Fahrtraining
Senioren trainieren den sicheren Umgang mit E-Bikes

Stadtpolizeien und Pro Senectute bieten Kurse für sicheren Umgang mit E-Bikes an. Denn immer mehr Senioren satteln auf die elektronischen Fahrräder um.

Jasmin Heri
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Senioren trainieren den sicheren Umgang mit E-Bikes
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«Im 2012 gab es vier Mal mehr Tote als im Vorjahr», erzählt Adrian Bitzi von der Stadtpolizei

Senioren trainieren den sicheren Umgang mit E-Bikes

Jasmin Heri

Sieben Seniorinnen und Senioren kurven durch den Parcours hinter dem Solothurner Schulhaus Brühl. Mit ihren elektrischen Rädern sind sie zügig unterwegs. Sie ducken sich unter Hindernissen, halten an bei Stopp-Schildern und fahren über Rampen. Die Sonne ist ihnen für einmal hold.

Das E-Bike-Fahrtraining für Senioren, veranstaltet von der Stadtpolizei und der Organisation Pro Senectute, will älteren E-Bike-Fahrern mehr Sicherheit vermitteln. Die Elektro-Drahtesel erlebten in den letzten Jahren, vor allem in diesem Alterssektor, einen Boom: «Wir zählen immer mehr Senioren, die mit einem E-Bike unterwegs sind», bestätigt Pia Stampfli, Verantwortliche für Bildung und Sport der Pro Senectute.

Zu wenig Fahrpraxis

Die wachsende Zahl an Senioren auf elektrischen Fahrrädern ist nicht unproblematisch: «Viele, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mit einem gewöhnlichen Fahrrad fahren können, sind jetzt mit dem E-Bike unterwegs», weiss Pia Stampfli. Darunter einige, die lange nicht mehr Fahrrad gefahren sind. Um die mangelnde Fahrpraxis auszugleichen, bietet Pro Senectute E-Bike-Touren und die Sicherheitskurse an. «Uns ist es ein Anliegen, dass die älteren Fahrer sicher unterwegs sind und lenken können», so die Zuständige für Sport und Bildung weiter. Das bedeute, dass der Lenker mit nur einer Hand fahren und das Gleichgewicht halten könne.

Für ein besseres Gespür

Solche Übungen machen die Senioren auf dem Schüler-Parcours hinter dem Schulhaus Brühl. Stadtpolizist Adrian Bitzi machts als Kursleiter vor und die Truppe fährt hinterher. «Ich habe immer Angst hinzufallen», äussert sich eine Teilnehmerin. Das Velo sei schwer. Genau dafür sind die Sicherheitskurse da: Ungestört von anderen Verkehrsteilnehmern kann ein besseres Gespür und vor allem das Gleichgewichtsgefühl auf ihrem Rad entwickelt werden. Auf die Strasse gehts dann für das Kreiselfahren. Die Teilnehmer erhalten von Bitzi eine praktische Einführung in das richtige Verhalten im Kreisverkehr. Nach vier Stunden Theorie und Praxis schicken die Veranstalter ihre Fahrschüler sicherer und fitter zurück in den Strassenverkehr.

Todesfallrate vervierfacht

«Erst kürzlich ist eine ältere Dame auf der Bergstrasse in Solothurn gestürzt und hat sich schwer am Kopf verletzt», berichtet Adrian Bitzi von einem Selbstunfall. Geschwindigkeit und Bremsfähigkeit des E-Bikes dürften nicht unterschätzt werden. Ein E-Bike ist doppelt so schnell und schwer wie ein normales Fahrrad. «Testet die Fahrräder, bevor Ihr sie kauft und seid Euch bewusst, dass Ihr mit 25 km/h sehr schnell unterwegs seid», legt der Fachmann seinen Zuhörern ans Herzen. Er rate ab, sich ein «schnelles Bike» mit 45 km/h zu kaufen. Bei den E-Bikes wird zwischen zwei Typen unterschieden: dem «langsamen E-Bike», das bis 25 km/h unterstützt, und dem «schnellen», mit einer Motorleistung bis 45 km/h und Helmpflicht.

«Im 2012 gab es in der Schweiz vier Mal mehr Tote als im Vorjahr», warnt Bitzi unter Hinweis auf die acht tödlich Verunfallten. «Haltet Blickkontakt mit anderen Verkehrsteilnehmern und signalisiert, wo Ihr hinwollt», ermahnt der Stadtpolizist sein aufmerksames Publikum.

Weitere Kurse: Samstag, 13. April, und Montag, 15. April, in Solothurn sowie Mittwoch, 17. April, in Grenchen.

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