Höhlenforschung

Sie sind tief im Bauch des Berges zuhause

Thomas Arbenz und Tom Hermann sind eigentliche «Höhlenmenschen».

Thomas Arbenz und Tom Hermann sind eigentliche «Höhlenmenschen».

Zwei interessante Gäste stellen derzeit in der Vorstadt aus: Thomas Arbenz und Tom Herrmann, beide Höhlenforscher der Arbeitsgemeinschaft Nidlenloch AGN, entführen in die faszinierende Unterwelt der Höhlen.

Gastgeber ist die Bürogemeinschaft Wanner AG Solothurn, GeoMIT GmbH und Wanner Expert GmbH. Und das hat seinen Grund, wie Piet Ouwehand von der Wanner AG ausführt: «Wir arbeiten beispielsweise am Projekt des Windparks Grenchen. Und da konsultieren wir die Spezialisten der AGN, ob es im fraglichen Gebiet Höhlen gibt, die dabei tangiert werden können.». Denn Thomas Arbenz und Tom Hermann kennen die Höhlen des Juras, insbesondere die 7573 Meter des abschliessend erforschten Nidlenlochs wie ihre Westentasche.

«In vier Jahren haben wir das Nidlenloch völlig vermessen und die falschen Daten von früher korrigiert», zeigt Tom Herrmann auf ein elektronisches Handgerät, mit dem er die Distanzneigung und Himmelsrichtung in der Höhle misst und auf seinen Handcomputer überträgt. «Eine Stunde Arbeit in der Höhle bedeutet zwei Stunden zu Hause im Büro», so Herrmann. Und dort entstehen dann jene faszinierenden Höhlenpläne, die jetzt unter anderem zu den Geschäftszeiten in den Büroräumen an der Dornacherstrasse 29 zu bestaunen sind.

Mit wenig zufrieden

Während der vier Jahre waren 20 Leute in verschiedenen Camps unterwegs, Die Höhlenprofis erfahren kaum oder keine Unterstützung von offizieller Seite, die Vermessung der Höhlen erfolgt in der Freizeit. «Die meisten kommen schon, wenn es dabei etwas zu essen gibt», erklärt Tom Herrmann. Dabei hat sich die Arbeitsgemeinschaft Nidlenloch weit ehrgeizigere Ziele gesetzt. «Bis 2016 wollen wir das Inventar aller 92 Höhlen in der ersten und zweiten Jurakette zwischen dem Weissenstein und Oensingen abgeschlossen haben», betont Herrmann.

Von Höhlenmalereien inspiriert

Während Tom Hermann vor allem Höhlenpläne und Fotos aus dem Nidlenloch und anderen unterirdischen Attraktionen beisteuert, hat sich sein Kollege Thomas Arbenz auf die künstlerische Umsetzung seiner Arbeit im Berginnern spezialisiert. Inspiriert von den eindrücklichen Höhlenmalereien unserer Urahnen malt er mit Erdfarben wie Ocker und Schwarz unter Zuhilfenahme von Schneckenhäusern und seinen Händen Bilder, welche an die grossen Entdeckungen vor allem in Spanien und Südfrankreich gemahnen. Archaische Jagdszenen, die damals alles ausdrückten, was die Menschen jener Zeit umtrieb. «Denn ihre Sprache war noch nicht so entwickelt, deshalb brauchten sie auch ihre Malereien», ist Arbenz überzeugt.

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