Solothurn
So erleben die Sekschüler, woher der Strom kommt

Beim Bau der neuen Photovoltaikanlage auf dem Dach der Schule Schützenmatt in Solothurn. halfen die Sekschüler tatkräftig mit

Andreas Kaufmann (text und Foto)
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Sekundarschüler richten auf dem Dach des Schützenmatt-Schulhauses eine Solaranlage ein.

Sekundarschüler richten auf dem Dach des Schützenmatt-Schulhauses eine Solaranlage ein.

Andreas Kaufmann, Solothurner Ze

Von allen möglichen Tagen der vergangenen Woche hat die Sekundarklasse E 2A wohl den garstigsten für das Schulprojekt erwischt: Dabei ginge es beim Unterrichtsthema eigentlich um durchweg sonnige Materie. Stattdessen begann es aus allen Kübeln zu giessen, als die Schüler auf dem Dach des Schützenmatt-Schulhauses unter Anleitung der Regio Energie Solothurn in die Montage einer neuen Photovoltaik-Anlage vertieft waren. Während einer ganzen Woche hatten rund 80 Achtklässler der Sekundarabteilungen E und B die Möglichkeit, tatkräftig und praktisch dabei zu sein, wie eine solche Anlage Form annimmt. «Es war spannend zu sehen, wie aus kleinen Bausteinchen etwas ‹heranwächst›», befand einer der beteiligten Schüler.

Vorausgegangen war theoretischer Unterricht, der durch Lehrlinge der Regio Energie Solothurn sowie durch Greenpeace mitbetreut wurde. Dabei stand nicht nur die Motivation der Umweltbildung im Vordergrund, sondern auch die Frage nach der Ausbildungswahl: So wurde das Projekt im Rahmen der Berufswahlwoche durchgeführt. Jeden Tag ging eine andere Schulklasse auf dem Dach zusammen mit einer Lehrperson ans Werk. «Dadurch, dass sie hier etwas in die Hand nehmen, entwickelt sich ein Interesse darüber, woher der Strom kommt und wie man ihn erzeugt», stellt Lehrerin Esther Wenger fest, die die Sek E 2A unterrichtet. «Und dadurch, dass die Schüler mitbauen dürfen, ist es für sie nach der Fertigstellung auch nicht einfach ‹die Solaranlage›, sondern es ist für sie ‹unsere Solaranlage›», fährt Wenger fort.

Junge Solartechniker

Und so bekundeten die Schüler einiges Interesse an alternativen Energien und an der Technik, die hinter ihrer Gewinnung steckt. Einige nehmen sich schon heute vor, später auch einmal ein Solardach über dem Kopf zu haben, ein Elektromobil zu fahren, oder den Müll zu trennen. «Ich möchte Forstwart werden und zum Wald schauen», war unter anderem zu hören. Entsprechend wurden die jungen Solartechniker am Ende der Woche anlässlich einer Schlussfeier durch ein Diplom, durch Giveaways und einen Zustupf in die Klassenkasse verdankt.

Die Anlage wurde im Zuge der Dachrenovation realisiert, die die Stadt auf dem Schulhaus Schützenmatt im Sommer durchgeführt hatte. Um den selbst gesetzten Förderzielen im Bereich der erneuerbaren Energie Rechnung zu tragen, überliess sie die Dachfläche zur Bewirtschaftung der Genossenschaft Optima Solar. Diese konnte schon bei anderen Projekten, den Oberstufenschulhäusern in Subingen und Derendingen, Erfahrungen beim Einbezug von Schülern sammeln. Die Bruttoinvestitionen für die «Schützenmatt»-Anlage betragen rund 320 000 Franken.

Bis Ende September wird die Genossenschaft 21 Anlagen in Betrieb haben – allein diesen Monat kommen neben der «Schützenmatt» zwei weitere Installationen, beim Wallierhof sowie beim Blumenhaus Kyburg-Buchegg, hinzu. Wie Rudolf Peterzelka, Administrator und Vizepräsident der Genossenschaft Optima Solar, erläutert, wird eine Leistungsspitze von 200 Kilowatt erwartet, produziert auf einer Fläche von mehr als 1200 Quadratmetern. So darf mit einer Stromproduktion von rund 195 000 Kilowattstunden pro Jahr gerechnet werden. Dies entspricht dem Bedarf von rund 50 Haushalten. Ungeachtet der Tatsache, dass nicht immer die gleiche Menge Strom produziert oder verbraucht wird, wird unter dem Strich knapp die Hälfte des Schulhausbedarfs durch die Anlage abgedeckt. Das «Schützenmatt» benötigt Strom für einen Schulbetrieb mit rund 200 Schülern und ihren Lehrpersonen.