«Selbsthilfe Solothurn»

Selbsthilfe soll bekannter werden: In Solothurn entsteht eine Gruppe für depressive Menschen

Eine Selbsthilfegruppe, die sich an den Händen hält. (Symbolbild)

Eine Selbsthilfegruppe, die sich an den Händen hält. (Symbolbild)

Der Verein «Selbsthilfe Solothurn» unterstützt die Gründung einer Gruppe für Depressionen. Gleichzeitig verfolgt er ein neues Projekt, das eine Zusammenarbeit mit Spitälern vorsieht.

Psychisch kranke Menschen leiden besonders unter Corona – dies hat sich während und auch nach dem Lockdown stärker gezeigt. So ergab zum Beispiel eine Studie der Universität Basel, dass in den letzten Monaten die Fälle starker Depressionen markant zugenommen haben.

Menschen, die mit Depressionen zu kämpfen haben, sollen es bald auch in der Stadt Solothurn wieder leichter haben, andere Betroffene für einen Austausch zu finden: In Zusammenarbeit mit dem Verein «Selbsthilfe Solothurn» formiert sich in der Region momentan eine neue Selbsthilfegruppe für Depressionen. Die Initiantin der Gruppe erklärt, sie habe schon ihr ganzes Leben lang immer wieder Selbsthilfegruppen angehört.

Neue Selbsthilfegruppe Depression für Solothurn

Als sich dann vor ein paar Jahren die Gruppe in Solothurn auflöste, suchte sie nach einer Alternative. Sie habe sich in Olten erkundigt und sei eine Weile lang nach Bern gefahren; dies stimmte für sie aber nie so ganz. So kam ihr dann die Idee, selbst eine Gruppe in Solothurn zu organisieren. Dafür wandte sie sich an die Kontaktstelle von Selbsthilfe Solothurn.

Der Verein betreut unterschiedliche Selbsthilfegruppen im ganzen Kanton. Er unterstützt sie bei der Gründung und bleibt ihr Ansprechpartner für Probleme und Krisen jeglicher Art. Zum Thema Depression wird bereits eine Gruppe in Olten betreut, die sich momentan aufgrund von Corona nicht trifft. Es hätten einfach zu viele Angst, erklärt der Leiter der Gruppe. Die Solothurner Gruppe ist derweil noch in der Formation: Bis jetzt hat Bereichsleiterin Regina Schmid drei Namen auf die Liste eingetragen. «Es freut mich, dass sich hier auch wieder jemand kümmert», sagt sie.

Mit Spitälern und Abteilungen zusammenarbeiten

Die Initiantin hofft, am Ende mindestens ein halbes Dutzend Mitglieder zusammenzuhaben. Neben der Gründung der neuen Gruppe steht bei Selbsthilfe Solothurn momentan noch ein anderes Projekt im Fokus: Mit dem Projekt «Selbsthilfefreundliche Spitäler» verfolgt der Verein das Ziel, die Selbsthilfe noch bekannter zu machen. Man möchte dazu mit verschiedenen Spitälern und Abteilungen zusammenarbeiten, damit Patienten nach einer stationären Behandlung über die Existenz der Selbsthilfegruppen informiert sind.

Bisher sei dies zwar in einigen Fällen schon gemacht worden, erzählt Melanie Martin, Bereichsleiterin Fachaufgaben. Es sei allerdings immer sehr abhängig vom zuständigen Personal gewesen. Mit dem neuen Projekt ist zum Beispiel klar geregelt, dass Patienten während ihres Spitalaufenthalts mindestens einmal auf die Selbsthilfe hingewiesen werden. Zur Umsetzung des Projekts werden auch Mitglieder von Selbsthilfegruppen hinzugezogen. Es soll ein Austausch «auf Augenhöhe» sein, so Martin.

Erster Vertrag mit Solothurner Spitäler AG

Den ersten Vertrag hat Selbsthilfe Solothurn bereits abgeschlossen: Seit ein paar Monaten arbeiten sie mit den psychiatrischen Diensten der Solothurner Spitäler AG zusammen. Der Sinn sei, dass am Ende «ein Gewinn für alle» entsteht, sagt Martin. Psychisch kranke Menschen, die wieder in den Alltag zurückkehren, sollen eine Anlaufstelle haben und eine Gruppe, die sie stützt; so sollen auch deren Angehörige und die Spitäler entlastet werden. (sdf)

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