Seraina Rohrer, Ihre ersten Filmtage als Direktorin sind Geschichte. Wie lautet Ihr Fazit?

Seraina Rohrer: Ich bin sehr zufrieden, ich habe mein Hauptziel erreicht: Es wurde mehr über Film und weniger über Filmpolitik gesprochen. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Auch persönlich war es eine sehr aufregende Woche mit wunderbaren Begegnungen und Diskussionen. Höhepunkte waren für mich die Eröffnung der Filmtage mit Xavier Kollers Werk «Eine wen iig, dr Dällebach Kari», die Auftritte der Schauspielerin Marthe Keller und die Rede von Kulturminister Alain Berset an der «Nacht der Nominationen».

Wurden Ihre Erwartungen im Bezug auf die Zuschauerzahlen erfüllt?

Auf jeden Fall. Wir konnten schon wieder einen neuen Zuschauerrekord mit über 55000 Eintritten verbuchen. Nun sind wir gefordert. Wir müssen darauf achten, dass der Erfolg beim Publikum nicht zum Stolperstein wird. Vor allem am ersten Wochenende war die Auslastung der Kinos enorm. Mein Ziel für das kommende Jahr ist es, neue zusätzlich Spielstätten zu finden.

Der Prix de Soleure ging an «Vol spécial», der Prix de Public an «Die Wiesenberger». Waren das auch Ihre Favoriten?

Mir haben beide Filme sehr gut gefallen. «Vol spécial» hat den Prix de Soleure absolut verdient. Ich hätte mir als Gewinner aber auch sehr gut «Courage» von Greg Zglinski vorstellen können. Ein faszinierender Film, der das Thema Humanismus sehr fein und stimmungsvoll aufbereitet. Spannend ist, wie unterschiedlich die zwei Gewinner sind. Das zeigt auch, wie komplex die Schweiz ist.

Haben Sie bereits Neuerungen für 2013 angedacht?

Zuerst wird Bilanz gezogen. Ich habe diverse Ideen, die aber noch nicht spruchreif sind. Klar ist: Ich will die Podiumsdiskussionen nach den Filmvorführungen stärken. Es soll noch mehr über Film gesprochen werden. Das liegt mir am Herzen.