Palais Besenval und H4-Hotel
So will die neue Hotel-Crew Solothurn abholen

Aus Ramada wurde diesen Frühling das H4-Hotel. Damit hat auch das Palais Besenval eine neue Leitung. Die Hotelier-Crew will jetzt an der Aare verlorenen Boden wieder gutmachen.

Wolfgang Wagmann
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Eric Ahrend und Eleonore Peracchia wollen das Palais Besenval wieder zur angesagten Adresse werden lassen.

Eric Ahrend und Eleonore Peracchia wollen das Palais Besenval wieder zur angesagten Adresse werden lassen.

Wolfgang Wagmann

Es ist neues Leben eingekehrt am Nordende der Kreuzackerbrücke. Seit dem 2. Mai steht das Palais Besenval wieder als öffentliches Restaurant offen. «Wir haben bewusst eine stille Eröffnung gewählt und wollten zuerst ankommen», erklärt Eric Ahrend, seit Februar Direktor des neu H4-Hotel genannten Seminarhotels, das ebenfalls das Palais unter seinen Fittichen hat und damit auch die Bewirtung des Landhauses sicherstellt.

Das Palais Besenval

Das Palais Besenval

Andreas Kaufmann

Den Winter über war das Palais Besenval für das breite Publikum geschlossen geblieben, lediglich der Bankett- und Seminarbetrieb war weitergeführt worden. Mit dem Hotelbetrieb im vormaligen «Ramada»-Haus auf der Vorstadtseite ist Ahrend sehr zufrieden. «Die Buchungen sind gegen über dem Vorjahr gleichen Zeitraum im zweistelligen Bereich angewachsen.»

Es gelte nun die Destination Solothurn, die bisher schon ein sehr gutes Wachstum der Bettenauslastung verzeichnet habe, weiterzuentwickeln: «Vor allem für das Wochenende sehen wir noch Potenzial für Solothurn. Dies dank seiner zentralen Lage und dem Erlebnisraum entlang der Aare.» Wichtig sei die Zusammenarbeit mit der Vermarktungsorganisation Solothurn Services, aber auch mit den anderen Hotels. «Wir sehen sie nicht als Konkurrenz», meint Eric Ahrend beispielsweise zur neu eröffneten «La Couronne», mit der man an Spitzentagen im Juni einander bei der Unterbringung von Gästen aushelfe.

«Ramada» neu als H4-Hotel

«Nun kommt die neue Beschriftung»

Im März wurde bekannt, dass das Ende 2006 eröffnet «Ramada»-Hotel von der H-Hotel-Gruppe mit Sitz im hessischen Bad Arolfsen ihr Solothurner Haus in H4-Hotel umbenennt. Dies sei als klares Bekenntnis zum Standort Solothurn zu werten und an der Betreiberstruktur ändere sich nichts, teilte damals Iliane Dingel-Padberg, Medienverantwortliche der H Hotels mit.

Gestern war sie selbst im Palais Besenval anwesend und ergänzte: «Wir wollen damit wie schon in allen andern unseren Häusern in Deutschland, Österreich und der Schweiz konsequent unsere Eigenmarke stärken.» Weiterhin werde man jedoch mit Ramada auf Vertriebsebene zusammenarbeiten.

Auch äusserlich soll die Umbeflaggung vollzogen werden: «Nun kommt auch in Solothurn die neue Beschriftung ans Hotel», so Dingel-Padberg. H-Hotels wird als eine der grössten Hotelketten Deutschlands privat geführt. Sie beschäftigt 3000 Angestellte in deutschen, österreichischen und Schweizer Hotels mit total über 9600 Betten. Die Häuser werden unter der Dachmarke h-hotels.com vertrieben. (ww)

Besenval-Revival geplant

Nicht so einfach war und ist für das Hotel-Management die Situation im Palais Besenval, dessen Küche sich diesen Winter wegen des verunglückten Hilari-Abends sogar stadtpräsidialer Kritik ausgesetzt sah. «Wir haben aber darauf auch personell reagiert», spricht Eric Ahrend das seiner Ansicht nach inzwischen stark verbesserte Bankett- und Seminar-Angebot im Landhaus wie Palais Besenval an. «Wir hatten sehr viele positive Feedbacks auch von grossen Veranstaltern.» Natürlich sei man (noch nicht) fehlerfrei, «aber wir arbeiten ständig daran.»

Die Trendwende zum Besseren will man aber auch in der Tages-Restauration des Palais Besenval schaffen. «Leider müssen wir da noch gegen Vorurteile ankämpfen», weiss der seit 13 Jahren in der Schweiz lebende, neue Hoteldirektor. Der jedoch hofft, dass die Crew unter der Führung der jungen Solothurner Frontfrau Eleonore Perrachia das verlorene Terrain und damit das Vertrauen der einheimischen Gäste wieder zurückgewinnt.

Die Absolventin der Hotelfachschule hatte schon ihre Ausbildung im «Ramada» genossen und ein Praktikum im «Baseltor» hinter sich, als sie im Dezember ins Palais Besenval zurückkehrte: «Ich habe es mir lange überlegt, dann aber die Herausforderung angenommen.» Nun setzt sie alles daran, um das Palais wieder zu einer beliebten Adresse in Solothurn werden zu erlassen. «Die ersten Anlässe brachten ermutigende, positive Feedbacks», freut sich Eleonore Peracchia über wieder gesehene Solothurn Gesichter am Aarestrand.

Buntes Sommerprogramm

Die besondere Ambiance am Aarestrand wollen die Besenval-Verantwortlichen mit speziellen kulinarisch-kulturellen Aktivitäten kombinieren. So findet heute Mittwoch der eigentliche Eröffnungsabend mit einem Jazz-Konzert und einem Barbecue-Buffet statt. Im Normalbetrieb – jeweils am Sonntag und Montag bleibt das Palais geschlossen – setzt man im Besenval-Restaurant auf sommerliche Tapas an den «spanischen Tagen im Juni, die zusätzlich einen «Salsa-Crashkurs» sehen werden.

Auch orientalische Spezialitäten oder französische Tage mit musikalischer Unterhaltung stehen bis Ende September auf dem Programm, dazu weitere Jazz-Konzerte oder während des Augusts zweimal im Monat ein «Freitags-After-Work-Spezial». «Wir hoffen, dass wir nochmals eine Chance erhalten. Wir können das, was war, nicht unter den Teppich kehren und es wird seine Zeit brauchen. Doch wir wollen das Palais Besenval Solothurn zurückbringen», betont Eric Ahrend.

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