Solothurn

Sie entscheiden: Rythalleplatz oder Schanzenplatz?

Sie entscheiden, wie dieser Platz heissen soll: Rythalleplatz oder Schanzenplatz?

Sie entscheiden, wie dieser Platz heissen soll: Rythalleplatz oder Schanzenplatz?

Im Rahmen des 2000-Jahre-Jubiläums sucht die Stadt Solothurn einen Namen für den Platz hinter der Rythalle. Nach Sichtung der über 400 eingegangenen Vorschläge unterbreitete die Jury drei Vorschläge: Rythalleplatz, Schanzenplatz und Epona-Platz. Die Gemeinderatskommission hat entschieden, die beiden Namen Rythalleplatz und Schanzenplatz der Bevölkerung zur Abstimmung zu unterbreiten. Der Name Epona-Platz wird als kreativer und poetischer Vorschlag gewürdigt, aber nicht weiter verfolgt. Die Bevölkerung kann nun bis Ende November im Internet auf der Homepage der Stadt abstimmen, welcher Name es denn nun sein soll.

Der Platz nördlich hinter der Rythalle wird regelmässig als Veranstaltungsort genutzt, hat aber bis heute keinen Namen. Nun nimmt die Stadt das anstehende Jubiläum zum Anlass, dem Platz mittels eines öffentlichen Wettbewerbs einen Namen zu geben. Eine Jury, bestehend aus Corinne Widmer, Mitglied der Gemeinderatskommission, Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadt-bauamt, und Erich Weber, Konservator des Historischen Museums Blumenstein, beurteilte die eingegangenen Vorschläge und schlug der GRK drei davon zur Beurteilung vor.

Entstehungsgeschichte

Das Gelände hinter der Rythalle entstand durch die Planierung von privaten Gärten im Zuge des Baus der Schanzen um die Altstadt zwischen 1667 und ca. 1680. Gelegen zwischen Schanzengraben und heutiger Werkhofstrasse diente das flache Gelände als sogenanntes Glacis, als nicht bebautes und nicht zu bebauendes Vorgelände der Befestigung. Mit Beginn der Entfestigung verlor 1835 das Glacis seine Funktion. 1863 bis 1864 wurde am südlichen Ende des Geländes eine Reithalle erbaut. 1877 folgte dann auf dem Gelände dahinter die städtische Turnhalle, und der Platz diente dem Sport. Im Zuge des Neubaus des Werkhofschulhauses wurde die Turnhalle 1930 abgebrochen und das Gelände als Pausenhof und Aussenbereich der Bezirksschule ge-nutzt. Mit Ende des Schulbetriebs im Werkhofschulhaus und der intensivierten Nutzung der Ryt-halle als Messestandort, wurde das Gelände hinter der Reithalle schrittweise in einen Platz mit Mergelbelag verwandelt, der als Erweiterung der Messefläche genutzt wird.

Kriterien für die Auswahl

Der Namenswettbewerb hat eine grosse Fülle von Ideen hervorgebracht. Um diese sinnvoll beurteilen zu können, musste die Jury erst die für die Wahl anzuwendenden Kriterien definieren. Folgende Grundsätze wurden festgelegt: Schaffung eines Ortsbezugs, Verzicht auf Personennamen, Verzicht auf Namen, die auf die Nutzung des Platzes oder auf Ereignisse verweisen, keine Beliebigkeit. Zudem wurden keine Vorschläge in einer Fremdsprache berücksichtigt. Auf der Basis dieser Kriterien wählte die Jury drei Vorschläge aus.

Rythalleplatz: Den Platz hinter der Rythalle nach dieser zu benennen, liegt eigentlich auf der Hand. Auch wenn die Rythalle schon lange nicht mehr zum Reiten verwendet wird, hat sie ihren Namen beibehalten. Den Platz nach diesem denkmalgeschützten Gebäude zu benennen, erscheint der Jury sinnvoll. Da die Halle in aktuellen Plänen als Rythalle bezeichnet wird und nicht als Reithalle, müsste der Platz konsequenterweise Rythalleplatz heissen.

Schanzenplatz: Der Platz wird auf der Länge seiner gesamten Westseite von der Schanzenmauer geprägt. Eine Benennung des Platzes nach dieser eindrücklichen, denkmalgeschützten Baustruktur lag für die Jury ebenfalls auf der Hand. Die Schanze zählt zu den zentralen Sehenswürdigkeiten unserer Stadt, und der Platz selber war als Glacis einst auch Teil der Anlage. Die Benennung des Platzes nach der Schanze erscheint der Jury daher ebenfalls als sinnvoll.

Epona-Platz: Dieser Vorschlag bestach die Jury durch die gelungene Verknüpfung eines Ortsbezugs mit dem anstehenden 2000-Jahre-Jubiläum der Stadt Solothurn. Der Name nimmt Bezug auf den sogenannten Eponastein aus dem Jahr 219, der heute im Steinmuseum ausgestellt ist. Der Stein liefert die älteste Überlieferung unseres Stadtnamens Salodurum und ist damit von ganz zentraler Bedeutung für unsere Stadtgeschichte. Der Eponastein ist aber auch eine Weiheinschrift auf die keltische Pferdegöttin Epona. Damit schafft der Name Epona-Platz auch einen Bezug zur Rythalle nebenan.

Wie die Jury war auch die Gemeinderatskommission der Meinung, dass diese Idee zwar wunderbar poetisch und zudem originell ist, aber für diesen Platz zu viel Erklärungsbedarf, respektive Vorwissen erfordert, um den Zusammenhang zu verstehen. Deshalb wurde dieser Vorschlag zwar gewürdigt, er soll aber nicht weiterverfolgt werden. Somit kann die Bevölkerung nun bis Ende November darüber abstimmen, welcher Name definitiv gewählt wird.

Start des Jubiläumsjahres

Zur Einstimmung auf das Jubiläumsjahr ist die Bevölkerung von Solothurn am 1. Januar 2020 um 18 Uhr von der Stadt zu einem Startanlass in die Rythalle eingeladen. Die Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung möchten dort mit der Bevölkerung auf das Jubiläum anstossen und über die wichtigsten Aktivitäten während des Jahres orientieren. Selbstverständlich offeriert die Stadt allen Anwesenden etwas zu trinken und zu essen. An diesem von Sandra Boner moderierten Anlass wird auch die Jubiläumslaterne vorgestellt und der Name des Platzes bekannt gegeben. Eingeweiht wird dieser mit einem Feuerwerk auf dem Schanzenareal. (mgt)

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