Koordination
Sie schaut, dass jeder Filmtage-Helfer seinen Platz kennt

Monica Foppa ist seit 18 Jahren für die Koordination der Volunteers der Solothurner Filmtage zuständig. Sie koordiniert 155 Freiwillige der insgesamt 275 Mitarbeiter des Festivals.

Andreas Kaufmann
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Für die zahlreichen Helfer an den Filmtagen ist Monica Foppa Ansprechperson und Wegweiser.

Für die zahlreichen Helfer an den Filmtagen ist Monica Foppa Ansprechperson und Wegweiser.

Andreas Kaufmann

Ein schöner Zufall: Die Filmtage und Monica Foppa erblickten im gleichen Jahr das Licht der Welt und feiern im nächsten Jahr zusammen ihr Jubiläum.

Zufall, aber auch ein bisschen Schicksal, denn diese Gemeinsamkeit ist bezeichnend für die Passion der 49-jährigen Berufs- und Sekundarschullehrerin aus Solothurn. Sie zählt seit 18 Jahren zu den prägenden Kräften, die dafür sorgen, dass am Tag X jeder Filmtage-Helfer seinen Platz und seine Aufgabe kennt.

Monica Foppa koordiniert 155 Freiwillige der insgesamt 275 Mitarbeiter des Festivals – vorwiegend jene, die an der Kasse, bei der Eintrittskontrolle oder bei der Verteilung der Platzkarten tätig sind. Zudem fällt die Entwicklung von Personalplänen fällt in ihr Aufgabengebiet. Die Aufbau-Crew zählt allerdings nicht dazu.

Von Anfragen überrannt

Dafür ist Foppa für die Rekrutierung neuer helfender Hände zuständig. Suchen muss sie danach allerdings nicht gross: Immer wieder finden sich Interessierte, die ihren Beitrag zu den Filmtagen leisten wollen – auch über die Region hinaus: So helfen Leute aus Bern, Zürich, Basel, Genf oder dem grenznahen Ausland mit, oft auch «Exilsolothurner», die die Filmtage für einen Besuch in der Heimat nutzen.

Neben einer ständig geführten Warteliste wurde Foppa im letzten Herbst mit Anfragen sogar derart überrannt, dass sie zum ersten Mal Absagen verschicken musste. «Schade, dass es zu Ende ist», ist denn auch ein Satz, den Monica Foppa am Schluss der Filmtage oft von Volunteers zu hören bekommt.

Filmtage sind «weiblicher»

275 Personen wirken heuer als Filmtage -Mitarbeitende mit, davon 155 Personen bei Eingangskontrolle, Garderobe, Kasse, Ticketing, Pressefoyer und ähnlichen Bereichen, für die Monica Foppa verantwortlich ist. 16 Personen wirken beim Aufbau mit, 25 Personen als Operateure, 8 sind Helfer bei der Filmlogistik, 12 arbeiten im Infozentrum und 25 in der Moderation. Als Saalverantwortliche stehen 24 Personen (davon 7 aus der Geschäftsleitung) im Einsatz. In der Geschäftsleitung selbst sind ebenfalls 24 Leute tätig. Wie Foppa feststellt, sei die Filmtage -Crew in den vergangenen Jahren merklich weiblicher geworden.(ak)

Ihre «Zielgruppe», das sind in erster Linie leidenschaftliche Cineasten, in zweiter Linie sind es Studenten, Kantischüler und Lernende, die einen Ferienzustupf gut gebrauchen können, oder aber Berufstätige, die ihre Ferien extra auf die Filmtage legen – der Leidenschaft wegen. Und nicht zuletzt gehört ein Festivalpass, ein Essensbon und das Mitarbeiterfest zur Entlöhnung dazu.

Filmleidenschaft von früh an

Für die verheiratete, zweifache Mutter selbst ist die Nähe zum Filmambiente bereits Lohn genug. «Filmeschauen ist für mich eine Horizonterweiterung. Ich erfahre die Ansichten anderer Menschen, anderer Welten, anderer Kulturen.»

Auch Filme mit historischem Hintergrund interessieren die Lehrerin: «Diese haben mich schon immer zum Nachdenken und Nachfragen angespornt – und Impulse für den Geschichtsunterricht geliefert.» Viele ehemalige Schüler seien auch bereits selbst fleissige Filmtage-Gänger.

Mit den gelegentlichen Klassenbesuchen an den Filmtagen konnte Monica Foppa einige Schüler fürs Filmschaffen abseits von Hollywood begeistern. Apropos Hollywood: Auch dem cineastischen Mainstream ist sie selbst nicht abgeneigt: «Ich bin beispielsweise begeisterter James-Bond-Fan.»

Ihr Weg in die Filmtage-Crew

Ihre Passion für den Kinosessel hat sie schon früh entdeckt: «Als mein sechs Jahre älterer Bruder mit seiner Kantiklasse die Filmtage besuchte und daheim davon erzählte, ging ich gedanklich mit in die Kinosäle.»

Neben ihrer Tätigkeit als Erwachsenenbildnerin und Sekundarlehrerin arbeitete sie deshalb bald auch im Sekretariat der Solothurner Produktionsfirma InsertFilm mit. Anlässlich der 30. Filmtage wurde sie angefragt, um im Rahmen der Medienarbeit Schweizer Zeitungen anzuschreiben. Ein Jahr später hatte sie bereits die Personalgeschäfte der Filmtage-Freiwilligen übernommen.

Seither sind die Filmtage gewachsen – und mit ihr der Koordinationsbedarf, aber auch die Erfahrung. Entsprechend erinnert sich Foppa lediglich an eine Panne: Eine Helferin hatte die Filmtage «verschlafen» und weilte stattdessen in Paris in den Ferien. Dafür habe sie selbst fast jedes Jahr denselben Traum: «Dass die Filmtage anfangen und ich nichts gemacht habe.» Doch ausserhalb der Traumwelt ist genau das Gegenteil der Fall. Hier klappts mit den Einsätzen – dank Monica Foppa.

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