Solothurn
So soll der Westbahnhof der Zukunft aussehen

Der Westbahnhof gehört zu den Entwicklungsschwerpunkten der Solothurner Stadtplanung. Zusammen mit den SBB wurde ein Studienauftrag erteilt, der nun die künftige Stossrichtung rund um das Bahnhofgebäude aufzeigt.

Wolfgang Wagmann
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Projektstudie für den Westbahnhof Solothurn Diese drei Baukörper sind laut Plan der Projektstudie in der Planung möglich.
10 Bilder
Westbahnhof Solothurn
 So sah das Gebiet rund um den Westbahnhof 1956 aus.
 So sieht die Siegerstudie im Modell aus.
 Der Westbahnhof aus einer winterlichen Vogelperspektive.
 So sähe laut Gestaltungsplan die Überbauung Segetzpark aus.
 Die alten Gebäude der ehemaligen Garage Fauser müssten dem Segetzpark weichen
 Aktuell wird das Areal für Park and Ride genutzt.
 Parkplätze gäbe es künftig nur noch unterirdisch.
 Das Gebäude des Westbahnhofs sollte erhalten bleiben.

Projektstudie für den Westbahnhof Solothurn Diese drei Baukörper sind laut Plan der Projektstudie in der Planung möglich.

Wolfgang Wagmann

Zusammen mit den SBB hat das Stadtbauamt einen Studienauftrag erteilt, um den «Standort mit hoher Priorität» am Westbahnhof weiter zu entwickeln. Von den drei eingeladenen Planungsteams soll die Arbeit des Berner Büros um Architekt Rolf Mühlethaler als «roter Faden» bei der künftigen Planung dienen. Für das SBB-Areal besteht im Gegensatz zum westlich davon gelegenen Projekt Segetzpark (vgl. Box weiter unten) noch kein Gestaltungsplan.

Was die SBB darauf realisieren könnte, erklärt Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt: «Der Studienauftrag orientierte sich am Entwurf des neuen Zonenplans sowie an der neuen Baumasstabelle. Der Bereich der Hochbauten wird sich künftig in einer Mischzone Bahnhof befinden. Darin sind öffentliche Bauten, Geschäfts- und Wohnbauten sowie mässig störendes Gewerbe- und Dienstleistungsbetreibe möglich.» Die Höhe und Ortsverträglichkeit, also die Nutzungsdichte, ergebe sich dann aus dem Qualitätsverfahren. «Die Nutzungsdichte beträgt maximal die vollflächige überbaute Zonenfläche mit sechs Vollgeschossen. Punktuell können auch sieben Vollgeschosse ohne Attika erstellt werden», meint Lenggenhager weiter. Das Resultat des Studienauftrags werde nun die Ausmasse der Mischzone, die Erschliessung sowie die Baulinien definieren.

Wie geht es mit dem Segetzpark im Westen weiter?

Für den sogenannten Segetzpark westlich des eigentlichen Studienauftrag-Perimeters liegt bereits ein älterer und nun abgeänderter Gestaltungsplan vor. Die Mitwirkung zur siebengeschossigen Wohnüberbauung mit 15'100 Quadratmetern Bruttogeschossfläche hat 2017 stattgefunden. Dahinter steht die Grundeigentümerin Alphons Glutz-Blotzheim AG. Grundsätzlich werde der Gestaltungsplan so weiterbearbeitet wie er bei der Mitwirkung vorgestellt worden war. «Es bedarf aufgrund der Vorprüfung des Kantons noch Präzisierungen. Einzelne Punkte benötigen noch eine Abstimmung zum Studienauftrag Bahnhof West», erklärt dazu Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt. Es handle sich dabei nur um eine Anpassung eines bestehenden Gestaltungsplans. Deshalb brauche es kein Abwarten auf die laufende Ortsplanungsrevision oder einen Abgleich dazu. Die Überbauung, für welche die Altbauten der Fauser-Garage weichen müssten, soll etappiert erfolgen. Was die damalige Mitwirkung ergeben hat, kann Andrea Lenggenhager mit dem Verweis auf das laufende Verfahren nicht beantworten. (ww)

Unterführung aufwerten

Zu den SBB-Absichten hält die Bauamtsleiterin zusätzlich fest: «Es sind unterschiedliche Etappen vorgesehen, die jetzt im nächsten Schritt aufeinander abgestimmt werden müssen. Seitens SBB Infrastruktur sind bis 2023 Anpassungen nötig.» Der Hochbau der SBB und die künftige Fuss- Veloverbindung, für welche die Stadt zuständig ist, müssten zeitlich abgestimmt werden, jedoch seien die Zeitpläne hier noch zu offen. «Auch muss die Finanzierung noch sichergestellt werden.»

Die bessere Durchlässigkeit zum Obachquartier für Velos und Fussgänger war ein zentrales Kriterium des Studienauftrags. «Die Wegführung wird über eine grosszügige Personenunterführung direkt auf die Dammstrasse geleitet: An derselben Lage der heutigen Unterführung wird ein breiter Treppenabgang angeordnet, ergänzt mit einer seitlich angeordneten Rampe für Fussgänger und Velo. Durch diese Anordnung wird eine logische und direkte Wegbeziehung von Nord-Ost nach Süd-West geschaffen», so Lenggenhager.

Stationsgebäude soll bleiben

Keine Vorgabe war es, das jetzige Bahnhofgebäude beizubehalten. Der 1857 vom Bahn-Architekten Ludwig Maring erbaute Westbahnhof ist jedoch im Entwurf des städtischen Bauinventars als «erhaltenswert» eingestuft. Mit ein Grund vielleicht, dass das Berner Büro am besten klassiert ist – die anderen beiden Teams hatten das Bahnhofsgebäude nicht mehr eingeplant.

So wurde bei der Bewertung der Siegerstudie festgehalten: «Bemerkenswert ist, wie städtebaulich passend sich der Westbahnhof den heutigen Frequenzen entsprechend behauptet und nicht wegzudenken ist.» Auch zur Gestaltung des Vorplatzes erhält das Berner Büro viel Lob, wobei der Umfang der (unterirdischen) Parkierung sowie des Park-and-Rail-Angebotes noch «diskussionswürdig» sei. Die Studie geht von 220 öffentlich zugänglichen Parkfeldern aus, «darüber hinaus ist praktisch keine nutzungsbezogene Parkierung berücksichtigt», hält der Bericht fest.

Und die Strassen ringsum?

Den Fokus mussten die drei Büros auch auf die Strassenzüge im Perimeter richten. Das Siegerpapier gefiel dabei durch die «differenzierten» Lösungsansätze, während der Wagemut des Solothurner Büros Flury und Rudolf Architekten AG auf wenig Begeisterung stiess. Es hatte eine Art «Mini-Ramblas» für die Wengistrasse vorgeschlagen. Dazu Andrea Lenggenhager: «Die Wengistrasse bleibt als Strasse ablesbar und wird mit Pavillonbauten auf öffentlichem Grund und Baugruppen ergänzt. Der Gehweg wird an die Fassaden gelegt. Diese Aufteilung lässt in Anbetracht der Eigentümerverhältnisse zu wenig Flexibilität zu.» Denn – so ihre Folgerung – käme der Gehweg an die Fassade zu liegen, müssten sämtliche Grundeigentümer die Planung auf ihrem Grundstück übernehmen.

Dazu ergänzt Andrea Lenggenhager: «Die Umgestaltung der Wengistrasse ist gemäss Finanzplan ab 2022 geplant, dies war auch ein Teil des Studienauftrags.»

Postplatz wird konkret

Die Umgestaltung des Postplatzes dagegen sei auf Mitte 2020 geplant. «Vorgängig werden wir 2019 die Kanalisation ersetzen. Zurzeit sind wir an der Ausarbeitung des Vorprojektes. Es ist geplant, mit den Arbeiten Mitte 2019 zu beginnen, die dann bis ins Jahr 2020 dauern werden. Anschliessend soll mit den Arbeiten am Postplatz weitergefahren werden.»

Ausstellung Die Resultate können noch bis am 30. November im 3. Geschoss an der Werkhofstrasse 52 (Stadtpolizei) besichtigt werden. Die Ausstellung ist werktags jeweils von 16 bis 18 Uhr geöffnet, am Wochenende von 14 bis 17 Uhr. Der Be richt ist auch auf der Homepage der Stadt Solothurn Aktuelles aufgeschaltet.

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