Marching Parade

Sie spielen für die Queen und – Solothurn

Die Band of the Blues and Royals wird zum Thronjubiläum der Queen in London spielen. Im Herbst kommt die Militärkapelle dann unter anderem nach Solothurn, wo sie mit 32 Mann die HESO 2012 eröffnen wird.

«Unseren grössten Auftritt haben wir am 16. Juni.» In London natürlich, am 60-Jahr-Thronjubiläum von Queen Elizabeth. Captain John Griffiths, Dirigent der Band of the Blues and Royals, ist stolz – und zeigt das, soweit es britisches Understatement zulässt. Die britische Höflichkeit würde es auch nie erlauben, den geplanten Auftritt der berühmten Militärkapelle in Solothurn als «Peanuts» zu bezeichnen.

Im Gegenteil: Griffiths und Tambourmajor Stuart Marsh –beide mit viel Tatoo-Erfahrung – haben in Solothurn zwei Tage lang rekognosziert, und ihre Expedition in die Schweiz militärisch exakt geplant, obwohl sie erst im Herbst stattfindet. «Nein, die Horses lassen wir in London», witzelt Griffiths, darauf angesprochen, dass ihre in Windsor kasernierte Truppe von 32 Berufsmusikern oft beritten auftritt. Und das haben sie gestern Nacht noch in London geübt, nach der Heimkehr aus Solothurn. Denn tagsüber sei das im Verkehr der City unmöglich.

Ein gedrängtes Programm

Warum der Besuch aus London gestern im Vigier-Sommerhaus? Die Geschichte beginnt 1962. Der damals 50-jährige, in London erfolgreiche Solothurner Unternehmer Bill de Vigier, lädt zu seinem runden Geburtstag die Stadtmusik Solothurn an die Themse ein. Unter Dirigent Franz Königshofer gab diese ein ausverkauftes Konzert in der Central Hall – nun wäre der 2003 verstorbene Mäzen, welcher der Stadtmusik eine Million vermachte, 100-jährig geworden. «Aus diesem Anlass versuchten wir eine britische Militärkapelle zu verpflichten», erklärt Jean-Claude Strebel, Geschäftsführer der Bill de Vigier Stiftung, die im Sommerhaus auch eine grosse Gedächtnisausstellung organisiert.

Nun, die Band of the Blues and Royals nimmt zufällig am 22. September im KKL Luzern am dortigen, in Radio DRS übertragenen World Band Festival teil. Was zu folgendem, nicht ganz stressfreien Programm für die Briten führt: Eintreffen am Donnerstag, 20. September, um 22 Uhr im Hotel Astoria in Solothurn, tags darauf nach einer Stadtführung ein Konzert zur HESO-Eröffnung mit Doris Leuthardt um 16 Uhr, abends um 20 Uhr Konzert mit der Stadtmusik Solothurn im Konzertsaal. Am Samstag gehts nach dem Abstecher mit Konzert von 14 bis 15 Uhr in Luzern zurück nach Solothurn, wo die Briten um 18 Uhr das Schlussbukett der 6. Marching Parade vor St. Ursen abliefern, Darauf gibts eine Big Band Party in der Rothushalle und am Sonntag noch ein Konzert im Sommerhaus. «No Stress», lachen die zwei Offiziere.

Die Marching Parade ab 16 Uhr in der Solothurner Altstadt, wo es um 14000 Franken Preisgeld geht, ist laut Geschäftsführer Stefan Schwarz hochkarätig besetzt: Aus Deutschland nehmen das Musikcorps Bickenbach 1919 e. V. und der Spielmannszug des Jugendblasorchesters Rödemis E.V. teil, dann die Kadettenmusik Horgen (ZH), die Jugendmusik Kreuzlingen, die Brass Band Emmental, die Showband Les Armourins (NE), die MG Wyssachen und die MG Bubendorf (BL).

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