«Selfie mit 11i»
Wie weiter mit Skulptur beim Krummturm? «Das ursprüngliche Projekt war elf Meter gross»

Die Skulptur auf dem Platz neben dem Krummturm müsste nach einem Jahr nun weg. Der Künstler Simon Azar möchte sie aber der Stadt schenken.

Christina Varveris
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Künstler Simon Azar vor der Skulptur, die hinter der Krummturmschanze steht.

Künstler Simon Azar vor der Skulptur, die hinter der Krummturmschanze steht.

Hanspeter Bärtschi

Elf Kinderfiguren sind um einen Turm herum arrangiert, versunken in ihrer digitalen Welt. Manche tragen Kopfhörer, manche starren ins Handy. «Wie pubertierende Teenager es manchmal so machen», sagt Simon Azar. Der Künstler und Coiffeur aus Zuchwil hat die Skulptur «Selfie mit 11i» zum 2000-Jahr-Jubiläum der Stadt Solothurn erschaffen. Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten erhielt er von der Stadt die Bewilligung, sein Kunstwerk auf dem Rasen neben der Krummturmschanze aufzustellen. «Das ursprüngliche Projekt war elf Meter gross», sagt Simon Azar. Gescheitert sei es an der Finanzierung, also machte Azar auf eigene Faust ein kleineres Kunstwerk.

Die Bewilligung der Stadtpolizei Solothurn, die Skulptur für ein Jahr in die Mitte des Rasens bei der Schiffländte zu stellen, läuft bald ab. Nun stellt sich die Frage, was passiert mit der Skulptur?

Die Skulptur könnte gar ein Brunnen sein

Simon Azar möchte, dass sie dort bleibt, wo sie ist. «Ich fände es schade, wenn sie weg müsste», sagt der gebürtige Syrier, der in Zuchwil einen Coiffeur-Salon hat. In einer Onlinepetition unterstützen bis jetzt rund 250 Menschen den Verbleib der Skulptur in der Vorstadt.

«Gerade eben haben sie ein paar Touristen aus St.Gallen bestaunt und Selfies mit ihr gemacht.»

Er möchte die Skulptur der Stadt schenken. «Ich bin Solothurn so dankbar für diesen wunderschönen Platz, neben dieser alten Mauer der Krummturmschanze und den grossen Bäumen rundherum.» Innen ist die Skulptur hohl und oben beim Turm hat es ein Loch, so könnte sie sogar zu einem Springbrunnen umfunktioniert werden. «Diese Idee kam mir beim Gestalten», sagt Azar. Er wollte die Möglichkeit offen lassen, falls man einen Brunnen daraus machen möchte.

Skepsis bei der Stadt

Bei der Stadt gibt man sich skeptisch.

«Grundsätzlich wollen wir den öffentlichen Raum nicht mit Kunst möblieren»,

sagt Stadtschreiber Hansjörg Boll. Man hätte auch schon Kunstwerke im Alteisen entsorgen müssen, weil sie vom Künstler nie abgeholt wurden. Im Rahmen der Abklärungen werde erst Christoph Vögele, Kurator vom Kunstmuseum Solothurn, konsultiert. «Schliesslich entscheidet dann das Stadtpräsidium zusammen mit dem Stadtbauamt, denn es ginge nicht mehr um eine temporäre Bewilligung, sondern um eine Baubewilligung», sagt Hansjörg Boll.

Sollte die Stadt das Geschenk trotzdem nicht annehmen, würde der Werkhof dem Künstler helfen, sie wegzubringen, so Hansjörg Boll.