Die Zuschauer dürfen sich während der Fasnachtsumzüge auf einen Rekord an Wagen freuen. Zudem paradieren nicht weniger als 36 Gruppen. Es scheint, als ob das diesjährige Fasnachtsmotto «rund um» auf ein grosses Echo stösst. Die Narren kommen in Scharen, erfreulicherweise auch der Nachwuchs.

Einmal mehr bietet die Solothurner Fasnacht beachtliche Zahlen: 1170 aktive Fasnächtler, davon über 260 Kinder und Jugendliche, machen an den beiden grossen Umzügen mit. Dabei sind die Nummern 21 und 23 – die für den Nachwuchs reserviert sind – noch nicht einmal eingerechnet. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Teilnehmerzahl in den letzten fünf Jahren konstant war. Das spricht für die lebendige Solothurner Tradition.

Der Längste misst 30 Meter

16 Zünfte bauen heuer Wagen, die vor dem Sonntagsumzug am 11. Februar auf dem Amthausplatz präsentiert werden. Das ist die höchste Anzahl Wagen seit vielen Jahren. Der kleinste Wagen misst dabei 5 Meter und die zwei längsten gar stolze 30 Meter. Dazu kommen elf Guggenmusiken, die die Zuschauer zum Tanzen bringen werden. Nicht vergessen darf man die Tambouren, die den Umzug traditionsgemäss anführen und die Jungtambouren, welche die Nachwuchsgruppen ankünden. Doch was wäre die Fasnacht ohne die weiteren fünf Gruppen, die jeweils mit ihren fantasievollen Kostümen und mitgebrachten Utensilien mit dem Publikum spielen, dieses mit Konfetti einreiben oder mit Süssigkeiten belohnen, wenn rege geklatscht wird.

Wenn der Teppich fliegt

Ein besonderes Jubiläum feiern die Weihere Schränzer aus Riedholz. 50 Jahre spielen sie schon in den Solothurner Gassen. Und ihr Motto «venezianisch düe mir rundum Honolulu schränze, sit 50 johr kenne mir kenni Gränze» lässt die Vorfreude auf die bunten Kostüme und die laute Musik steigen. Stolz dürfen auch die Gassefäger sein, die seit 30 Jahren an den Umzügen mitwirken. Dies jeweils mit einer grossen Anzahl Kinder – diesmal insgesamt 16 an der Zahl.

Sie werden das Publikum mit dem Motto «Scho vor 30 Johr dür d’Gasse zoge, chöme mir hüür ufem Teppich gfloge» überraschen. 20 Jahre Fasnacht feiern schliesslich die Grashüpfer mit ihrem Motto «20 Johr Grashüpfer, Hurra die Schlümpfe sind da». Diese Gruppe wurde speziell für Fasnächtler mit Handicap gegründet.

Grillwurscht aus der Provinz

Genauso vielfältig wie die verschiedenen Gruppen präsentieren sich auch in diesem Jahr wieder deren Sujets. Zahlreich sind die Ideen, die direkt mit dem aktuellen Fasnachtsmotto «rund um» zu tun haben. So macht sich etwa die Tannewägzunft Gedanken rund um das städtische Nachtleben: «Rund um chasch fiire, feschte und chli si – nume z’ Solothurn ischs Nachtläbe verbi».

Einen politischen Seitenhieb haben auch die Herrengäägger parat. Bei ihnen geht es um die Wurst: «LEX-Grill – mir grille Grille». Der bekannte Solothurner Stadtgrill ist auch bei anderen Gruppen ein Thema. «Dr Duft vore Grillwurscht wott me ir Stadt nid ha – mir us dr Provinz haute üs eifach nid dra!!» sagen etwa die Provinznarren Zuchu.

Die Auflösung der politischen Statements gibt es während der zwei grossen Fasnachtsumzüge, am Fasnachtssonntag, 11. Februar, sowie am Dienstag, 13. Februar. Übrigens: Die Fasnachtsplakette gilt als Eintrittsbillett für die Umzüge. Der grösste Teil des Erlöses aus dem Plakettenverkauf geht an die aktiven Narren zurück.