«Schon als Kind fuhren wir in den Ferien stets in die Toskana.» Auch die WG des jungen Studenten Michael Baumgartner verschlug es immer wieder in diesen gesegneten Landstrich, und nun ist der 62-jährige Präsident der Lega del Chianti definitiv seiner Jugendliebe erlegen: An der Weissenstrasse 11 hat er mit seiner Partnerin Gabriela Apfl das Spezialitäten-Geschäft Toscana Squisita eröffnet.

Der Hintergrund: Die 25-köpfige Lega del Chianti di Soletta – neben Wien und Zürich die einzige «Biviere» nördlich der Alpen – hatte mit Vertretern der Terra del Chianti Degustationen durchgeführt, eine davon sehr erfolgreich am Solothurner Märet. «Die Gäste hatten nicht einmal eine Preisliste mit dabei», wunderte sich Baumgartner damals – dies angesichts einzigartiger Produkte wie Weine, Olivenöle und sonstige Delikatessen, die dieser gesegnete Landstrich hervorbringt.

Viele persönliche Kontakte

Das Solothurner Paar beschloss, die Vermarktung dieser Produkte aktiv zu unterstützen – mit der Eröffnung des Geschäfts an der Weissensteinstrasse 11. «Wir haben sehr viele Freunde in der Toskana. Die Produzenten arbeiten auf klein parzellierten Flächen sehr nachhaltig in einer Landschaft, die mit ihren Villen, Zypressen und Alleen einer Idealvorstellung entspricht», so Baumgartner. Zehn Produzenten haben diese Chance in Solothurn erhalten, gegen 50 Weinsorten finden sich in den Regalen, dazu Vin Santo, andere Süssweine, Spumante und Grappe. «Darunter sind viele biologisch zertifizierte Weine, ja sogar ein veganer, der ohne Gelatine filtriert wird», weiss der Weinkenner, der überhaupt bei veganen Produkten einen wachsenden Trendmarkt sieht.

Gabriela Apfl ergänzt: «Ich koche gerne. Doch gibt es viele Produkte, die man nur zu horrenden Preisen und oder in Zürich erhält.» Mit speziellen Brotaufstrichen wie beispielsweise aus Hühnerinnereien oder Wildschwein mit dunkler Schokolade will sie im «Toscana Squisita» eine Lücke für Gourmets schliessen. Auch Salame sind hier zu finden, und einen Traum will sich das Paar trotz prohibitiver Zollvorschriften für Detailhändler noch erfüllen: den Import von Fleisch des legendären Chianina-Rinds, das für das unvergleichliche Bistecca alla Fiorentina steht. «Auf ein Kilo kommen allerdings 25 Franken Zoll», erwähnt Michael Baumgartner beiläufig.

Noch ist für beide das Geschäft eine Nebentätigkeit, Schwerpunkt bleibt die angestammte Firma MFB-Geo Consulting in Solothurn, ein führender Anbieter von Lösungen über Satellitendaten. Dagegen fühlt sich Michael Baumgartner in der Welt der Weine geerdet. Viele Winzer würden in der Toskana wieder von der Americano-Traube zu alten einheimischen Rebsorten umsteigen, so der Anbieter auch von Gran-Selezione-Gewächsen. Durch frühere Korbflaschen-Zeiten hätten die Weine der Terra del Chianti immer noch ein Image-Problem. «Und bei uns sind die heutigen Spitzenprodukte nahezu unbekannt.» Umso grösser die Freude des Toskana-Fans, wenn plötzlich ein interessierter Kunde aus dem Glarnerland, sensibilisiert durch den Online-Shop, auftaucht.

Geöffnet: Mittwoch 15 bis 18.30 Uhr, Donnerstag 17 bis 21 Uhr, Freitag 17 bis 18.30 Uhr mit Apericena (Häppchen aus der Toskana), Samstag 10 bis 16 Uhr.