Einen Monat lang wurde der öffentliche Raum von Solothurn für vielseitige künstlerische, sportliche und gesellschaftliche Aktionen in Beschlag genommen. Unlängst kennt man den Mai hier deshalb schon unter dem Synonym «Platz da?!». Beim Alten Spital – das den bunten Fächer an Anlässen koordiniert und organisiert – zieht man nach 31 aktionsreichen Tagen Bilanz. Betriebsleiterin Eva Gauch schätzt, dass wie in Vorjahren rund 3000 Mitwirkende, Passanten und Zuschauer beteiligt waren.

Grosser Beliebtheit habe sich vor allem der bunte Flohmarkt auf dem Dornacherplatz erfreut, so Gauch. Aufgefallen ist ihr, dass der Anteil an Akteuren aus dem künstlerischen Bereich höher gewesen sei als in Vorjahren. Besonders in Erinnerung bleiben dürften die Kunstinterventionen durch die Studierende der Münchner Akademie der Bildenden Künste: «Spannend und extrem vielfältig waren sowohl die Wahl der Orte, wie auch die Art der Arbeiten der Studierenden.»

Die Umsetzungen und die Betreuung vor Ort seien zum Teil sehr aufwendig gewesen, so Gauch. «Besonders Offensichtliches, wie der gelbe ‹Sitzwurm› auf der St. Ursentreppe wurde zum Gesprächsthema, eher Verstecktes wie die Graphoskope im Kreuzackerpark blieb wohl eher verborgen.»

Sacha Studer Mösch, der erstmals als Projektleiter für den Aktionsmonat amtete, streicht im Rückblick die Aktionen unter dem Titel «Mini Stadt, mis Quartier» hervor, bei denen Kinder und Jugendliche aktiv in die Durchführung miteinbezogen wurden. «Aufgefallen ist auch die Erweiterung des Aktionsradius auf die Weststadt mit ihren spezifischen Themen. Oder die etwas anderen Stadtführungen aus dem Blickwinkel von Menschen mit Migrationshintergrund.» Seine eigene Premiere als Projektleiter hat Studer als «sehr intensiv, vielfältig und lebhaft» wahrgenommen: «Wir wurden von allen Seiten wohlwollend unterstützt.»

Grosse Wertschätzung

«Die Partner – auch die neu dazugekommenen – sind von der Plattform durchs Band weg begeistert», resümiert Gauch die Aussensicht. «Von Seiten der Stadt Solothurn erfahren wir für den Aktionsmonat grosse Wertschätzung und vor allem grossartigen Support, insbesondere von der Stadtpolizei und dem Werkhof.»

Die Rückmeldungen von Passanten reichen von Entrüstung bis Wohlwollen und Lob. «Speziell zu kontroversen Diskussionen Anlass gab die Aktion ‹Solothurn liegt im Müll›, was zeigt, dass es provokative Aspekte braucht, um die Leute aus der Reserve zu locken.»

Auf neue Inputs angewiesen

Weniger wohlwollend war das Maiwetter. «Die eher kühlen Temperaturen und das unsichere Wetter hatten zur Folge, dass an diesen Tagen klar weniger Passanten in der Stadt unterwegs waren und somit weniger zufällige Begegnungen stattfinden konnten», erinnert sich Gauch. Dennoch: «Insgesamt fällt die Bilanz nicht allzu negativ aus.»

Nur eine einzige Aktion wurde wegen schlechter Witterung abgeblasen. «Richtig verregnet wurden nur das Multikulti Streetsoccer Turnier und das darauffolgende ‹Feel the move›», so Gauch.

Was nun will man 2020 anders machen? Noch sei es zu früh, dies zu beantworten, da die Evaluation noch abgeschlossen werden müsse, so Gauch. «Was sich aber bereits heute sagen lässt, dass es Innovationen braucht und das Alte Spital dafür auf Partner, die sich immer wieder neu erfinden, sowie auf Inputs und Ideen von aussen angewiesen ist.»