Solothurn
Die Jazz Matinee im Restaurant Chutz ist zurück: Aufwachen mit Jazz, Kaffi und Gipfeli

Nach einer langen Coronapause fand am Sonntag die Jazz Matinee im Solothurner Restaurant Chutz wieder statt. Jazz-Begeisterte konnten der Musik von Racine Rhythm & Horns lauschen.

Judith Frei
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Ohne Klavier und Gitarre, dafür mit einer harmonischen Stimme und Trompete zieht Racine Rhythm & Horns die Zuhörerinnen und Zuhörer in ihren Bann.

Ohne Klavier und Gitarre, dafür mit einer harmonischen Stimme und Trompete zieht Racine Rhythm & Horns die Zuhörerinnen und Zuhörer in ihren Bann.

Judith Frei

Der Nebel hängt schwer über der Stadt, in den Gassen ist an diesem Sonntagmorgen noch kaum jemand. Doch am Landhausquai vor dem Restaurant Chutz ist reger Betrieb.

«Als wir vor eineinhalb Jahren die Lichtanlage versorgten, haben wir auch nicht geahnt, dass es so lange dauern wird», sagt Beat Meier, Vereinsmitglied vom Jazz im «Chutz». «Wir auch nicht», meint jemand aus dem Publikum. Jetzt gehört die Pause aber der Vergangenheit an: Die Jazz Matinee im Restaurant Chutz ist wieder zurück.

Eine Stimme als Harmonieinstrument

Der Auftakt macht die Band Racine Rhythm & Horns. «Eine Band ohne Harmonieinstrument, also kein Klavier oder keine Gitarre», erklärt Meier in seinen einführenden Worten, relativiert aber gleich wieder: «Das stimmt zwar so nicht ganz, die Stimme von Marianne Racine ist das Harmonieinstrument.»

Die Zürcherin Racine zeigt schon bei ihrem Stück: Ihre Stimme steht nicht immer im Zentrum, scheint manchmal gar die Trompete zu begleiten oder folgt dem Rhythmus des Basses. «Ich habe nicht gedacht, dass so viele Leute hier sitzen werden, ich habe gedacht, dass heute alle auf dem Weissenstein sind», sagt die gebürtige Schwedin Marianne Racine erfreut zur Begrüssung. Das Restaurant Chutz ist tatsächlich mit den kleinen Tischen vollgestellt. Daran sitzen Jazz-Begeisterte mit Kaffee und Gipfeli und klopfen im Rhythmus auf den Tisch oder wippen mit dem Oberkörper mit.

Rollentausch von Solist und Begleitung

«When the leaves come falling down in September», singt Racine das Lied von Van Morrison während es draussen immer heller wird und – obwohl es schon fast November ist – die Blätter noch immer von den Bäumen fallen.

«Stimme, Trompete und Baritonsax tanzend im Wechselbad und Rollentausch von Solist und Begleitung», steht im Bandbeschrieb. Weiter: Bei ihnen herrsche absolute Demokratie. Racine mit ihrer sympathischen Bühnenpräsenz lässt Platz für die anderen Musiker. So zieht der Bassist Patrick Sommer alle Blicke auf sich, als er ein Solo auf dem Sousafon liefert. Die Klänge von Daniel Baschnagel an der Trompete und Matthias Tschopp am Baritonsax verweben sich mit der Stimme der Sängerin. Und als Andi Wettsetin am Schlagzeug ein Solo gibt, schwappt der Kaffee am Nachbartisch über.

Sie seien sehr froh über den Zuspruch, den sie erfahren haben und dass so Viele den Weg ins Chutz gefunden haben, sagen Christoph Vonlanthen und Sigrid Lux von «Jazz im Chutz» unisono. «Livemusik ist einfach etwas anderes, als Musik aus der Konserve», meint Lux begeistert.

Das nächste Konzert findet am 21. November mit Roberto Bossard New Group statt.

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