«Jede Woche war eine Ladung Abfälle fällig», sagt der Attiswiler Walter Dettwiler rückblickend. Anfang der 1970er-Jahre begann er seine Arbeit bei einem Solothurner Handelsgeschäft. Einmal wöchentlich musste er mit dem Camion zum Stadtmist fahren.

«Neben Verpackungsmaterialien war auch mal ein Kühlschrank dabei», sagt er.«Ich fuhr den Camion, jeweils mit Stiefeln und gefüllt mit ca. 3 Kubikmetern Ware, ins «Brühl». Dort galt es, eine vom Trax geebnete ca. 4 Meter hohe Rampe hinaufzufahren, bei Regenwetter mit gehörigem «Schuss», damit man nicht stecken blieb. Der Hüter des Stadtmists, Herr Bläsi, klein von Gestalt, umso grösser in seinem Traxgehäuse, verwies die Chauffeure, wo ihre «Ghüderwagen» jeweils zu deponieren seien.

Er, der dem Gestank täglich ausgesetzt war, hatte nicht viel zu lachen. «Man gewöhnt sich daran», sagte er jeweils. – An den Wochenenden wurde die Auffahrrampe unpassierbar gemacht, um illegale Entsorgungen zu verhindern.Die ganze Anlage, ein zirka 3 bis 4 Meter hoher Abfallberg, wurde mit diesem Trax verstossen, verdichtet und mit bis zu einem halben Meter Humusschicht zugedeckt.

So erhob sich Meter um Meter Stadtmist. Zwischenfälle gab es immer wieder: Lausbuben durchstöberten jeweils an Sonntagen bei trockenem Wetter die Abfallhalde nach brauchbaren Dingen. Oder sie machten ein Feuer, mit dem Erfolg, dass der Stadtmist Feuer fing und noch tagelang die Bewohner der nahegelegenen Liegenschaften mit stinkigem Rauch umhüllte. So musste Bläsi bis zum Erlöschen wohl oder übel Distanz halben.

Es kam dann vor, dass wir Lieferanten unsere «Güter» nicht kippen konnten und samt Ladung umkehren mussten.Einmal fuhr ich über etwas, das übel nach Verwesung roch. Während der Rückfahrt blieb noch ein Stück Innereien eines privat entsorgten Kadavers an einem Gestänge des Camions hängen. Der Stadtmist hatte noch andere Gäste: Ratten, die beim Näherkommen in den Untergrund davonhuschten sowie allerhand Greifvögel und Krähen. So um 1976 begann der Betrieb der Kehrichtverbrennungsanlage in Zuchwil, deren Eröffnung sehnlichst erwartet worden war. Fortan hatte man den Kehricht dort abzuliefern.»