Kleine Mädchen, Teenies und junge Frauen in unterschiedlichen Trachten trippeln auf die Treppe, verteilen sich auf der Bühne. Bereits der Einzug mit dem Ohrwurm «Luegit vo Bärge und Tal» mit den zu Trichter geformten Händen zeigte, dass hier nicht einfach nur Trachtenmeitli singen, sondern ein choreografierter Auftritt auf das Publikum wartete. Lea Scherer und Hannah Willimann haben den Mädchenchor vokal sowie in Ausdruck und Bewegung optimal vorbereitet und grossartige Arbeit geleistet.

Eine richtige Performance

Die jüngsten Sängerinnen sind 7 Jahre alt, die älteren mehr als 25. Sowohl der Gesamtchor wie auch die verschiedenen Formationen punkteten mit sehr sauberer Intonation und gut ausbalanciertem Volumen.

Mit «D'Zyt isch do» gelang den Mädchen eine Hommage an die Solothurner Grössen Casimir Meister und Josef Reinhard. Die traditionellen Volkslieder erhielten durch die jungen Stimmen und die modernen Arrangements eine frische Note.

Bei Liedern wie «S isch mer alles ei Ding, ob i lach oder sing. Han es Herzeli wie-n-es Vögeli, darum liebe-n-i so ring» folgten die Augen des Publikums den grossen und kleinen Händen, die den Text mit Gesten untermauerten, und freuten sich, wie optisch und akustisch ein Ganzes entstand - eine richtige Performance.

Ohren- und Augenschmaus

Farbig gestaltete sich nicht nur das Klangbild, sondern mit den unterschiedlichen Trachten boten die Mädchen und Frauen einen wahren Ohren- und Augenschmaus. Volkstanzleiterin Käthi Jutzi kümmerte sich vorgängig um die Trachten und studierte mit den Mädchen die Volkstänze ein.

Begleitet wurde der Mädchenchor vom Trio Pflanzplätz mit Jürg Nietlisbach, Kontrabass, Simon Dettwyler, Schwyzerörgeli, und Thomas Aeschbacher, Schwyzerörgeli und Gitarre. Ein überaus virtuoses Trio, welches den traditionellen Melodien einen ungewohnten Sound verpasste, und sowohl solistisch wie auch als Begleitformation überzeugte. Wobei Thomas Aeschbacher einerseits als Komponist wie auch als Arrangeur glänzte.

Die drei Musiker sind Meister des Improvisierens und probieren gerne Ungewohntes aus, erinnerte zeitweise an Tangofeeling aus Argentinien und nordische Klangbilder. «Là-haut, sur la montagne» tönte zwischendurch nicht nur wegen der Tempiwechsel neuartig und unkonventionell.

Highlights präsentierte der Chor auch zum Schluss mit «Du fragsch mi, wär i bi» und «Du fragsch, was ich möcht singe» - die mehr als 60 Sängerinnen begeisterten die Zuhörer im bis auf den letzten Platz gefüllten Konzertsaal total. Viele junge Stimmen auf der Bühne und von Eltern begleitete Kinder im Saal zeigten, wie Musik Generationen und Sprachregionen verbindet.