wie ein Magnet», erklärt Tschumi. So wird die Baustelle den Schulalltag beeinflussen. Dies sieht sie aber als eine Chance: «Die Baustelle soll jedoch keinesfalls als Ablenkung oder gar Störung wahrgenommen werden, sondern Thema des kommenden Schuljahres sein.» So wird mit den Schülerinnen und Schülern die Entstehung beobachtet und dokumentiert. «Wer hat dieses Thema und Angebot schon auf dem Areal?», sagt sie. Ein Highlight wird für sie, wenn im Herbst die Klassen durch den Rohbau geführt werden.

Wenn die Sanierungs- und Bauarbeiten 2024 fertig sind, heisst das vor allem eines: mehr Platz für alle. Es gibt mehr Gruppenräume für die Klassen und ein Teamzimmer für die 20 Lehrpersonen. Auch die sanitären Anlagen haben eine Sanierung nötig. Der Hauswart habe sogar Mühe, bei einem Defekt die passenden Ersatzteile zu finden. «Letzten Sommer durfte ich eine Klassenzusammenkunft durchs Schulhaus führen, welche unmittelbar nach der Erstellung in den 50er-Jahren im Vorstadtschulhaus zur Schule ging», erzählt Tschumi. «Sie erkannten noch alles und meinten, das seien noch die WCs von damals.»

Über Zufahrtsstrassen und Ökologie

Photovoltaik-Anlage auf den Dächern

Der Bau im Brühl wird den Anforderungen von Minergie P Eco entsprechen. Auf dem Dach des Neubaus wird eine Photovol­taik-Anlage erstellt, die mit einer Fläche von 450 Quadratmetern einen grossen Teil des Strombedarfs des Neubaus sowie der bestehenden Schulanlage Brühl abdecken kann. In der Vorstadt wird der Neubau gemäss den Anforderungen Minergie A Eco realisiert und zertifiziert. Auch hier wird eine Photovoltaik-Anlage mit einer Fläche von 360 Quadratmetern zur teilweisen Deckung des Strombedarfs der Schule installiert. Bei den zwei Grossprojekten werden die Baustellenzufahrtsstrassen für private Fahrzeuge sowie für sämtliche Sicherheits- und Werksfahrzeuge gewährleistet sein; mit Behinderungen sei zu rechnen, teilt die Stadt mit. Im Brühl wird die Baustelle über die Brühlstrasse angefahren. Zwei Parkplätze werden aufgehoben. Die Zufahrt zum Primarschulhaus Brühl mit den Parkplätzen auf der Seite der Brunngrabenstrasse ist von den Bauarbeiten nicht betroffen und kann uneingeschränkt genutzt werden. In der Vorstadt erfolgt die Zufahrt über den Hilariweg. (jfr)

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