Solothurn

So werden alte Kofmehl-Erinnerungen aufgefrischt

Neu verfügt die Kulturfabrik Kofmehl in Solothurn über ein visuelles Archiv, das die ereignisreiche Zeit seit 1992 Revue passieren lässt. Dabei kann jeder seine eigenen Trouvaillen beisteuern.

«Weisch no, denn?» – Wer gern und oft in akuter Nostalgia und in Wehmut die guten alten Zeiten im Wochenend-Ausgang herbeisehnt, wird nun kaum aus dem Schwelgen und Schwärmen rauskommen. Die Kulturfabrik Kofmehl führt seit gestern Donnerstag ein umfassendes Bild-, Plakat- und sogar «Kunst»archiv im Internet, und dies mit farbigen Eindrücken über einen Zeitraum von 20 ereignisreichen Jahren.

«Aus der Not eine Tugend gemacht»

Das Archiv ist seit Sommer 2011 in der Planung und erhält bereits heute, zum Startzeitpunkt rund 6000 Bilder, im Vorfeld eingescannt und eingespiesen. Doch dabei wirds nicht bleiben: Handelt es sich doch um ein so genannt «generatives Online-Archive, zu welchem die Kofmehl_Besucher ihre eigenen verstaubten Fototrouvaillen beisteuern können. «Damit haben wir aus der Not eine Tugend gemacht», erinnert sich Kulturfabrik-Leiter Pipo Kofmehl.

Im Vorfeld des vergangenen 20-Jahre-Jubiläums des Kofmehls brüteten sein Team und er nämlich über möglichen Ideen, dem «Geburtstagskind» ein Geschenk zu machen. Da aber beispielsweise ein Bildband zu aufwändig gekommen wär, entschied man sich für das Online-Archiv. «Ausserdem ist ein Buch eine abgeschlossene Sache, das Archiv hier ist offen und entwickelt sich weiter.»

«Qualität steht vor Quantität»

Das Kofmehl-Archiv ist redaktionell teamintern betreut: Von Benutzern heraufgeladene Dateien werden gesichtet, bearbeitet, falls für brauchbar befunden, und schliesslich mit Schlagworten versehen. Dies im Sinne einer korrekt geführten «Betriebschronik». «Die Meinung ist nicht, möglichst viele Bilder ins System zu speisen», verdeutlicht Pipo Kofmehl: «Wir stellen die Qualität vor die Quantität und ermutigen die Kofmehl-Fans eher, ihr Lieblingsbild auszuwählen.»

Trotzdem: Schon jetzt kommt man aus dem Stöbern kaum mehr heraus. Sei es eine Getränkekarte von 1993, ein «Familienbild» der Kofmehl-Crew von 1994, eine Gästebuch-Karikatur der «Lovebugs» von 1998, unzählige Konzertbilder, wo man mit etwas Glück sich selbst im Publikum sieht und vieles mehr: Um dieses Album «durchzublättern» braucht es Zeit, sehr viel Zeit...

Kofmehl-Archiv: http://archiv.kofmehl.net/

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