Badi Solothurn
Schwimmen in der Aare: Wie das Restrisiko klein gehalten werden soll

Die Badi Solothurn und die Aare: Die Hoffnung, dass beim Schwimmen im 250 Meter langen Abschnitt des Flusses nichts passiert, schwimmt trotz der neuen Aufsichtspflicht immer mit.

Wolfgang Wagmann
Drucken
Teilen
Einen Fleischmärt gabs diese Badi-Saison noch selten
10 Bilder
Im Juni suchten immerhin 30000 das kühle Nass der Badi auf
Die beiden Aaresteg sind auch beliebte Verweilplätze
Das Rettungsboot der Badi soll optimaler platziert werden
Chefbadmeister Alex Inglin auf Kontrollfahrt
Besuch in der Badi Solothurn
Auch ein Rettungsring ist an Bord
Von diesem Steg aus wäre die Übersicht am besten
Trotz vermehrter Aufsicht bleiben die Warnschilder
Auch die Aarestege behindern die Sicht vom Boot aus

Einen Fleischmärt gabs diese Badi-Saison noch selten

Wolfgang Wagmann

Seit Saisonbeginn müssen die vier Badmeister und die Hilfsbadmeister der Badi Solothurn auch die Aare über die 250 Meter entlang der «Schwimmbad-Küste» aus Haftungsgründen beaufsichtigen (wir berichteten). Ein schwieriges Unterfangen, wie Chefbadmeister Alex Inglin unumwunden einräumt: «Wir haben einen Mann mehr im Einsatz als im Vorjahr. Aber er kann unmöglich die gesamte Strecke überwachen.»

An schönen Tagen sei man auch mit dem Boot phasenweise unterwegs gewesen, nicht zuletzt, damit dessen Handhabung im Ernstfall sitzt. Und auf den bisherigen Warntafeln hat der Chefbadmeister zum Passus «Baden auf eigene Gefahr» noch «nur für geübte Schwimmer» hinzugefügt. «Bis jetzt war die Aare allerdings noch nicht das Thema wie auch schon», verweist Inglin auf bisher durchzogenes Wetter, Wassertemperaturen meist um 18 Grad und viel Durchfluss von oft schmutzigem Aarewasser.

Trotzdem, manchmal brauchen er und seine Leute Glück oder vor allem die aktive Mithilfe anderer Badegäste: Solche hätten unlängst bemerkt, dass einen Mann, der zu lange gegen die Strömung angeschwommen war, die Kräfte verliessen und ihm einen Rettungsring zugeworfen.

Ein Fächer von Massnahmen

Alex Inglin, mit 30 Jahren an der «Badi-Front» sehr erfahren, baut auch auf die Mithilfe der Badegäste, wenn er einen Budgetposten für das Aufstellen von zwei weiteren Alarmsäulen eingegeben hat. Die bisher vorhandene ist relativ weit aareabwärts postiert und sollte deshalb ergänzt werden. Eine weitere Budgeteingabe hat der Chefbadmeister in Sachen Rettungsboot gemacht. «Es sollte in der Mitte der Strecke, auf der Höhe des Kiosks, an einem separaten Steg liegen.»

Das Boot wäre damit schneller im Einsatz als heute unter dem unteren Betonsteg, wo es an mehreren Punkten vertäut ist. Der beste Punkt in Sachen Übersicht sei allerdings ganz draussen auf dem unteren Betonsteg – wenn es zu einem Beobachtungsposten à la «Baywatch» kommen sollte, müsste er dort sein, so Inglin. Vor einigen Jahren hatte man jedoch schon die Treppen auf beiden Stegen entfernt, um das riskante Springen von den Plattformen zu verhindern.

Verstärkung kommt, aber ...

Die bewilligte fünfte Badmeister-Stelle konnte zwar besetzt werden, doch wird der neue Mann erst nach Ablauf seiner Kündigungsfrist aufs Saisonende hin beim Aufräumen helfen können. Ein zusätzlicher Hilfsbadmeister für die Aufsicht tagsüber konnte jedoch für diese Saison gefunden werden. Die Aufstockung war nicht nur durch die aufgrund eines Bundesgerichtsurteils ausgelöste Aare-Aufsicht notwendig geworden. Auch die vom Gemeinderat verabschiedete längere Badi-Öffnungszeit hatte mehr personelle Ressourcen erfordert.

Bei schönem Wetter wird die Badi bekanntlich in den drei Sommermonaten bis 21 statt wie bisher 20 Uhr offen gehalten. «Im Juni war das 16-mal der Fall gewesen», so Alex Inglin, der eine Statistik auch über die Besucherzahlen führt. «Einmal kamen nach 20 Uhr noch 35 Gäste, sonst waren es meist weniger als zehn. Viele sind es auch nicht, die vorher schon da waren und länger bleiben. Wenn die Sonne untergeht, gehen auch die meisten von ihnen.»

Aktuelle Nachrichten