Solothurn
Ausstellung über den Künstler Rolf Imbach: «Ich denke in Geschichten»

Bis am 28. August werden in der Galerie Artesol in Solothurn Werke von Rolf Imbach ausgestellt.

Eva Buhrfeind
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Ein Werk des Solothurner Künstlers Rolf Imbach.

Ein Werk des Solothurner Künstlers Rolf Imbach.

Zvg

Ein mannigfaltiges und kreatives Œeuvre prägt den Weg des ausgebildeten Grafikers, Illustrators und eben auch Künstlers Rolf Imbach. Aus Arlesheim gebürtig besuchte der 1943 geborene Rolf Imbach die Kunstgewerbeschule in Basel. Es folgten intensive Arbeitsjahre als Grafiker/Illustrator und Art Director in Mailand, Basel, Stockholm und Zürich. Seit 1978 lebt und arbeitet Rolf Imbach als freischaffender Illustrator und Grafiker in Solothurn, die letzten Jahre konzentriert er sich auf das künstlerische Schaffen, sei es Zeichnung, Malerei oder Plastik.

Seit vielen Jahren kennt man seine phantasievoll illustrierten und gestalteten Kinder- und Bilderbücher, die Familien- und Jahreskalender. Ebenso beliebt sind auch seine Illustrationen zu den Wanderbüchern, zum Beispiel «Das sagenhafte Wanderbuch von Gänsbrunnen zum Passwang», das «Wanderbuch vom Balmberg auf den Weissenstein», die er mit Franz Walter schuf und die Leser animieren, in der Natur das Feine, das Spezielle zu suchen und zu entdecken. Nicht vergessen darf man seine charakteristischen Figuren, die einfallsreich ihre Geschichten bespielen, seien es «Otto der Schneewichtel», «Grims der Bergkristall» oder «Laura und Simon» für den Schweizerischen Fussballverband. Und natürlich «Der Vogel Waikiki – Honolulu ist überall», der erzählt, wie Soletta, also Solothurn, jedes Jahr am 13. Januar den Namen wechselt und Honolulu heisst.

Rolf Imbachs Zeichnungen, seine Illustrationen sind farbige Geschichten in Bildern, eingebettet in Geschichten der Worte. All seinen Werken ist eines gemein: Sie entstehen aus Episoden, die er erlebt hat, aus Eindrücken, die ihn berühren, aus tagtäglichen Erlebnissen, die seine Phantasie animieren, seine zeichnerische Erzählkraft inspirieren.

«Alles, was ich sehe, sehe ich in Geschichten»,

erklärt der Künstler und meint das Alltägliche, die Details, die er sieht und hört: Pilze, Vögel, Pflanzen, Bewegtes und Bewegendes, Geschichten, die er hört, Fragen, die gestellt werden, Biblisches auch, das alles er über die Illustration hinaus gleichermassen in den Bildern mit Aquarellen und Tusche subtil fabulierend verdichtet und verwebt.

Ja, seine Wahrnehmung, seine farbenfrohen Bilderwelten, sein Sensorium sind geprägt vom genauen Hinschauen, vom Entdecken und Erleben, von seinen Leidenschaften wie dem Wandern, dem Pilz- und Kräutersammeln, von seinem wachen Blick in die Natur, von dem, was er täglich sieht – und das sieht er in Geschichten.

«Ich denke in Geschichten»,

betont Rolf Imbach denn auch; er, der ursprünglich vom Film, von der Tonbildschau kommt, denkt und lebt in Bildern und Geschichten und lädt ein, dieses Schauen und Wahrnehmen, die Ideen, Anregungen und schöpferischen Gedanken zu entdecken und ihnen zu folgen.

Und so, wie in seinen Bilderbüchern Zeichnung für Zeichnung eine Geschichte illustriert, sie begleitet und aufbaut, so kreiert Rolf Imbach im künstlerischen Werk für jeden Bildinhalt eine eigene Choregrafie, eine in sich stimmige Dramaturgie. Minutiös und sorgfältig in der Linienführung, in den klaren Farben, in der Wirkung von Licht, Transparenz, nuancierter und kompakter Verdichtung.

Suchbildartig einerseits sind die vielen kleinen Szenen, Ansichten und Sichtweisen sowie Impressionen, dabei raffiniert, konsequent vernetzt und verknüpft. Andererseits erschafft Rolf Imbach mit den klaren schwarzen Konturen, den vielgestaltigen, detailreichen Kompositionen eine altmeisterliche Wirkung von anekdotischen Glasfenstern und sinnbildhafter Glasmalerei.

Hinweis
Die Ausstellung mit Werken von Rolf Imbach ist bis am 28. August in der Galerie Artesol.

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