Generalversammlung
Sicherheitsfragen sind globaler den je — Peter Schneider hielt packendes Referat

Die «Freunde des Museums Alten Zeughauses» liessen den Blick über die Schanzen hinaus schweifen.

Mark A. Herzig
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Die Ausstellung zur Geheimorganisation P-26 ist im Alten Zeughaus zu sehen.

Die Ausstellung zur Geheimorganisation P-26 ist im Alten Zeughaus zu sehen.

Die Ausstellung zur Geheimorganisation P-26 ist eines der Highlights, über die Präsident Peter Platzer im Rahmen der Generalversammlung des Vereins «Freunde des Museums Alten Zeughauses» berichten konnte. Dort organisierte der Verein mit Unterstützung von Museumsleiterin Claudia Moritzi einen Spezialanlass. Die Ausstellung ist bis Ende 2020 verlängert worden.

Weniger Freude bereitete die sogenannte «Schanzentafel», mit welcher der Verein auf Hintergründe und Geschichte der Bastionen aufmerksam machen wollte. Das Vorhaben fand bei der Baukommission keine Gegenliebe. Dort will man eine einheitliche Hinweisgestaltung kreieren.

Der Verein zählt 168 Mitglieder. Die von Valentin Burkard kommentierte Rechnung zeigt bei Einnahmen von 5'000 Franken ein Defizit von 2'500 Franken, das durch Werbemassnahmen entstand. Bei der Herbstveranstaltung vom 24. Oktober wird Rudolf Jaun, emeritierter Professor für Militärgeschichte, referieren.

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Peter Schneider, Chefredaktor der «Allgemeinen Schweizerischen Militärzeitschrift» und langjähriger Oberst im Generalstab, hielt ein packendes Referat zu aktuellen Fragen der Sicherheitspolitik. Zu vieles sei heute vergessen, zu vieles werde verdrängt, so der Referent. Zur Zeit des Kalten Krieges standen sich der Warschauer Pakt (Ostblock unter Führung der Sowjetunion) und die Nato, geprägt durch die USA, gegenüber. Der Pakt ist gefallen, und die Nato kennt ­innere Streitereien zum Bespiel ­zwischen der Türkei und Griechenland. Allenthalben wird «klassisch» aufgerüstet, auch wenn die Grenze zu Russland heute weiter ostwärts liegt. Der Konflikte gebe es viele, erwähnte Schneider, etwa zwischen Aserbaidschan und Armenien und die Besetzung der Krim sei schon fast vergessen. «Krieg im Irak, in Syrien, Jemen, an verschiedenen Orten in Afrika – die Aufzählung könnte schier endlos weitergehen», so der Referent.

Alle diese Konfliktgebiete liegen nicht so fern ab wie empfunden: «Und dort werden neue Ströme von Flüchtlingen und Migranten ausgelöst.» Vergessen werde auch das Drogenproblem, das schon so viele Staaten ausgehöhlt habe, weil Drogenproduktion und vor allem -transport zu Korruption bis in die Regierungen reichen würden.

Unterschätzt wird gemäss Schneider noch immer China, «ein Land, das alles an Ressourcen hat und sich schnell ausbreitet, wenn auch in unseren Gegenden nicht kriegerisch». Er verwies auf die Schwemme elektronischer Geräte und den Seidenstrassenplan, an die Infrastrukturprojekte in Afrika und schliesslich die Häfen, an denen China massgeblich beteiligt ist: Piräus, Valencia, Zeebrügge. Kurz: Die Bedrohung sei im wahrsten Sinn global geworden.

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