Weihnachten

Seit gestern leuchtet die «grüne» Solothurner Weihnachtsbeleuchtung

Weihnachtsbeleuchtung von Solothurn wird angeschaltet

Weihnachtsbeleuchtung von Solothurn wird angeschaltet

In Solothurn wurde gestern die Weihnachtsbeleuchtung angeschaltet. Neu werden noch mehr Gassen beleuchtet, nicht zuletzt dank Feldbrunnen, welche einen Betrag spendete. Die Beleuchtung hat einen massiv tieferen Stromverbrauch als die alten «Igel».

Dass gestern Abend Feldbrunnens Gemeindepräsident Rolf Studer die Solothurner Weihnachtsbeleuchtung einschaltete, hat einen guten Grund: Die Nachbargemeinde spendete 10000 Franken. Was in etwa ausreichte, um neu auch die Barfüssergasse zu beleuchten. «Damit gehört die Gasse in Sachen Weihnachtsbeleuchtung quasi Feldbrunnen», lacht Willy Reinmann, Geschäftsführer der Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn SGSO.

Gut lachen hat die Vereinigung auch sonst, denn zum dritten Mal konnte die allgemein gut angekommene Weihnachtsbeleuchtung ausgebaut werden: Neu sind neben der Barfüssergasse auch der Untere wie Obere Winkel und die Schaalgasse mit dem «Biirli»-Vorhang bestückt. Begonnen hatte man 2008 in der Gurzeln- und Hauptgasse sowie der Berntorstrasse, letztes Jahr war dann die Hauptbahnhofstrasse mit der Kronengasse dazugekommen. «Insgesamt wurden rund 400000 Franken in die Beleuchtung investiert», so Reinmann, wobei die Stadt sich an den Anschaffungskosten jeweils mit halb so viel Geld beteiligte, wie Stadt- und Gewerbevereinigung aus eigenen Mitteln oder über Gönner und Sponsoren aufbringen konnte.

An Grenzen gestossen

Jetzt habe die Stadt signalisiert, dass sie nicht weiter investieren möchte, so Reinmann, Doch gebe es durchaus noch Begehrlichkeiten, «an der Goldgasse beispielsweise.» Auch die Schmiedengasse sei schon ein Thema gewesen, aber auch diese Gasse hat in Sachen neue Weihnachtsbeleuchtung ihre Limiten. Denn der Lichter-Vorhang setzt voraus, dass beidseits auf relativ enge Distanz mehrgeschossige Häuser stehen – was in der Schmiedengasse auf der Ostseite durch die niedrige Hofmauer nicht der Fall ist.

Ähnliche Probleme gab es im Westen des Oberen Winkels, wo man sich mit Stangen oder wie neu an der Hauptbahnhofstrasse mit den öffentlichen Beleuchtungskandelabern behalf. «Die Lichter erhalten dadurch eine räumliche Wirkung und erscheinen nicht mehr als Vorhang», zeigt Willy Reinmann die Folgen solcher Kompromisse auf. Gar keine gibt es dagegen über den grossen Stadtplätzen: Da die Distanzen zu gross sind, kann das System dort gar nicht eingesetzt werden.

Stromverbrauch massiv tiefer

Die neu eingeführte Beleuchtung, basierend auf der LED-Technik, hat die vorherigen Mehrstrahler, die über Jahrzehnte eingesetzten «Igel» bis auf einige Relikte in Nebengassen völlig verdrängt. Ein wichtiger Effekt der Neuanschaffung war der Stromverbrauch. «Die neue Beleuchtung benötigt noch einen Drittel des Stroms, den die alten Leuchten brauchten», weiss Willy Reinmann.

Zur Verdeutlichung, wie wenig das ist: Wenn wie beabsichtigt die neue Beleuchtung an trüben Tagen bereits um 14 Uhr statt erst gegen 17 Uhr eingeschaltet wird, «macht das 80 bis 90 Franken aus. Nicht pro Tag, sondern während der ganzen Einsatzzeit.» Die Montage-, Demontage- und Lagerungskosten teilt sich die Vereinigung mit der Stadt beziehungsweise der Regio Energie Solothurn. «Doch suchen wir dafür noch Sponsoren», betont Reinmann.

Was macht die «Konkurrenz»?

Apropos Stromverbrauch: Wo die Weihnachtslichter hängen, wird die öffentliche Beleuchtung ausgeschaltet. Ob damit ein Nullsummenspiel zustande kommt, kann Willy Reinmann nicht sagen. Nur eines steht fest: Die Konkurrenzierung der offiziellen Weihnachtsbeleuchtung durch privates Leuchtwerk der ganz grossen Kaliber wird auch dieses Jahr nicht ausbleiben.

Betreffend den «Lichter-Niagarafall» am Marktplatz (über der Import-Parfümerie) habe er das Gespräch mit Hausbesitzer Urs Rudolf gesucht und sei zumindest nicht einfach abgewiesen worden. Rudolf überlege sich die ganze Sache. Sein Argument laute, er habe viel in das Lichtspektakel investiert. «Und verbieten können wir nichts», meint Reinmann. Keinen Lichtervorhang gibt es dagegen beim zweiten Parfümerie-Haus im Besitz von Rudolf mehr: Das Haus am Märetplatz, wo sich vordem die Parfümerie Marrionaud befand, ist seit dem Altstadtbrand Ende März eine Baustelle. Und so wird auch die östliche Hauptgasse wegen der Bauerei nur gegen St. Ursen durch die Weihnachtsbeleuchtung illuminiert.

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