Solohturn
Zum zweiten Mal einen Sommer ohne Märetfescht

Auch dieses Jahr wird das Fest in den Gassen der Solothurner Altstadt nicht stattfinden. Die Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn und das OK Märetfescht erklären, wieso dieser Entscheid schon jetzt gefällt wurde.

Judith Frei
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Beim letzten Märetfescht im Jahr 2019 konnte man noch bedenkenlos ohne Maske ein Bad in der Menge nehmen.

Beim letzten Märetfescht im Jahr 2019 konnte man noch bedenkenlos ohne Maske ein Bad in der Menge nehmen.

Michel Lüthi

Letzten April 2020 teilte die Stadt- und Gewerbevereinigung mit, dass das nächste Märetfescht am 25. und 26. Juni 2021 stattfinden wird. Doch seit Donnerstag ist klar, dass es auch dieses Jahr kein Fest in den Gassen der Altstadt geben wird: Die 42. Ausgabe ist abgesagt.

Diesen Entscheid hat die Stadt- und Gewerbevereinigung mit dem OK Märetfescht getroffen.

«Der Entscheid war unumstritten»,

sagt Charlie Schmid, Präsident der Stadt- und Gewerbevereinigung. Allen sei es klar gewesen, dass es kein Schutzkonzept für ein Fest dieser Art gibt. Man könne das Gebiet nicht absperren und beispielsweise nur geimpfte Personen reinlassen, so Schmid.

Auch der Präsident des OK Märetfescht, Thomas Schnetz, ist überzeugt, dass der Aufwand, um einen coronakonformen Anlass zu gestalten, den Ertrag überwogen hätte. Innerhalb des OK sei es allen klar gewesen, dass man den Markt absagen muss. Doch Schnetz betont:

«Es war ein Entscheid, den wir mit dem Kopf und nicht mit dem Herzen getroffen haben.»

Die Variante, die Art des Märetfescht zu ändern, sei nie besprochen worden. «Der Mix aus Gastroständen und den Marktständen macht das Märetfescht aus», erklärt Schmid. In den letzten Jahren seien die Marktstände sogar rückläufig gewesen und die Essens- und Getränkestände immer beliebter. «Es ist mehr ein Fest als ein Markt», erklärt Schmid.

Bis zuletzt gehofft, dass der Anlass durchgeführt wird

Das OK Märetfescht hat bis zum Schluss gehofft, dass der Anlass diesen Sommer steigen kann. «Anfang Monat haben wir noch geglaubt, dass das Fest stattfinden wird, mittlerweile sind durch die Fallzahlen und die behördlichen Massnahmen die Hoffnung wieder erloschen», so Schnetz. Die Sicherheit und Gesundheit seien sowieso wichtiger als die Verluste, die mit der Absage entstehen, ist er überzeugt. Ebenso ist es für die Stadt- und Gewerbevereinigung klar, dass «ein Anlass in dieser Grössenordnung und in dieser Ausprägung Ende Juni nicht realistisch ist».

Da das Märetfescht ehrenamtlich organisiert wird, sei es wichtig gewesen, dass man schnell eine Entscheidung trifft, damit die Leute nicht für nichts arbeiten, erklärt Schmid den frühen Entscheid. Auch viele Markttreibenden hätten angefragt, ob das Fest stattfinden wird oder nicht, die meisten wären bereit gewesen, wieder teilzunehmen. Ende März wäre die Anmeldefrist für die Stände abgelaufen, so sei es auch für Markttreibenden wichtig, zu wissen, ob am letzten Wochenende im Juni in Solothurn gefeiert wird.

Die Eventbranche und die Kultur kommt wieder nicht zum Zug

«Natürlich bedauern wir sehr, dass wir das Märetfescht absagen mussten. Es ist für Gewerbe, Gastronomie, Vereine und Marktfahrer eine wichtige Ertragsquelle», so Schmid. Am härtesten werde es wieder die Kultur- und Eventbranche treffen, so Schmid: All die Festzelte, die nicht aufgestellt werden und die Konzerte, die nicht gespielt werden. Auch die Vereine, seien es Sportvereine oder Fasnachtsvereine, werden zum zweiten Mal auf die Einnahmen des zweitägigen Festes verzichten müssen.

Auf die Frage, ob sie sich auf nächstes Jahr freuen, zögern die Präsidenten. «Wir haben uns schon letztes Jahr auf dieses Jahr gefreut. Aber ich bleibe mal optimistisch», meint Charlie Schmid lachend. Thomas Schnetz meint: «Das nächste Märetfescht findet am 24. und am 25. Juni 2022 statt. Wir hoffen, dass es dann wirklich stattfinden kann.» Trotz der leisen Zweifel wird das OK in der zweiten Jahreshälfte wieder mit der Organisation des nächsten Märetfeschts beginnen.