Gleich drei Welturauführungen gibt es am ersten Tag in Solohturn zu bestaunen. «Verliebte Feinde» von Werner Schweizer, «Jan» von Bejamin Kempf und Rafel Benito und «Von heute auf morgen» von Frank Matter. Alle drei Filme laufen im Publikums-Wettbewerb Prix du Public. Seraina Rohrers Tagesfavorit ist aber der Trickfilm «Couleur de Peau: Miel». Der Film erzählt das Leben des Knaben Jung. Er wurde nach dem Ende des Koreakrieges 1971 über von einer belgischen Familie adoptiert, ein Schicksal, das rund 200000 andere koreanische Kinder ereilte. «Den Film muss man gesehen haben», schwärmt Rohrer.  Sie freue sich auch sehr auf Silvio Soldini, dem in Solothurn dieses Jahr eine Sonderschau gewidmet ist.

Ein Highlight der Filmtage vermag die Direktorin aber nicht auszumachen, noch nicht. «Das werden die Zuschauer entscheiden. Vorraussagen kann man das nicht», gibt sie sich diplomatisch. An den Kassen schält sich aber bereits ein Renner heraus. «Verliebete Freinde» von Werner Schweizer. Das halbdokumentarische Werk über das Ehepaar Iris und Peter von Rothen. Die Freitagspremiere ist bereits seit längerem ausverkauft.

Rohrer sieht den Schweizer Film derzeit in hervorragender Verfassung. Er zeige viel Haltung, vor allem der Dokumentarfilm erlebt eine Hochphase. Sehr viel Haltung gezeigt. Sie ortet zwei Ursachen dafür. Zum einen interessiere sich das Publikum mehr fürs Reale. Zum anderen seien die neuen Dokumentarfilme auch gut erzählt. «Da bleibt man dran», so ihr Fazit.

Die diesjährigen Filmtage sind Rohrer zweite Ausgabe. «Dieses Jahr kann ich es wirklich geniessen», sagt Rohrer. (rsn)

Trailer von «Couleur de peau: Miel»

Trailer von «Couleur de peau: Miel»

Trailer zu «Verliebte Feinde»

Trailer zu «Verliebte Feinde»