Zum Nichtstun verdammt

So trifft die Corona-Krise die Sportvereine der Stadt Solothurn

Die Solothurner Kanuten konnten bisher vor allem einzeln noch auf der Aare trainieren ‑ in anderen Sportarten war gar kein Trainingsbetrieb mehr möglich. Archivbild

Die Solothurner Kanuten konnten bisher vor allem einzeln noch auf der Aare trainieren ‑ in anderen Sportarten war gar kein Trainingsbetrieb mehr möglich. Archivbild

Die städtischen Sportvereine sind zum Nichtstun verdammt und befürchten massive finanzielle Konsequenzen.

Die Auswirkungen der Corona-Virus-Vorkehrungen betreffen auch den städtischen Sport. Sportplätze, Turnhallen, Frei- und Hallenbad sind vorderhand bis am 19. April geschlossen. «Alle akzeptieren diese Massnahmen; von unseren gegen 90 Sportvereinen kam nur eine Anfrage eines Vereins, sonst nichts», stellt der Präsident der Sportkommission, Alexander Rudolf von Rohr, anerkennend fest. «Im Bereich Schiessen wurde die Sperrfrist sogar bis Ende April ausgedehnt», weist von Rohr auf eine freiwillige Verlängerung hin. Seit 30 Jahren Präsident der Sportkommission, spürt er, dass «alle zusammenstehen und am gleichen Strick ziehen.»

Dass die Benützungsgebühren für die Infrastruktur Vereine in eine finanzielle Notlage bringen könnten, ist sich von Rohr bewusst. «Wir werden dies prüfen und wir finden einen Weg, das sollte kein Problem sein», beruhigt er.

Schreibtischarbeit beim FC Solothurn

Eine grosse Nachwuchsabteilung betreibt der FC Solothurn. «Solange die Schulen offen hatten, sind wir normal gefahren, haben jedoch auf die Hygienemassnahmen hingewiesen und vermieden, was nicht nötig war», gibt Nachwuchschef Ronald «Rony» Vetter Auskunft. Nach dieser ersten Phase und als klar war, dass die Schulen schliessen, wurde der Trainingsbetrieb bereits vor dem Entscheid des Schweizerischen Fussballverbandes gestoppt. Die Spieler erhielten den Auftrag, sich individuell fit zu halten, soweit es möglich ist. Dazu wurden auf der Website Vorgaben aufgeschaltet.

«Es ist nicht ein konkretes Programm, weil nicht absehbar ist, ob im Junioren- und Nachwuchsbereich diese Saison noch gespielt werden kann», erklärt der Nachwuchschef. Hingegen wird im Trainerstaff gearbeitet. «Physisch passiert nichts, aber die Trainer können sich nützlich machen, indem sie die Ausbildungsleitfäden überarbeiten», will Vetter die Zeit für theoretische Aufträge nützen. Gleichzeitig wird für die Eltern eine Online-Info-Präsentation vorbereitet. «Die Ungewissheit macht es schwierig, wobei es nicht dermassen tragisch ist, wenn wir nicht spielen können», sagt Vetter auch.

Handballer mit Finanzsorgen

Etwas anders sieht es in einer anderen Ballsportart, dem Handball aus. «Die Meisterschaft wurde in allen Ligen abgebrochen, danach haben alle unsere Mannschaften den Trainingsbetrieb beendet», äussert sich Gaudenz Oetterli, Co-Präsident des TV Solothurn-Handball, zum vorzeitigen Saisonende. Ebenso wurden sämtliche geplanten Vereinsaktivitäten eingestellt. Für das Aushängeschild, die NLB-Mannschaft, ist der Trainingsbeginn für die neue Saison auf Mitte Mai geplant. Wie es mit den anderen Teams weitergeht, wird situativ entschieden. Sorgenfalten löst die finanzielle Seite aus.

Einerseits «haben wir grundsätzlich Mühe, die Löhne für die Trainer und den Geschäftsführer weiter zu bezahlen; wir geben Kurzarbeit ein», so Oetterli. Anderseits: «Wir sind extrem von KMU-Betrieben abhängig und gehen davon aus, dass die zeitweisen Betriebsschliessungen und Arbeitsausfälle bei Sponsoren grosse Auswirkungen haben werden. Es wird nicht einfacher, trotz mehr Zeit für die Saisonplanung», erwartet der frühere Torhüter eine heikle Situation.

Auch der Wassersport kommt ins Schwimmen

Gleich zwei Disziplinen betreibt Swim Regio Solothurn: das Schwimmen und Synchronschwimmen, neu auch als Artistic Swimming benannt. «Es ist alles zu, daher haben wir relativ früh offen kommuniziert und gehen davon aus, dass es länger dauern wird. Wir haben auch unsere Kurse ersatzlos gestrichen», erklärt Co-Präsidentin Daniela Torre.

Anfangs war die Situation unklar gewesen, da bis zum Bundesratsentscheid noch nicht alle Bäder in der Region geschlossen hatten. «Die U18 beim Schwimmen und die Elite beim Artistic Swimming erhalten Videos und Trainingsideen, was an Land zu machen ist. Für alle andern aber ist der Betrieb eingestellt», meint Torre.

Belastend sei die finanzielle Seite. «Wir wissen nicht, ob die J+S-Beiträge noch kommen und anderseits gibt es Anfragen, ob die Kursgelder, eine wichtige Einnahmequelle, zurückgezahlt werden und weniger Vereinsbeiträge fällig werden. Für unsere zum Teil hauptamtlichen Trainer beantragen wir deshalb Kurzarbeit.» So bleiben für Torre viele Fragen offen.

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