Coronavirus
Selbstverhängte Lockdowns: In der Stadt Solothurn bleiben einige Restaurants geschlossen

Mit der Sperrstunde ab 19 Uhr legen etwa das «Pier 11» und das «Baseltor» eine Pause ein. Andere Lokale in der Stadt Solothurn haben nur am Mittag offen.

Fabio Vonarburg
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Fondue-Pause: Die Häuschen des Restaurants Pier 11 in Solothurn bleiben sicher bis am 23. Januar leer.

Fondue-Pause: Die Häuschen des Restaurants Pier 11 in Solothurn bleiben sicher bis am 23. Januar leer.

Tom Ulrich / fotomtina

Der Geruch von Fondue hängt nicht mehr über dem Chalet-­Dörfli. Seit Samstag bleiben die eigentlichen Weihnachtshäuschen auf dem Areal des TCS-­Campingplatzes in Solothurn leer, die in den letzten Wochen bis zu 4 Personen zum Käseschmaus beherbergten.

Nachdem der Bundesrat am vergan­genen Freitag verkündet hatte, dass Restaurants bereits um 19 Uhr schliessen müssen, und damit zwei Stunden früher, als dies der Kanton Solothurn vorsah, entschieden die Verantwortlichen des Restaurants Pier 11, zu dem das Chalet-Dörfli gehört, gleich ganz zuzubleiben. Und zwar sicher bis und mit 22. Januar, auf diesen Tag hat der Bundesrat die Massnahme derzeit befristet.

«Wir hoffen, dass wir so unseren Beitrag zur Eindämmung dieser Pandemie leisten können», schreibt das Restaurant in den sozialen Medien und verspricht, dass auch das Chalet-Dörfli Ende Januar noch stehen wird. Dieses hätte es ohne die Coronapandemie gar nie gegeben und sollte den Restaurantbesuchern ermöglichen, in einer möglichst sicheren und festlichen Umgebung ein Fondue zu geniessen.

Neben dem «Pier 11» bleiben vorübergehend auch andere Restaurants nach den Beschlüssen des Bundesrats geschlossen. Darunter das «Härdöpfu-Huus» in der Vorstadt. «Unter den jetzigen Bedingungen können wir nicht kostendeckend arbeiten», begründet Geschäftsführer John Torpy den selbstverhängten Lockdown. In letzter Zeit hätten sie auch wegen des zunehmenden Homeoffice immer weniger Gäste am Mittag begrüssen können. «Und am Abend macht es auch keinen Sinn. Die ersten Gäste kommen normalerweise um 18 Uhr. Kaum sind sie da, müssten wir wieder schliessen.»

«Salzhaus» hat am Mittag offen, «Baseltor» bleibt zu

Zur Genossenschaft Baseltor gehören vier Lokale. Eines davon bleibt seit dem Entscheid des Bundesrates zu. Bis und mit 13. Januar geht das Restaurant Baseltor in die ausserordent­lichen Betriebsferien. «Wir kochen doch relativ aufwendig mit Frischprodukten», sagt Martin Volkart, Delegierter der Genossenschaft Baseltor. «Nur mit dem Mittagsgeschäft wird die Rechnung knapp.»

Auch das Restaurant Baseltor bleibt zu. (Archivbild)

Auch das Restaurant Baseltor bleibt zu. (Archivbild)

Maddalena Tomazzoli

Die Genossenschaft habe sich aber bewusst entschieden, nicht alle ihre Lokalitäten zu schliessen. «Wir möchten einen Beitrag leisten für die Vorweihnachtszeit in der Stadt. Wenn jetzt alle Beizen die Rechnung machen, haben nur noch die Läden offen. Das wäre aus unserer Sicht schade», sagt Volkart.

So hat das «Salzhaus», das im November geschlossen blieb, jeden Mittag von 11.30 bis 14 Uhr offen. Auch «La Couronne» empfängt weiterhin Gäste. Von Donnerstag bis Samstag kann man dort auch früh zu Abend essen. Trotz der wohl kleinen Nachfrage, sagt Volkart. Am vergangenen Samstag seien um die 25 Gäste gekommen. Auch das «Solheure» hat von Mittwoch bis Samstag bis 19 Uhr offen.

Es bringe nichts, über das Für und Wider der einzelnen behördlichen Massnahmen zu diskutieren, sagt Martin Volkart. «Wichtig ist, beweglich zu sein und jeweils bestmöglich damit umzugehen.» Die Genossenschaft Baseltor hat bislang ihr Hauptziel erreicht. Und zwar alle ihre 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter beschäftigen zu können. Auch wenn für diese wegen der Lohneinbussen die Situation nicht einfach sei, wie Martin Volkart betont. Denn nach dem guten Sommer ist das Unternehmen jetzt wieder in Kurzarbeit.

Im Zunfthaus zum Wirthen kann man weiterhin zu Mittag essen. Am Abend bleibt das Restaurant geschlossen, gekocht wird trotzdem. Denn am Abend liefert das Restaurant das Essen aus. Der Lieferservice sei gut angelaufen, gibt Chris van den Broeke, der Geschäftsführer des Restaurants, Auskunft. «Falls der totale Lockdown kommt, setzen wir dann wieder voll auf dieses Konzept.» Van den Broeke würde einen solchen begrüssen. «Ein Lockdown würde uns mehr Planungssicherheit geben. Jetzt zum Beispiel wissen wir nicht, ob wir für das Mittagessen von nächster Woche einkaufen sollen. Denn falls der Lockdown am Freitag kommt, sitzen wir auf den Waren.»

Restaurantbesitzerin rechnet mit dem Lockdown

Sylvia Aebi vom «Pintli» zeigte sich in der Krise kreativ. Sie schaffte es mit ihrer Idee bis auf Seite 2 im «Blick». Ihre Gäste essen seit Mitte November in kleinen Gewächshäusern und tun es weiterhin. Das Restaurant in St.Niklaus-Feldbrunnen bleibt offen, wenn auch nur noch an ausgewählten Tagen. Am kommenden Wochenende, vom 23. bis 25. Dezember sowie am 31. Dezember.

Doch ob es wirklich so weit kommt, daran zweifelt Aebi. «Ich habe das Gefühl, es geht nicht mehr lange, bis wir gar nicht mehr offen haben dürfen.» Das schmerzt Sylvia Aebi, auch weil sie Herzblut wie auch Geld in die Gewächshäuser investiert hat, die bei den Gästen in den letzten Wochen sehr beliebt waren. Ob es sich dennoch ausgezahlt hat, weiss sie nicht. «Ich habe nie die Rechnung gemacht.»

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