Stadttheater
Seit Jahren hingen sie im Stadttheater vor sich hin

Noch herrscht Ruhe im Foyer des Stadttheaters, das es in der jetzigen Form bald nicht mehr geben wird. Unter den vier Frauen, die darauf warten, dass ihnen Zugang ins Obergeschoss gewährt wird, befinden sich zwei Stadtführerinnen.

Katharina Arni-Howald
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Kostümverkauf im Stadttheater
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Kostümverkauf im Stadttheater
Kostümverkauf im Stadttheater
Kostümverkauf im Stadttheater
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Kostümverkauf im Stadttheater
Kostümverkauf im Stadttheater
Kostümverkauf im Stadttheater
Kostümverkauf im Stadttheater
Kostümverkauf im Stadttheater
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Kostümverkauf im Stadttheater
Kostümverkauf im Stadttheater
Kostümverkauf im Stadttheater Solothurn
Kostümverkauf im Stadttheater
Kostümverkauf im Stadttheater

Kostümverkauf im Stadttheater

«Ich befasse mich gegenwärtig mit der Burgunderzeit», erzählt Marie-Christine Egger, und Susanne Imhof will sich ein neues «Casanova»-Outfit zulegen.

Brigitt Rémy dagegen denkt an die Hochzeit ihres Sohnes und ist auf der Suche nach einem nostalgischen Schirm für die Braut. Janine Vukasinovic schliesslich lädt im kommenden Monat zu einer Vernissage ein und braucht ein dem Motto entsprechendes Kostüm.

Endlich löst der Türsteher die Kordel. Inzwischen ist im Foyer fast kein Durchkommen mehr, und die Menschenschlange reicht bis in die Theatergasse.

Zielstrebig erobert das erste zugelassene Grüppchen das Foyer im ersten Stock.

Viele Kleider

Hier hängen sie also, die wunderschönen Röcke, die mehrere Kilogramm schweren Prachtroben, die verspielten Blusen, die Schärpen und die tief ausgeschnittenen Ballkleider, die auf der Bühne für Furore sorgten – sorgfältig geordnet auf Ständern, die den Theaterschneiderinnen so viel Mühe bereiten, weil sie im winkeligen Haus in Ermangelung eines Lifts kaum verschoben werden können.

«Das ist genau das was ich suche», hört man Marie-Christine Egger sagen. Über ihrem Arm baumelt ein schweres bordeauxrotes Kleid mit Schleppe.

Dazu gesellen werden sich später ein Ritter- und ein Knappenkostüm, ein Gewand, das einst einem Burgfräulein auf den Leib geschnitten war und eine burgundische Haube.

Auch Susanne Imhof braucht nicht lange, bis sie ein prächtiges, silbrig glänzendes Oberteil gefunden hat, das jeden «Casanova» zu Freudentränen rühren würde.

Hemd und Hosen

Nur Hemd und Hosen fehlen, um das Glück der Stadtführerin vollkommen zu machen. Doch das wird sich bestimmt noch richten.

Plötzlich ist es zwischen den Ständern lauter geworden. «Geil» rufen die einen, «cool» die anderen. Auch Janine Vukasinovic hat ihr Traumkleid «ganz in Schwarz» gefunden und sucht sich einen Weg zur Kasse, wo die Theaterschneiderinnen Patricia Rubitschung und Nina Bolliger mittlerweile alle Hände voll zu tun haben.

«Hat es keinen Spiegel?» will eine potenzielle Käuferin wissen, die ein hübsches Hütchen in den Händen hält. «Nein, das hat es nicht», kommt postwendend die Antwort. Logisch, wo hätte man noch einen Spiegel hinstellen sollen.

Einen Stock weiter oben zwängen sich Männer in irgendein Gewand und sind enttäuscht, wenn ein in den vergangenen Jahren gewachsener Bauch im Wege steht.

Derartige Sorgen hat Tim Felchlin aus Nennigkofen nicht. Er ist jung und sucht Kostüme für ein Kinderlager, das unter dem Motto «Mafia» steht, und will sich nebenbei «ein bisschen inspirieren lassen.» Urs Spring hat in frühen Jahren Solothurn verlassen und ist nach Davos gezogen.

Fasnacht

«Ich kam immer nur während der Fasnacht zurück», berichtet er. Dank seiner jetzigen Partnerin hat sich das geändert. Ein bisschen mehr Solothurn und fünf Kostüme und fünf Hüte für die kommenden närrischen Tage, das lässt sich sehen.

«Wir sind mehr als zufrieden», zieht Gabriele Gröbel, erste Schneiderin des Hauses, schliesslich Bilanz. An die 800 textile Theaterschätze sind am Samstag zu Spottpreisen verkauft worden.

«Die Zeit ging wie im Flug vorbei, und die Leute hatten Spass. Einige kamen kurz vor Schluss noch einmal vorbei, weil sie das Kostüm, das ihnen gefiel, doch noch kaufen wollten.»