Caroline Spillmann
Sie hat offene Augen und Ohren fürs Solothurner Gewerbe

Seit rund 100 Tagen ist Caroline Spillmann als Geschäftsführerin der Stadt- und Gewerbevereinigung (SGSo) im Amt. Die 42-Jährige schätzt den Kontakt mit den Menschen - auch wenn sie einmal nicht so glücklich sind.

Andreas Kaufmann
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Caroline Spillmann, Geschäftsführerin der Stadt- und Gewerbevereinigung (SGSo)

Caroline Spillmann, Geschäftsführerin der Stadt- und Gewerbevereinigung (SGSo)

Andreas Kaufmann

Sie haben vor rund 100 Tagen einen nicht ganz einfachen Job übernommen...

Caroline Spillmann: Das stimmt, aber er ist interessant und abwechslungsreich. Das Schöne daran ist der Kontakt mit den Menschen; und dabei zu erleben, wie sie glücklich sind und – wenn sie weniger glücklich sind – bei der Problemlösung zu helfen und Unterstützung zu bieten, die ihnen etwas bringt.

Nun braucht nicht jeder Gewerbetreibende dieselbe Unterstützung. Ihr Vorgänger Willy Reinmann meinte: «Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.»

Das ist so. Es wird auch nie möglich sein, es allen Leuten recht zu machen. Für mich ist es wichtig, alle gleich zu behandeln, allen die gleichen Möglichkeiten zu geben und niemanden zu bevorzugen. Es heisst aber auch, dass die Mitglieder es auch akzeptieren, wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

Gerade in der Frage der einheitlichen Öffnungszeiten scheiden sich ja in der Vereinigung die Geister.

Caroline Spillmann

Die 42-jährige SGSo-Geschäftsführerin Caroline Spillmann ist wohnhaft in Derendingen. Neben dem SGSo-Amt arbeitet sie im Sportzentrum Zuchwil. Bewegung ist und war ihr schon immer sehr wichtig und sorgt für ihren Ausgleich im Berufsalltag. (ak)

Die grossen Geschäfte sind noch eher proaktiv, wenn es um Sonderefforts geht. Wie meistern Sie den Spagat, der zwischen den Interessen der «Kleinen» und der «Grossen» besteht?

Wir propagieren lediglich, dass die Geschäfte offen haben sollen. Die Entscheidung jedoch ist jedem einzelnen Ladenbesitzer überlassen. Doch auch wenn es schön wäre, wenn möglichst viele mitmachen, können und wollen wir ihnen nichts vorschreiben.

In der Vergangenheit hat die Vereinigung für einzelne kantonale Sonntagsverkäufe – konkret jenen im Frühling – bewusst auf Werbung verzichtet und stattdessen vorgeschlagen, nicht mitzumachen. Welche Haltung vertreten Sie?

Das stimmt so nicht ganz, jedes Geschäft kann am Sonntagsverkauf offen haben. Nur hatten wir bisher den Sonntagsverkauf im Frühling nicht aktiv beworben. Dieses Jahr wird dies ja anders, somit wurde dementsprechend auch das Budget angepasst. Wenn wir etwas machen, dann soll es auch Wirkung zeigen, und somit muss man das vorhandene Budget gut einteilen.

Wenn wir gerade dabei sind: Was ist denn aus Ihrer Sicht der eigentliche Hauptauftrag der Stadt- und Gewerbevereinigung?

Wir bieten Unterstützung in vielerlei Hinsicht und sind die Anlaufstelle für Fragen und Anliegen. Auch bieten wir administrative Unterstützung, wenn Gewerbetreibende eigene Aktionen lancieren möchten.

Wie beurteilen Sie die finanzielle Situation der Vereinigung?

Die SGSo steht gut da.

Wie ist die Zusammenarbeit mit der Stadt und mit anderen Partnern?

Aus meiner kurzen Zeit, seit der ich nun für die Stadt- und Gewerbevereinigung arbeite, kann ich nur Positives berichten. Die Zusammenarbeit mit der Stadt, mit dem Werkhof, dem Tourismus und der Polizei ist sehr konstruktiv und angenehm.

Wo sehen Sie ausserdem Entwicklungsbedarf bei den Gewerbetreibenden?

Es sind so viele verschiedene Branchen, und dies macht es nicht einfach. Die Möglichkeit würde durchaus bestehen, dass nach Wunsch Schulungen angeboten werden könnten beispielsweise in Verkaufsförderung oder in Umgang mit Kunden. Dies müsste aber dann wie erwähnt auch wieder im Budget vorgesehen werden können. Hier braucht es aber auch das Feedback der Gewerbetreibenden mit dem Wunsch einer solchen Massnahme.

Willy Reinmann hat den Puls gefühlt, indem er für Ladenbesuche bei den Mitgliedern vorbeiging.

Das ist auch eines meiner Ziele. Ich besuche sporadisch die Geschäfte, um den Puls zu fühlen. Es freut mich aber auch, wenn sich Geschäftsinhaber bei mir melden und sogar vorbeikommen.

Apropos Ladenoptik: Was halten Sie von Solothurns Schaufenstern?

Ich finde sie sehr ansprechend. Und wenn mir irgendwo ein neugestaltetes Schaufenster auffällt, gehe ich gleich in den Laden.

Mit einer Fusion Solothurns mit Partnergemeinden würde auch die SGSo um einige Mitglieder anwachsen. Wie stehen Sie dieser möglichen Entwicklung gegenüber?

Dieser Entwicklung stehe ich persönlich positiv gegenüber, und für die Stadt- und Gewerbevereinigung würde dies ein Zuwachs von Mitgliedern bedeuten.

Aktuell dürfte die Geschäftsbesitzer vor allem der starke Schweizerfranken beschäftigen. Wie kann Solothurn die Konsequenzen bewältigen?

Die Lösung des Problems kenne ich nicht. Dass aber die Leute vermehrt in der Stadt einkaufen sollten, statt ins Ausland zu fahren, war ja schon vorher Thema. Ich denke aber nicht, dass Solothurn gross von diesem Problem betroffen ist. Wir müssen attraktiv bleiben – da sind wir hier schon auf einem guten Weg: gerade mit dem Sonntagsverkauf im März, für den wir etwas Spezielles planen, das in den Köpfen bleiben soll.

Wie haben Sie sich in Ihrer Funktion akklimatisiert?

Sehr gut, auch wenn ich noch immer dankbar bin für Willy Reinmanns Unterstützung. Es kommen immer wieder Arbeiten, die ich zum ersten Mal ausführe. Aber ich wachse rein und habe auch die Unterstützung des Vorstands. Ausserdem habe ich mich gut in die Buchhaltung eingearbeitet, die neu intern gemacht wird.