Solothurn
Brille auf: «Adventure Rooms» lockt nun auch mit virtuellen Abenteuern

«Adventure-Rooms» hat in Solothurn das Angebot ausgebaut. Es gibt auch Rätsel in der virtuellen Welt zu lösen.

Fabio Vonarburg
Merken
Drucken
Teilen
Hier versucht Redaktor Fabio Vonarburg, von einer Insel zu entkommen.

Hier versucht Redaktor Fabio Vonarburg, von einer Insel zu entkommen.

Hansjörg Sahli

«Wo ist mein Körper hin?», fragt die Kollegin in die Runde und ich schaue an mir runter. Auch ich habe mich aufgelöst, sieht man von Händen ab, die aber eher jenen eines Roboters ähneln als meinen. Meine beiden Kolleginnen sehe ich allerdings, auch wenn sie sich in eine Art Comicfiguren verwandelt haben, mit einem interessanten Kleidergeschmack.

Wir befinden uns zu dritt in einem Flugzeug, das mitten durch ein Gewitter fliegt. Es kracht, ich laufe zu einem Fenster, bücke mich, schaue hinaus. Das Wasser kommt näher ... und dann ist es plötzlich dunkel. Als wir wieder klar sehen, sind wir auf einer tropischen Insel, offenbar im Nirgendwo. Am Strand liegen Flugzeugwrackteile, die von unserem Absturz zeugen. Nun heisst es, irgendwie zu überleben. Und: einen Weg von dieser Insel zu finden.

Adventure-Rooms gehen neue Wege

Seit 2016 gibt es in Solothurn die Adventure-Rooms. Zuerst im Untergeschoss des Volkshaus, seit Ende 2019 ist das Freizeitangebot an der Poststrasse 3 in Solothurn zu finden. Der Standort im Volkshaus in der Vorstadt wurde, auch wegen eines Wasserschadens, mittlerweile ganz aufgegeben.

Bevor das Spiel los ging, gab es eine Einleitung.

Bevor das Spiel los ging, gab es eine Einleitung.

Hansjörg Sahli

Der Sinn der sogenannten Escape-Games ist es, mittels des Lösens von Rätseln aus dem Raum zu entkommen. Nebst den beiden klassischen Adventure-Rooms haben die Betreiber mittlerweile ihr Angebot aus- gebaut.

Es gibt verschiedene Outdoor-Adventures, bei denen man Rätsel in Solothurn lösen muss und nun gibt es auch Abenteuer, die in einer virtuellen Welt stattfinden. Virtual-Reality-Escape nennt sich das Konzept, bei dem alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Brille tragen, zwei Controller halten und damit gemeinsam in ein Computerspiel eintauchen.

Eine Stunde Zeit, um alle Aufgaben zu lösen

Direkt vor mir liegt eine Ananas im Sand. Ich mache einen Schritt nach vorne, bücke mich und greife mit Hilfe des Controllers nach der Frucht, die ich danach zu meinem Mund führe. Mein Armband leuchtet grün auf. Die Aufgabe, etwas zu essen, ist erfüllt. Danach heisst es Holz hacken, um ein Feuer zu machen, Wasser sammeln und die Insel erkunden. Schon lange weiss ich nicht mehr, wo ich mich im realen Raum befinde. Schaue ich dort nach Westen oder blicke ich nach Westen? Spielt auch keine Rolle. Für diese Stunde ist nur wichtig, wo ich mich im virtuellen Raum befinde.

«Wir wollen mit der Zeit gehen», sagt Sandro Musico, der Geschäftsleiter der Niederlassung in Solothurn, zum ausgebauten Angebot. Dieses sei gut angelaufen, wobei die klassischen Adventure-Rooms immer noch klar beliebter sind. Die beiden Angebote würden unterschiedliche Gruppen ansprechen, ist Sandro Musico überzeugt. Die klassischen Räume etwa auch Familien, vom Kind bis zum Grossvater. Die Virtual-Reality-Escape eher Gamer.

Sandro Musico, Geschäftsleiter der Niederlassung in Solothurn, ist während das Spiel läuft als Spielleiter dabei. Haben die Spieler Schwierigkeiten kann er helfen.

Sandro Musico, Geschäftsleiter der Niederlassung in Solothurn, ist während das Spiel läuft als Spielleiter dabei. Haben die Spieler Schwierigkeiten kann er helfen.

Hansjörg Sahli

Einen Felsen auf die Seite gerollt, einen Baum gefällt – und dann haben wir es endlich gefunden, das Cockpit unseres abgestürzten Fliegers. Und wir haben Glück: Das Funkgerät funktioniert trotz des Absturzes. Kaum ist der Funkspruch abgesetzt, sind wir gerettet. 50 Minuten haben wir dafür gebraucht, 10 Minuten wären uns damit noch geblieben. Wir nehmen die Brille ab, blinzeln ein, zwei Mal. Wir sind zurück in der realen Welt.
Fabio Vonarburg

Blick auf die VR-Brille.

Blick auf die VR-Brille.

Hansjörg Sahli

Hinweis
Die angebotenen Virtual-Reality-Escape-Spiele wechseln fortlaufend. Kosten pro Person: zwischen 36 und 48 Franken. Weitere Informationen unter: www.vrescape.ch