Solothurn/ Bellach
So kann man an Ostern zu Hause brunchen

Hauslieferdienste machen es möglich, dass der Ostersonntagsbrunch in der Region auch dieses Jahr stattfindet.

Judith Frei
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Links sieht man die Oster-Box vom Barock, rechts der Oster-Bag von Linda's Art.

Links sieht man die Oster-Box vom Barock, rechts der Oster-Bag von Linda's Art.

zvg

Die Not macht erfinderisch, das konnte schon mehrfach in der Solothurner Gastro-Szene im letzten Jahr beobachtet werden. Doch um Umsatz zu machen, müssen die Restaurants heute nicht nur erfinderisch sein, sondern auch einen langen Atem haben. Dank diesem Durchhaltevermögen fällt dieses Jahr der Osterbrunch nicht ins Wasser: Viele Restaurants und Cafés liefern ihn vor die Haustüre.

«Wir machen schon seit letztem Frühling Hauslieferdienste», erklärt Stephan Marti vom Café Barock am Landhausquai. Angefangen haben sie damals mit einem Cocktail-Lieferdienst. Im Winter hätten sie aber etwas saisongerechteres gesucht, so seien sie Ende Dezember auf die Idee gekommen, den Barock-Brunch zu ihren Gästen nach Hause zu liefern. Die Valentinstag-Brunchbox habe dann die Erwartungen des Teams gesprengt. «Wir konnten ungefähr 40 Bestellungen nicht machen, da wir komplett ausgebucht waren», erklärt Marti.

Linda Gutknecht von «Linda's Art»

Linda Gutknecht von «Linda's Art»

Michel Lüthi

Diese Bestellungen haben sie nach Bellach weitergeleitet, wo Linda Gutknecht von «Linda’s Art» auch Heimlieferungen macht. Mit dem «Barock» hat sie bereits früher zusammengearbeitet.

«Ich habe schon letzten Frühling Brunch-Bags nach Hause geliefert», sagt Gutknecht. Dies sei auch sehr gut gelaufen, da das Konzept «Brunch», eine Mischung zwischen Frühstück und Mittag­essen, bei vielen beliebt sei. «Am Anfang war es ein regelrechter Hype», erinnert sie sich. Die Nachfrage sei zwar
immer noch gross, doch das Angebot sei im Verlauf des Jahres auch immer grösser geworden.

Der Brunch-Bag von «Linda's Art» sieht so aus.

Der Brunch-Bag von «Linda's Art» sieht so aus.

Linda Gutknecht

Gutknecht bietet in ihrem Brunch-Bag, den man für den Ostersonntag bestellen kann, hausgemachtes Brot, gefärbte Eier, hausgemachtes Müesli und noch mehr an. Die Produkte sind entweder selbst gemacht oder aus regionaler Produktion. Auch die Hauslieferung macht sie persönlich. «Entweder gehe ich zu Fuss, mit dem Velo oder mit Auto, je nach Route», sagt sie. Wenn es je nach Bestellungslage nicht mehr möglich ist, die Auslieferungen selbst vorzunehmen, überlegt sie sich eine Zusammenarbeit mit Collectors. Ihre Taschen können noch 48 Stunden vor der Lieferung bestellt werden.

Barock Box Brunch

Barock Box Brunch

Stephan Marti

Auch das Team von Stephan Marti macht die Auslieferungen selber. Um Ostern planen sie insgesamt 150 bis 200 Boxen zu liefern, in einem Umkreis von 10 Kilometer ist die Lieferung gratis. «Wir haben auch schon nach Grenchen oder Günsberg geliefert», erklärt Marti. Momentan sind sie aber noch bei der Vorproduktion. «Mitarbeitende sind jetzt zu Hause dabei, 70 Eier zu färben», so Marti.

Stephan Marti vom Barock Café.

Stephan Marti vom Barock Café.

Hanspeter Bärtschi

In der Brunch-Box des «Barocks» findet man neben Gipfeli auch Käse oder Rauchlachs – wenn man mag, kann noch eine Flasche Moscato bestellt werden. Neben den Brunch-Boxen gibt es im «Barock» eine Reihe anderer Hauslieferangebote, man lasse in der gegebenen schwierigen Situation nicht’s unversucht. «Wir haben bis jetzt noch keine Härte-fall-Gelder bekommen», erklärt Marti seinen Tatendrang. So kann man noch bis zur Wiedereröffnung der Restaurants die Angebote aus dem «Barock» zu sich nach Hause bestellen.

Neuer Mahlzeitenlieferant in Solothurn

«Uber Eats» will im Kanton Solothurn Fuss fassen

Seit gestern ist es auch in der Stadt Solothurn und der nahen Umgebung möglich, über die App oder Website «Uber Eats», Essen zu bestellen. Gemäss Uber-Sprecherin ist es speziell jetzt wichtig, dass die Restaurants wegen der vorübergehenden Schliessung ihre Reichweite vergrössern können. «Es ist immer eine Herausforderung, neue Gebiete zu eröffnen und zu erschliessen», erklärt sie. Sie seien dabei, die Auswahl auszubauen. Momentan arbeiten zehn Restaurants aus Solothurn mit ihnen zusammen. Mit dabei sind unter anderem «Solothurn Imbiss», «Wengi’s Kitchen», das «Restaurant Hung Phat», «Big Pizza», das «Restaurant Safran», «Temur’s Burger» oder auch der Getränkeanbieter «Super Drinks Shop». Die Plattform «vermittelt eine Auslieferung durch Velo- oder Motorradkuriere», wie es in ihrer Mitteilung steht. Auf Anfrage erklärt Uber, dass sie in Solothurn derzeit nicht mit unabhängigen Lieferpartnern zusammenarbeiten, die Restaurants liefern das Essen selber. Es gibt auch die Option, das Essen direkt bei den Restaurants abzuholen, so fallen keine Gebühren an.

Uber Eats wurde 2014 in Kalifornien gegründet und ist
eine Tochterfirma von Uber, dem
Online-Vermittlungsdienst für Personenbeförderung. Seit 2018 gibt es den Essensvermittlungsdienst auch in Europa, mittlerweile kann man die Dienste in 19 Schweizer Städte nutzen. Uber und auch seine Tochterfirma Uber Eats waren mehrfach in den Schlagzeilen, da sich der Tech-Gigant wehrte, als Arbeitgeber eingestuft zu werden. Die Uber-Eats-Kuriere sowie auch die Uber-Fahrer werden als selbstständige Arbeitnehmer behandelt, so sparte sich das Unternehmen die Beiträge für die Sozialversicherung, berufliche Vorsorge und die Arbeitslosen- und Unfallversicherung. Seit letztem September hat sich das nach dem Rechtsstreit mit dem Kanton Genf geändert: Heute arbeitet Uber Eats mit unabhängigen Kurier-Unternehmen zusammen und vermittelt ihnen die Aufträge. (jfr)